Holzminden (red). Handwerk als Motor für Fortschritt: Das wurde bei der diesjährigen Innovationstour des niedersächsischen Handwerks im Landkreis Holzminden eindrucksvoll deutlich. Vertreterinnen und Vertreter aus Politik und Landesverwaltung besuchten zwei mittelständische Betriebe – die Müller Treppenbau GmbH & Co. KG sowie die Elektrotechnik Bertram GmbH – und erhielten dabei spannende Einblicke in innovative Prozesse und Konzepte.
Handwerk zwischen Tradition und Zukunft
„Im Jahr produzieren und verkaufen wir über 1.000 Treppen, die vom ersten bis zum letzten Produktionsschritt in unseren Werkstätten entstehen“, erklärte Marco Müller, Geschäftsführer von Müller Treppenbau. Der Betrieb setzt auf Nachhaltigkeit durch eigene Stromproduktion via PV-Anlage, einen elektrifizierten Fuhrpark und ressourcenschonende Abläufe. Gleichzeitig machte Müller gegenüber der Politik deutlich, dass bürokratische Hürden abgebaut werden müssten. „Es darf hier keine Lippenbekenntnisse mehr geben“, so Müller, der unnötige Vorgaben wie externe Prüfungen fabrikneuer Werkzeuge kritisierte.
Elektrotechnik Bertram mit internationaler Ausrichtung
Auch der Besuch bei der Bertram Elektrotechnik GmbH verdeutlichte die Innovationskraft des Handwerks. Das Unternehmen beliefert Kunden auf allen Kontinenten mit maßgeschneiderten Lösungen in Maschinenbau, Steuerungstechnik und Informatik. Besonders die Ausbildung spielt dabei eine Schlüsselrolle: Mit 16 Auszubildenden aus verschiedenen Nationen setzt der Betrieb auf Nachwuchsförderung und Internationalität.
Stimmen aus Handwerk und Politik
Dr. Hildegard Sander, Hauptgeschäftsführerin der Landesvertretung der Handwerkskammern Niedersachsen (LHN), lobte die Innovationskraft der Betriebe: „Wir haben in Niedersachsen eine zielgerichtete und bundesweit einmalige Innovationsförderung, die das Handwerk auch wirklich erreicht.“ Gleichzeitig betonte sie die Notwendigkeit, die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen weiter zu verbessern.
Kammerpräsident Delfino Roman hob den Wert des Dialogs hervor: „Azubi-Ticket, Praktikumsprämie oder auch Fragen zu bürokratischen Belastungen – all das können wir nur gemeinsam lösen. Ich setze daher auch in Zukunft auf einen Dialog auf Augenhöhe.“
Foto: Handwerkskammer