Delligsen (red). Mit einem vielfältigen Programm hat die Ortschaft Delligsen ihr 1.175-jähriges Bestehen gefeiert. An zwei Tagen standen Rückblicke in die Geschichte, das Erinnern an gemeinsame Werte und die Pflege der Dorfgemeinschaft im Mittelpunkt.
Nach der feierlichen Enthüllung einer Gedenktafel zu Ehren des jüdischen Tierarztes Ludwig Rosenthal am Samstagnachmittag luden die Kirchengemeinden Sankt Georg und Sankt Joseph zu einem ökumenischen Gottesdienst in die evangelische Kirche ein. Pfarrer Andreas von Einem und Diakon Jens Pohl verknüpften in ihren Predigtworten die Ortsgeschichte mit biblischen Texten. Für die musikalische Begleitung sorgten Katrin Feichtinger und der Chor „VielHarmonie“, die mit großem Beifall bedacht wurden. Mit dem gemeinsam gesungenen Lied „Mein Delligsen“ endete die Andacht.
Empfang und Rückblick auf die Geschichte
Anschließend wurde in der katholischen Kirche weitergefeiert. Bürgermeister Stephan Willudda (parteilos) begrüßte zahlreiche Gäste, darunter Landtagsvizepräsidentin Sabine Tippelt, Ratsmitglieder und Vertreter örtlicher Vereine. In seiner Ansprache stellte er die Entwicklung Delligsens in den Mittelpunkt und erinnerte daran, dass der Ort als „älterer Bruder“ der umliegenden Ortschaften am Hils gesehen werde. Er würdigte das Engagement früherer Generationen, das den Grundstein für einen modernen und lebenswerten Ort gelegt habe.
Viel Beifall erhielten Michael Grotjahn und Jürgen Sackmann vom Heimatverein für ihren anschaulichen Vortrag zur Ortsgeschichte. Mit Erinnerungen, Überlieferungen und historischen Fotografien gaben sie Einblicke in die Entwicklung des Ortsbildes. Erwähnung fanden unter anderem der Ortsteil Hammerhütte sowie die Bedeutung des Namens „Blauofen“.
Der erste Festabend klang in geselliger Runde bei Grillwürstchen, Getränken und DJ-Musik vor dem Festsaal aus.
Buntes Treiben am Sonntag
Am zweiten Tag verwandelte sich die Untere Winkelstraße in eine Festmeile. Vereine, Schulen und Kindergärten boten ein abwechslungsreiches Programm. Bei Bratwurst, Pommes, Waffeln, Kuchen, Kaffee und Cocktails herrschte schnell ausgelassene Stimmung. Für Kinder gab es zahlreiche Aktionen wie Basteln, Schminken, Hufeisenwerfen und eine Hüpfburg. Der Motorsportclub sorgte mit einem Überschlagsimulator für Nervenkitzel.
Besonders gefragt waren die historischen Filmaufnahmen, die in der katholischen Kirche gezeigt wurden. Am späten Nachmittag waren viele Stände nahezu ausverkauft.
Bilanz des Bürgermeisters
„Das Fest war ein voller Erfolg“, resümierte Bürgermeister Stephan Willudda. „Die Stimmung war sehr gut und es gab keine Zwischenfälle. Der Ort hat gezeigt, wie groß das ehrenamtliche Engagement und der Zusammenhalt sind.“ Die Einnahmen aus beiden Tagen fließen direkt in die Vereinsarbeit zurück.
Foto: Gemeinde Delligsen