Eschershausen (kp). Auf sage und schreibe über 40 Jahre Polizeiarbeit kann Bernd Kühn mittlerweile zurückblicken, seit er 1980 seinen Dienst im Landkreis Holzminden angetreten ist. Kühn ist in der Dienststelle Eschershausen eingesetzt, die erst 2017 ins Rathaus umzog. Nach vielen Jahren im Streifendienst in der Kreisstadt war er seit 1997 zuvor 21 Jahre in Stadtoldendorf eingesetzt. Seit nunmehr drei Jahren besetzt der Polizeihauptkommissar die Polizeidienststelle in Eschershausen.

Neben der Raabestadt liegen zudem Lüerdissen, Dielmissen, Holzen und Eimen in seinem Zuständigkeitsbereich. „Insgesamt werden 6.500 Einwohnerinnen und Einwohner von hier betreut“, sagt er. Manchmal ist die Fallzahl für eine einzige Person vielleicht etwas hoch, weiß der erfahrene Polizist. Vor allem, wenn es wie so häufig um das Thema Cyberkriminalität geht. „Das ist auch hier ein zunehmender Trend“, gibt Bernd Kühn zu. Dabei gelte es vor allem Opfer von Internetbetrügereien zu betreuen. Das Aufnehmen und Bearbeiten von Straf- und Ordnungswidrigkeitsanzeigen findet dann in der Regel im ehemaligen KFZ-Zulassungsbüro im Rathaus statt. Hier kann der Hauptkommissar Zeugen oder Beschuldigte vorladen und ihre Aussagen aufnehmen. „Es können aber auch alle anderen Leute kommen, die etwas vorzutragen haben“, sagt er. Der Polizist hat für jedes Anliegen ein offenes Ohr.

Zu den weiteren Hauptaufgaben der Dienststelle zählen die Verkehrsüberwachung sowie die Vorbeugung und Bekämpfung von Kriminalität. Und auch hier kann der Polizist einen Negativtrend erkennen. „Es kommt häufig vor, dass festgestellte Personen im Straßenverkehr unter dem Einfluss von Substanzen stehen“, sagt er. Gerade das Thema „Drogenbeeinflussung im Straßenverkehr“ ist ihm sehr wichtig. Seit einigen Jahren gibt der Polizeihauptkommissar dazu bereits immer wieder interne Fortbildungen für seine Kolleginnen und Kollegen. Denn: Drogen und Alkohol im Straßenverkehr zählen auch bei uns zu den häufigsten Unfallursachen.

Insgesamt gibt sich Bernd Kühn aber sichtlich zufrieden, die Stelle in Eschershausen angetreten zu haben. Auch die Unterbringung der Polizeistation im Rathaus habe sich als vorteilhaft erwiesen und schuf weitere Synergien. Die Polizei somit genau hier unterzubringen, war goldrichtig. Seinerzeit führte der marode Zustand der alten Dienststelle im Angerweg zu dem nötigen Wechsel. Durch die Einrichtung von Büros in der ehemaligen Zulassungsstelle im Rathaus konnte die Polizei vor Ort erhalten bleiben. „Es ist schön hier, auch wenn die Arbeit manchmal viel ist“, schmunzelt er. Doch besonders wichtig sei ihm auch, wenn er durch seine bloße Anwesenheit für ein besseres Sicherheitsgefühl innerhalb der Bevölkerung sorgen kann. „Da reicht es manchmal auch schon, wenn einfach nur ein Streifenwagen vor dem Rathaus steht“, weiß der Polizeihauptkommissar.

Fotos: kp, hei (Archiv)