Bad Pyrmont (red). Die Rolle der Quäker in der Zeit des Nationalsozialismus steht im Mittelpunkt eines Vortrags am 16. April um 18 Uhr in der Beletage des Schlosses Pyrmont. Referent Tom Binner widmet sich dabei der Frage, inwieweit Mitglieder der Pyrmonter Quäkergemeinde als „unbedingte Vertreter der heroischen Gewaltlosigkeit“ verstanden werden können.
Bad Pyrmont besitzt für die Quäker in Deutschland eine besondere Bedeutung. Das Quäkerhaus in der „Bombergallee“ gilt als zentraler Versammlungsort der Glaubensgemeinschaft und war dies bereits während der Zeit der nationalsozialistischen Diktatur. Anhand von Biografien einzelner Gemeindemitglieder – darunter das Ehepaar Mary und Leonhard Friedrich, Cilli Seutemann sowie der Fastenarzt Dr. Otto Buchinger – zeichnet der Vortrag die religiös motivierte Widerständigkeit der Pyrmonter Quäker nach.
Historische Einordnung und wissenschaftlicher Hintergrund
Tom Binner studierte Geschichte und Politik in Halle (Saale) und Hannover. Nach seinem Abschluss im Jahr 2024 arbeitete er an dem Forschungsprojekt „Ein Weltbad wie Pyrmont.“ Kurstadt und Nationalsozialismus. Derzeit promoviert er an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt.
Der Vortrag ist Teil des Begleitprogramms zur Sonderausstellung „Ein Weltbad wie Pyrmont.“ Kurstadt und Nationalsozialismus. Der Eintritt beträgt 5 Euro, Mitglieder des Museumsvereins haben freien Zugang. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Die nächste öffentliche Führung durch die Ausstellung findet am 22. April um 15 Uhr statt. Treffpunkt ist die Museumskasse.
Foto: Stadt Bad Pyrmont