Landkreis Holzminden (mhn). Nicht selten entstehen große Ideen aus persönlichen Erfahrungen – und manchmal auch aus Enttäuschungen, die den Wunsch wecken, etwas besser oder anders zu machen.
Bei der Weser-Ith News war es die Erinnerung an die eigene Zeit als junger Sportler. Nach den Wettbewerben wartete man oft tagelang gespannt darauf, ob ein Bericht über das eigene Jugendspiel in der Tageszeitung erscheinen würde. Nicht selten blieb die Hoffnung vergeblich. Ein Gefühl, das nicht nur junge Sportler kannten – auch viele Vereine, Institutionen und Menschen aus unterschiedlichsten Bereichen der Gesellschaft machten diese Erfahrungen.
Genau diese Erinnerungen wurden im Jahr 2011 zu einem starken Motivator, eine eigene Plattform zu schaffen, auf der jeder Verein, jede Institution und jede Gemeinschaft sichtbar werden kann – unabhängig von Größe oder Bekanntheit.
Bis heute erinnert sich das Team an jenen sonnigen Sonntag im Jahr 2011, an dem plötzlich die Idee ausgesprochen wurde: „Ja, wir gründen einfach unsere eigene Zeitung.“
Der mutige Schritt in eine neue Medienwelt
Allerdings sollte diese Zeitung nicht klassisch gedruckt erscheinen, sondern ausschließlich online. Für das Jahr 2011 war dieser Gedanke in der regionalen Medienwelt noch ungewöhnlich und in vielerlei Hinsicht seiner Zeit voraus. Gleichzeitig bot das Konzept die Möglichkeit, ohne hohe Investitionen neben Studium und Alltag ein eigenes Medienprojekt aufzubauen.
Was damals noch wie ein mutiger Gedanke klang, entwickelte sich Schritt für Schritt zu einem der größten regionalen Nachrichtennetzwerke der Umgebung.
Im März 2011 präsentierte sich das Team erstmals öffentlich auf der damaligen Homburg-Messe in Stadtoldendorf – mit Unterstützung vieler wichtiger Wegbegleiterinnen und Wegbegleiter, die das Projekt früh unterstützten und damit einen entscheidenden Grundstein legten. Wenige Wochen später, am 16. Mai 2011, ging die erste Nachricht online.
Doch der Anfang war alles andere als einfach. Sich Akzeptanz, Vertrauen und Aufmerksamkeit zu erarbeiten, Institutionen von der Idee zu überzeugen und überhaupt wahrgenommen zu werden, war kein Prozess, der innerhalb weniger Wochen oder Monate zum Selbstläufer wurde.
Harte Arbeit für jeden kleinen Erfolg
Tag für Tag wurde hart gearbeitet – auch für die kleinsten Erfolge und jeden Schritt nach vorne. Einsatz und Ertrag standen in der Anfangszeit ganz sicher nicht im Verhältnis. Trotzdem wurde dem Traum einer eigenen Zeitung vieles untergeordnet.
Jeder veröffentlichte Bericht – und war er noch so kurz – sowie jeder neue Werbepartner wurden damals als großer Erfolg gefeiert. Manchmal erschien nur ein einziger Bericht am Tag. Doch selbst darüber war die Freude riesig. Genau diese Momente wurden zum Antrieb, weiterzumachen und den Weg zu einer vollwertigen Online-Tageszeitung konsequent weiterzugehen – unabhängig davon, wie steinig dieser Weg war.
Dabei verlief die Entwicklung keineswegs ohne Herausforderungen. Gerade in den Anfangsjahren musste viel Überzeugungsarbeit geleistet werden, um Werbepartnerinnen und Werbepartner sowie Leserinnen und Leser von der Idee zu überzeugen.
Damals hätte wohl kaum jemand gedacht, wohin sich dieses Projekt entwickeln würde. Gemeinsam mit einem regionalen Team begann Julien Heinrich Schritt für Schritt damit, die Onlinezeitung aufzubauen. Das Motto „Aus der Region, für die Region“ wurde dabei schnell zur festen Leitlinie.
„WIN vol.“-Partys wurden zum Katalysator
Ein wichtiger Katalysator in den Anfangsjahren waren die „WIN vol.“-Partys. Die große Zeltdisco in Lenne entwickelte sich über insgesamt fünf Jahre hinweg zu einem echten Publikumsmagneten mit teils mehr als 2.000 Besucherinnen und Besuchern an einem Wochenende. Die Veranstaltungen machten die Marke „Weser-Ith News“ in der Region und weit darüber hinaus bekannt und sorgten insbesondere bei jungen Menschen schnell für einen hohen Bekanntheitsgrad. Bis heute blickt das Team mit großer Dankbarkeit auf diese besondere Zeit zurück.
Gleichzeitig entstand mit dem „Blickpunkt“ ein zusätzliches Printangebot, das mehrmals im Jahr erschien. Damit sollten bewusst auch Menschen erreicht werden, die digitale Nachrichtenangebote bislang kaum nutzten oder ihre Nachrichten lieber klassisch auf Papier lesen wollten. Gerade dafür erhielt das Team über die Jahre viel positive Rückmeldung und Dankbarkeit aus der Bevölkerung, da der „Blickpunkt“ vielen Menschen regionale Nachrichten in gedruckter Form zugänglich machte.
Wachstum über die Region hinaus
Mit den Jahren entwickelte sich aus der ursprünglichen Onlinezeitung ein ganzes Nachrichtennetzwerk. Neben der Weser-Ith News entstanden weitere Onlinezeitungen für Northeim und Einbeck sowie zusätzliche Angebote für den Kreis Höxter mit Ausgaben für Höxter, Warburg, Bad Driburg, Brakel und Steinheim. Mit der „Fankurve“ wurde zudem ein eigenes Angebot für den regionalen Fußball geschaffen.
Gerade die sozialen Netzwerke entwickelten sich zu einem bedeutenden Bestandteil des regionalen Nachrichtenangebots. Mittlerweile erreichen die Onlinezeitungen in den sozialen Netzwerken rund zehn Millionen Aufrufe pro Monat. Videos erzielen dort regelmäßig Reichweiten von 30.000, 50.000 oder 100.000 Aufrufen – einzelne Beiträge sogar bis zu 800.000 Aufrufe.
Die Weser-Ith News selbst zählt mittlerweile mehr als 26.000 Followerinnen und Follower bei Facebook und steht bei Instagram kurz vor der Marke von 10.000 Abonnenten. Auch die Einbeck News zählt inzwischen fast 10.000 Followerinnen und Follower bei Facebook und hat sich in der Region zu einer wichtigen Plattform für lokale Nachrichten entwickelt. Die Höxter News erreicht mittlerweile mehr als 13.000 Menschen bei Facebook.
Die hohe Reichweite zeigt eindrucksvoll, wie stark sich das ursprünglich kleine Onlineprojekt inzwischen in der regionalen Medienlandschaft etabliert hat.
Nachrichten für alle frei zugänglich
Bis heute folgt das Unternehmen zudem einer klaren Leitlinie: Qualitativ hochwertige Nachrichten sollen unabhängig vom Einkommen für jedermann zugänglich sein. Aus diesem Grund setzt das gesamte Nachrichtennetzwerk bewusst ausschließlich auf ein werbefinanziertes Modell und verzichtet bis heute auf Bezahlschranken oder sogenannte Paywalls, wie sie inzwischen bei vielen anderen Online-Zeitungen üblich sind.
Die Verantwortlichen sehen darin nicht nur ein Geschäftsmodell, sondern auch eine gesellschaftliche Verantwortung. Informationen, Nachrichten und lokale Berichterstattung sollen allen Menschen gleichermaßen offenstehen – unabhängig von finanziellen Möglichkeiten. Gerade regionale Nachrichten seien ein wichtiger Bestandteil gesellschaftlicher Teilhabe und dürften deshalb nicht vom Geldbeutel abhängig gemacht werden.
Neue Räume und starke Partnerschaften als Erfolgsfaktor
Mit dem stetigen Wachstum des Unternehmens und neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern wurden die bisherigen Räumlichkeiten schließlich zu klein. Deshalb zog das Unternehmen vor geraumer Zeit in größere Büroräume in der „Erwin-Böhme-Straße“ in Holzminden. Dort stehen dem Team heute nicht nur moderne Arbeitsplätze, sondern auch eigene Konferenzräume für Kundentermine, Besprechungen und kreative Projekte zur Verfügung.
Ein wichtiger Baustein für den heutigen Erfolg des gesamten Nachrichtennetzwerks ist die Werbeagentur Homburg Websolution, die von den Köpfen hinter der Weser-Ith News gegründet wurde. In den Anfangsjahren wurden dort Webseiten, Flyer und Visitenkarten für regionale Institutionen erstellt. Gleichzeitig war dort das notwendige technische Know-how vorhanden, um überhaupt eine eigene Zeitungswebseite aufzubauen.
Aus der Homburg Websolution ging im Jahr 2014 die Werbeagentur HRmove.it hervor, die sich heute ebenfalls im Gebäude in der „Erwin-Böhme-Straße 8“ befindet. Durch die enge Zusammenarbeit zwischen Onlinezeitungen und Werbeagentur entstand über die Jahre ein Konzept, das Unternehmen einen umfassenden Service aus einer Hand bietet.
Von klassischen Drucksachen über professionelle Webseiten bis hin zu zielgerichteter Werbung innerhalb des eigenen Nachrichtennetzwerks erhalten Kundinnen und Kunden sämtliche Leistungen gebündelt an einem Ort. Gerade diese enge Verzahnung von Medien, Marketing und regionaler Reichweite entwickelte sich zu einem wichtigen Erfolgsfaktor und macht Werbung für Unternehmen besonders unkompliziert und effektiv.
Nachwuchsförderung und Leidenschaft für die Region
Besonders stolz blickt das Team heute auch auf die journalistische Nachwuchsförderung. Mittlerweile wurde bereits der erste Volontär erfolgreich ausgebildet. Noch in diesem Jahr startet bereits die zweite Person in das journalistische Volontariat.
Am Ende bleibt vor allem eines: große Dankbarkeit.
Ein besonderer Dank gilt allen Leserinnen und Lesern, die dieses Projekt vielleicht schon seit den ersten Tagen begleiten oder die Weser-Ith News erst in den vergangenen Jahren für sich entdeckt haben. Ohne ihre tägliche Unterstützung, ihre Treue, ihre Aufmerksamkeit und das Interesse an regionalen Themen wäre diese Entwicklung niemals möglich gewesen.
Ebenso richtet sich ein großer Dank an die zahlreichen Werbepartnerinnen und Werbepartner – insbesondere an diejenigen der ersten Stunde, die früh an die Idee geglaubt und den Weg der Onlinezeitung unterstützt haben. Gerade diese Unterstützung, dieses Vertrauen und diese Akzeptanz haben die Grundlage dafür geschaffen, dass sich die Weser-Ith News über die Jahre entwickeln und wachsen konnte.
Denn letztlich wird eine unabhängige, frei zugängliche Regionalzeitung genau durch dieses Zusammenspiel aus Leserinnen, Lesern, Unternehmen und regionaler Verbundenheit überhaupt erst möglich gemacht.
Gleichzeitig versteht das Team die bisherige Entwicklung nicht als Abschluss, sondern vielmehr als Ansporn. Auch in Zukunft möchte man weiter an sich arbeiten, sich verbessern, neue Ideen entwickeln und den Leserinnen und Lesern täglich noch bessere Inhalte bieten.
Konstruktive Kritik, Anregungen und Hinweise seien dabei jederzeit willkommen. Denn genau dieser Austausch mit den Menschen aus der Region helfe dabei, sich stetig weiterzuentwickeln und den eigenen Anspruch immer wieder neu zu hinterfragen.
Oder anders gesagt: Die Reise ist noch lange nicht zu Ende.
Persönliche Worte von Geschäftsführer Julien Heinrich
„15 Jahre Unternehmertum sind vor allem eines: eine Reise voller Begegnungen, Herausforderungen, mutiger Entscheidungen und unvergesslicher Momente.
Mein aufrichtiger Dank gilt meiner Familie, meinem wunderbaren Team, allen Kunden, Partnern, Wegbegleitern und Freunden, die diesen Weg mit Vertrauen, Rückhalt, Engagement und oftmals auch viel Geduld begleitet haben.
Aber auch kritische Stimmen gehören dazu – denn sie helfen dabei, Dinge zu hinterfragen, besser zu werden und mit noch mehr Überzeugung weiterzugehen.
Wenn ich heute zurückblicke, empfinde ich vor allem tiefe Dankbarkeit und große Demut für das, was aus einer Idee, viel Leidenschaft und unzähligen Begegnungen entstehen durfte. Gleichzeitig empfinde ich große Freude auf alles, was noch vor uns liegt.“