Dassel. Viele Eltern, deren Kinder die vierte Klasse der Grundschule besuchen, machen sich jetzt Gedanken über die weitere Schullaufbahn ihres Kindes. Welche Kriterien können dabei helfen, die richtige Schulform und dann die richtige Schule zu finden? Für Eltern ist die Beantwortung dieser Frage gar nicht so einfach. Erschwernis ist auch diesem Jahr der pandemiebedingte Ausfall vieler Infoveranstaltungen. Auch die schulische Entwicklung ist bei den Kindern durch die Einschränkungen sehr unterschiedlich verlaufen. Die schulischen Programme zur Bewältigung der Pandemiefolgen für den Bildungserfolg haben durchaus geholfen. Dennoch stellen wir fest: Kinder, die schon recht selbstständig sind und die eine schnelle Auffassungsgabe haben, profitierten in der Pandemie. Kinder, die mehr Unterstützung brauchen, sind eher benachteiligt.

„Die Kinder sollen glücklich sein“, hört man oft als Maxime aus Elternmund. Das ist schon mal ein guter Ansatz. Denn wer zufrieden oder gar glücklich ist, lernt viel besser und schneller als diejenigen, die unglücklich sind. Wie ermitteln wir Faktoren für Glück oder Zufriedenheit?

Zuerst sind wir alle darauf angewiesen, uns angenommen und verstanden zu fühlen. Das fällt leichter, wenn die Schule viel Wert auf Beziehungsarbeit legt. Eltern können das überprüfen, indem sie auf die Begleitprogramme achten, die der Beziehungspflege dienen: Verfügungsstunden, sozialpädagogische Begleitung, Schulseelsorge etc.

Zufrieden sind Kinder, die sich nicht langweilen. Suchen Sie nach Programmangeboten, die Ihre Kinder spannend und herausfordernd finden. Hierfür eignet sich besonders der Blick auf Profile oder Schulprogramme: Was entspricht hier den Interessen meines Kindes? Wichtig ist auch eine hinreichende Herausforderung der kognitiven Fähigkeiten. Die zeigen sich meistens bei einem Blick auf die Zensuren. Kinder mit guten und sehr guten Leistungen in der Grundschule brauchen „Futter“. Sie sind an einem Gymnasium sicher gut aufgehoben. Doch Vorsicht: Manchmal resultieren schlechte Ergebnisse auch aus Langeweile in der Grundschule.  Nicht jede befriedigende oder ausreichende Note spiegelt die kognitiven Fähigkeiten des Kindes wirklich wider. Oder das Kind braucht nach der pandemiebedingten Veränderung von Schule mehr Unterstützung, um seine Fähigkeiten entfalten zu können. Wenn Sie hier Fragen oder Beratungsbedarf haben, stehen Ihnen erfahrene Pädagogen an allen Schulen gerne zur Verfügung. An der Paul-Gerhardt-Schule versuchen wir beispielsweise die Voraussetzungen für einen erfolgreichen Besuch eines Gymnasiums dann in einem ausführlichen persönlichen Gespräch zu ermitteln. Hier können Sie alle Ihre Fragen stellen.

Überforderung und daraus resultierende Misserfolgserlebnisse sind eher hinderlich für Glück und Zufriedenheit aller in der Familie. Deswegen ist es wichtig, eine zweite Meinung einzuholen, wenn Unsicherheit bezüglich des geeigneten Weges durch die Schullandschaft besteht. Beharren Sie dann nicht auf Ihrem Wunsch, sondern lassen Sie sich von den Argumenten der Experten überzeugen!

Für Sie als Eltern könnte ein wichtiges Argument auch die technische Ausstattung der Schule sein. Fragen Sie in der Schule nach den Möglichkeiten, die Ihnen wichtig sind. Lassen Sie sich die Schule, die Sie pandemiebedingt nicht besichtigen können, erklären!

Ein ganz wichtiges Argument aus Kindersicht ist der Kontakt zu Freundinnen und Freunden. Es ist für die Kinder unmittelbares Bedürfnis, mit denen zusammen zur Schule zu gehen. Für die unmittelbare Motivation ist das auch unter Beziehungsaspekten tatsächlich wichtig. Doch bedenken Sie auch: In einer neuen Klasse an einer neuen Schule, an der alle neu anfangen, finden sich schnell auch neue Freunde und Freundinnen!

Und wenn dann bald entschieden wird, in welche Richtung die Schulreise geht, freuen Sie sich zusammen auf die Einschulung an der neuen Schule, die dann hoffentlich endlich wieder „normal“ stattfinden wird!

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