Region Weserbergland (red). Der NABU Niedersachsen bittet Gartenbesitzende, mit dem Rückschnitt von Hecken und Sträuchern möglichst bis Mitte September zu warten. Denn noch immer ziehen viele heimische Vogelarten ihre zweite Brut des Jahres groß. Hecken, Büsche und Sträucher sind dabei sichere Brutplätze, Schlaf- und Schutzräume.
Gefahr für brütende Vögel
„Vogelarten wie Amsel, Grünfink oder Heckenbraunelle brüten auch noch im Hochsommer“, erklärt Philip Helmsen von der NABU-Regionalgeschäftsstelle Weserbergland. Wer jetzt zur Heckenschere greife, ohne vorher nach Nestern zu schauen, riskiere, Jungvögel zu gefährden.
Nach dem Bundesnaturschutzgesetz dürfen Bäume, Hecken, Gebüsche oder lebende Zäune zwischen 1. März und 30. September nicht radikal gekürzt oder gefällt werden. Erlaubt sind lediglich schonende Form- und Pflegeschnitte. Auch dabei empfiehlt der NABU Zurückhaltung – und einen genauen Blick ins Geäst.
Jungvögel nicht einsammeln
Viele Jungvögel befinden sich aktuell in der sogenannten Ästlingsphase: Sie wirken unbeholfen, sitzen manchmal am Boden, werden aber weiterhin von ihren Eltern versorgt. „Wer solche Jungvögel findet, sollte sie auf keinen Fall mitnehmen“, so Helmsen. Am besten sei es, die Tiere aus der Ferne zu beobachten und ihnen Ruhe zu lassen.
Geduld zahlt sich aus
Ein späterer Schnitt sei nicht nur gut für die Tierwelt, sondern auch für Gartenbesitzende selbst: Viele Hecken legen im Spätsommer einen zweiten Wachstumsschub ein. Wer zu früh schneidet, müsse später erneut nacharbeiten. Geduld schone somit Natur, Zeit und Kraft.
Der NABU rät zudem zu einer naturnahen Gartengestaltung: Verstecke für Tiere erhalten, Durchschlupflöcher im Zaun lassen, offene Gefahrenstellen vermeiden und eine „wilde Ecke“ einplanen – so fänden Vögel, Igel und andere Tiere ausreichend Lebensraum.
Foto: NABU/Kathy Büscher