Holzminden (lbr/gpe). „Ich bin kein Papiertiger, sondern mache lieber“, erklärt Maike Riesenberg im ersten Gespräch mit unserer Redaktion. Am ersten April hat sie ihren neuen Posten als Innenstadtmanagerin angetreten. Vergangenen Dienstag stellte sich im Innenstadtausschuss vor und eines ist sicher, die Erwartungen an die neue Citymanagerin sind gewaltig. Derzeit sitzt sie noch im Rathaus. „Anfang Juni wollen wir dann das Büro in der Oberen Straße 2 eröffnen, gemeinsam mit der Bürgergenossenschaft und Trans Z“, erklärt sie. 

Die gebürtige Detmolderin hat die letzten 20 Jahre in Österreich gelebt und wollte wieder zurück in Richtung Heimat. „Ich habe mein neues Zuhause in Bodenwerder gefunden“, berichtet die 53-Jährige. Ihr Lebenslauf ist sehr vielfältig. „Ursprünglich habe ich eine Ausbildung zur Industriekauffrau gemacht“, beginnt sie. Später arbeitete sie sowohl als im Stadtmarketing, in der Wirtschaftsförderung und im Tourismus, doch auch als Immobilienmaklerin und als Assistenz der Geschäftsführung. „Ich kenne mich sowohl in der Verwaltung aus und habe auch Erfahrungen in der freien Wirtschaft“, erklärt sie. Im vergangenen Jahr schloss sie an der Fernuniversität Hagen ihr Studium der Wirtschaftswissenschaft ab.

Sie war bereits oft in der Rolle des Vermittlers und zählt auch dies zu ihren neuen Aufgaben. „Aktuell lerne ich erstmal die verschiedenen Akteure kennen. Später möchte ich diese gerne einen Tisch holen und gemeinsam mit ihnen neue Möglichkeiten erarbeiten, um Holzminden nach vorne zubringen“, so Riesenberg. Das Stichwort ist Arbeitsgruppe. „Man könnte auch Zukunftslabore, Workshops oder runder Tisch sagen“, führt sie aus. Auch möchte sie die Bürger mit einbeziehen. „Natürlich alles in einer bestimmten Zeit und zu gezielten Themen“, ergänzt sie. 

Riesenberg hat bereits die Innenstadt erkundet und sich im Rahmen des Projekts „Zukunftsräume Niedersachsen: Stadtallianz“ zwölf Attraktivitätsfaktoren formuliert. Dabei spielen beispielsweise Erreichbarkeit, öffentlicher Räum, Stadtgestaltung, Wohnen und Freizeit eine Rolle aber beispielsweise auch Sauberkeit, Sicherheit und das Einzelhandelsangebot. Besonders der Leerstand sei ein großes Thema in Holzminden. „Man muss nicht nur versuchen die Leerstände wieder zu füllen, sondern auch dafür sorgen, dass bestehende Geschäfte bleiben“, erklärt sie. Holzminden brauche beliebte Ankergeschäfte, die für Besucher sorgen sollen. „Ich schaue auch gerne über den Tellerrand. Man muss ja nicht immer das Rad neu erfinden“, sagt die Innenstadtmanagerin. Man müsse nicht nur in andere Städte schauen, sondern auch in die Vergangenheit. „Was gab es bereits, warum hat es nicht geklappt und was könnte man vielleicht besser machen“, zählt sie auf. 

Ihre ersten Ideen für die Stadt der Düfte und Aromen sind vielfältig und reichen vom Leerstandsmanagement über weitere Parkmöglichkeiten, kostenloses WLAN und digitale Lösungen bis hin zu einer Wohnungsbörse und der Schaffung von Begegnungsräumen. „Ich möchte gemeinsam mit den Leuten Lösungen erarbeiten, bei denen sich alle abgeholt und mitgenommen fühlen“, so die Detmolderin. Das Projekt „Sensoria“ sieht sie als Leuchtturmprojekt für die Stadt. 

Für Fragen und Anregungen steht Maike Riesenberg per Mail unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! zur Verfügung.