Holzminden (red). „Muslim oder Christ? Was wirklich wichtig ist, dass wir alle Menschen sind!“, so die Textzeile eines Raps, den Mohammad Safie und Freunde beim talentCAMPus „Mit Musik geht es besser“ geschrieben haben. Trotz des heißen Wetters haben sich 18 Jugendliche aus sechs Nationen in den Sommerferien fünf Tage von 9.00 bis 17.00 Uhr in der Kreisvolkshochschule Holzminden getroffen und gemeinsam Deutsch gelernt. Nachmittags ging es dann in die Musikschule, um dort mit den Dozenten zu trommeln und Songs einzustudieren.

Das Feriencamp wurde im Rahmen des Programms „Kultur macht stark - Bündnisse für Bildung“ durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert. Das Bundesprogramm unterstützt kulturelle Bildungsangebote für Kinder und Ju-gendliche. Der talentCAMPus in Holzminden war ein Kooperationsprojekt der Kreisvolkshochschule mit der Musikschule und der Koordinierungsstelle Migration und Teilhabe. Im Mittelpunkt des am Vormittag stattfindenden Deutsch-Unterrichts stand insbesondere die aktive Sprachanwendung. So wurden dort unter anderem Kurzgeschichten zum Thema Migration und Integration gelesen und gemeinsam besprochen. Besonders motivierend für die Teilnehmer war es, aufgeteilt in zwei Gruppen, eigene Inhalte zu entwickeln und später zu präsentieren. In einer Gruppe entstand unter Anleitung der Deutsch-Dozentin Angelika Andrenko ein szenisches Stück zum Thema Alkoholmissbrauch, während die andere Gruppe unter Mithilfe des Dozenten Bruno Happel zwei eigene Raps entwickelte und gemeinsam einstudierte. Auch ein Spielfilm in deutscher Sprache zum Thema Migration, der gezeigt wurde, fand großes Interesse. 

Es war schon erstaunlich, was die Jugendlichen dann beim Abschlussfest im Garten der KVHS ihren Eltern und geladenen Gästen präsentieren konnten. Spektakulär und lautstark wurde das Fest mit einem Trommelstück auf Cajons eröffnet. Die Musikdozenten, Zine Tabet und Andreas Vogt, präsentierten anschließend zwei weitere Musikstücke, die sie zusammen mit den Teilnehmern und mit Hilfe verschiedenster Instrumente eingeübt hatten. Die Highlights der Abschlussveranstaltung bildeten aber vor allem das von den Teilnehmern selbst geschriebene Theaterstück sowie die beiden Rap-Songs, die bei der Aufführung von den beiden Musikdozenten und einigen Jugendlichen noch musikalisch untermalt wurden. Neben der Nervosität vor dem Auftritt bei manchen Teilnehmenden überwog vor allem der Stolz auf das, was sie zeigen konnten. Das erste Mal auf der Gitarre oder dem Keyboard zu spielen, und selbst geschriebene Theater- und Rap-Stücke vor dem zahlreichen Publikum zu präsentieren, war schon ein Erlebnis.

Fotos: KVHS