Stadtoldendorf (red). Der Musik- und Kulturverein blickt im Jahr 2026 auf sein 40-jähriges Bestehen zurück und eröffnet das Jubiläumsjahr mit einer besonderen Veranstaltung. Gleich zu Beginn des neuen Jahres, am 11. Januar, lädt der Verein zu einer Konzertlesung unter dem Titel „Brücken bauen“ ein. Zu Gast sind der Musiker Aeham Ahmad und Dr. Andrea Lukas, die gemeinsam Aehams Botschaft „Music for hope“ präsentieren.
Aeham Ahmad lebt seit mehreren Jahren als Musiker in Deutschland. Bekannt wurde er als „Pianist aus den Trümmern“, nachdem er im Flüchtlingslager Yarmouk sein Klavier auf einem Brett mit Rollen durch zerstörte Straßen schob und mit seiner Musik Hoffnung spendete. Mit seinem Spiel gelang es ihm, Menschen zu berühren und selbst in schwersten Situationen Momente des Lichts zu schaffen.
Musik zwischen Klassik, Jazz und Weltklängen
Aehams musikalischer Stil sprengt bewusst Genregrenzen. Seine Konzerte führen durch unterschiedliche Stile und Epochen. Er beginnt mit Beethovens „Freude schöner Götterfunken“, greift Motive von Mozart auf und lässt schließlich Melodien wie „Die Gedanken sind frei“ einfließen. Der Musiker selbst beschreibt seinen Stil als Modern Classic Jazz Mix oder World Music. Dabei wirken seine Kompositionen wie ein Spiegel seiner Erlebnisse und Gefühle, die er hörbar in die Tasten legt.
Buchprojekt über das Ankommen in Deutschland
Die Idee des Freiseins begleitet Aeham Ahmad auch in seinem Leben in Deutschland. Daraus entstand das Buch „Ankommen …!? – Wie schaffen wir das“, das er gemeinsam mit dem Schriftsteller Andreas Lukas verfasst hat. Das Buch gibt persönliche Einblicke in den Alltag zwischen neuen Chancen und Herausforderungen in einer fremden Kultur. Ahmad beschreibt darin offen seine Erfahrungen, Zweifel und Hoffnungen. Beim Schreiben wurde den Autoren deutlich, dass Ankommen ein langer Prozess ist, der neue Wege, Erkenntnisse, Freundschaften und Erlebnisse eröffnet.
Konzertlesung als besonderes Gesamterlebnis
In der Konzertlesung verbinden Aeham Ahmad und Andrea Lukas Musik und Literatur zu einem intensiven Gesamterlebnis. Zwischen musikalischen Stücken werden Passagen aus dem Buch gelesen sowie lyrische Gedanken vorgetragen. Die Musik umrahmt die Texte nicht nur, sondern verleiht ihnen zusätzliche Ausdruckskraft. So entsteht ein Wechselspiel aus Klängen und Worten, das unterhält, berührt und zum Nachdenken einlädt.
Die Konzertlesung findet am Sonntag, 11. Januar 2026, im Alten Rathaus Stadtoldendorf bei der Kirche statt. Beginn ist um 17.15 Uhr. Der Eintritt ist frei, Spenden sind willkommen. Der Musik- und Kulturverein lädt alle Interessierten ein, das neue Jahr mit Musik, Worten und Hoffnung zu beginnen.
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