Boffzen (awin). Die Ölmühle Solling hat am Samstag, 20. Juni, ihr 30-jähriges Bestehen gefeiert – und schon die ersten Minuten zeigten, wie viele Menschen sich der Bio-Manufaktur verbunden fühlen. Bereits zur ersten Manufaktur-Führung um 11 Uhr waren alle Plätze besetzt. Auf dem Gelände an der „Höxterschen Straße 3“ in Boffzen suchten die Gäste bei hochsommerlichen Temperaturen Schatten, standen an den Ständen, probierten Spezialitäten oder warteten auf den Blick hinter die Türen der Produktion. Selbst das Team der Ölmühle zeigte sich überrascht, wie viele Menschen direkt zu Beginn zum Mühlenfest gekommen waren.
Ein Tag, der mehr war als ein Betriebsjubiläum
Schnell war auf dem gesamten Firmengelände Betrieb. Überall wurde geschaut, probiert, gefragt und erzählt. Offiziell eröffnet wurde das Mühlenfest durch Sarah Baensch und Sebastian Baensch. Auch Landrat Michael Schünemann, die Landtagsabgeordnete Sabine Tippelt und Boffzens Samtgemeindebürgermeister Philipp Becker waren zur Eröffnung gekommen.
Sebastian Baensch machte deutlich, wie besonders dieser Tag für das Unternehmen war: „Wir haben schon einige Mühlenfeste gefeiert, aber ein 30-jähriges Jubiläum ist natürlich eine Besonderheit. Deshalb war die Aufregung in den letzten Tagen deutlich zu spüren.“ Sein Dank richtete sich an „alle regionalen und lokalen Unterstützer, unsere Kunden, unsere Lieferanten, alle Mitarbeiter sowie unsere Freunde und Familien“. Der Erfolg der vergangenen Jahrzehnte sei aus seiner Sicht eng mit dem Miteinander im Betrieb verbunden: „Der Zusammenhalt des ganzen Teams ist maßgeblich verantwortlich für den Erfolg der letzten 30 Jahre.“
Dankbarkeit und Respekt für die Gründer
Für Sarah Baensch war der Jubiläumstag auch ein persönlicher Moment. Die Ölmühle Solling wurde 1996 von Gudrun und Werner Baensch gegründet. Heute führen Sarah und Sebastian Baensch das Familienunternehmen in zweiter Generation. In ihrer Rede sagte Sarah Baensch: „Ein großes Dankeschön an unsere Eltern, dass wir das Unternehmen in der zweiten Generation führen dürfen.“ Zugleich sprach sie von „großem Respekt für das Lebenswerk von Mama und Papa“. Mit dem Satz „Auf die nächsten 30 Jahre!“ setzte sie am Ende der Eröffnung einen optimistischen Ausblick.
Was 1996 mit einer kleinen Spindelpresse und wenigen Bio-Ölen begann, ist heute eine Bio-Manufaktur mit rund 75 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Viele Menschen auf dem Fest verbanden diesen Weg mit eigenen Erinnerungen, Einkäufen und Begegnungen.
Viel Betrieb zwischen Genussständen und Handpresse
Schon bevor die offiziellen Worte zum Jubiläum gesprochen wurden, war das Mühlenfest längst in vollem Gang. Interessierte bewegten sich zwischen Führungen, Verkostungen und regionalen Spezialitäten über das Gelände. Sanchon aus Steinheim, Antjes Köstlichkeiten aus Uslar, Lilou Coffee aus Paderborn, Riedels Ketchupmanufaktur aus Bevern und die Landschlachterei Maßmann aus Lütmarsen gehörten ebenso zu den Ausstellern wie Eiscafé Bruno aus Bevern, Sahar’s Bowls, Pizzeria Da Gaetano aus Steinheim und Schmeckwerk aus Höxter.
Das Familienunternehmen präsentierte ebenfalls viele eigene Stände. Dort gab es unter anderem Naturkosmetik, Cocktails, Essig, Popcorn, Kokoswaffeln, Kaffee und Kuchen sowie verschiedene Verkostungsstationen. Wer wollte, konnte an der Handpresse selbst Öl gewinnen und mit nach Hause nehmen. Gerade dieses Mitmachangebot passte zum Charakter des Tages: Die Gäste sollten nicht nur schauen, sondern erleben, wie viel Handwerk und Sorgfalt hinter den Produkten steckt.
Für Bewegung und gute Laune sorgten „Die Marshmallows“, eine Marching Band aus Hannover. Die Musiker zogen über das Gelände und brachten immer wieder Schwung zwischen die Stände. Familien steuerten außerdem die Kinderangebote an: Kinderschminken, Hüpfburg, Kicker und weitere Spielmöglichkeiten sorgten dafür, dass auch die jüngsten Gäste ihren Platz auf dem Fest fanden.
So blieb das 30-jährige Bestehen der Ölmühle Solling kein Festakt auf Abstand, sondern wurde zu einem offenen Jubiläum mitten auf dem Gelände. Der persönliche Dank an die Gründerfamilie, die vielen Begegnungen und das breite Interesse aus der Region zeigten, welchen Platz das Unternehmen nach drei Jahrzehnten in Boffzen einnimmt.
Fotos: awin