Holzminden. Frau Dr. Rakenius, Dermatologin bei den Normec Schrader Instituten, gibt einen Überblick, wie feuchtigkeitsspendende Cremes funktionieren und warum es so wichtig ist, Pflegeprodukte wissenschaftlich und professionell zu testen.
Wie funktioniert eine feuchtigkeitsspendende Creme?
Eine gesunde, strahlende Haut ist meist kein Zufall – sie ist das Ergebnis gezielter Pflege. Feuchtigkeitsspendende Cremes gehören dabei zu den wichtigsten Bausteinen der täglichen Hautroutine und verfolgen ein klares Ziel: Sie sollen den Wassergehalt der Haut erhöhen und langfristig stabil halten. Dafür kombinieren sie verschiedene Wirkmechanismen.
Dazu zählen sogenannte Feuchthaltefaktoren wie z.B. Glycerin oder Hyaluronsäure. Diese ziehen Wasser aus der Umgebung oder den tieferen Hautschichten in die oberste Hautschicht, das sogenannte Stratum corneum und führen dadurch zu einem aufpolsternden Effekt.
Des Weiteren sind oft okklusive Stoffe wie Wachse oder Öle enthalten, welche einen schützenden Film auf der Haut bilden, um den Wasserverlust zu minimieren.
Häufig kommen auch sogenannte Emollienzien (Weichmacher) zum Einsatz, diese glätten die Hautoberfläche und verbessern das Hautgefühl, indem sie Lipidlücken in der obersten Hautschicht auffüllen und die Hautbarriere stabilisieren. Dadurch wird die Hautoberfläche geschmeidiger und fühlt sich sofort weicher an.
Das Zusammenspiel dieser Komponenten sorgt dafür, dass die Haut nicht nur kurzfristig hydratisiert wird, sondern die Feuchtigkeit auch länger speichert. Eine gut formulierte Creme stärkt zudem die natürliche Hautbarriere – ein entscheidender Faktor für gesunde Haut.
Warum muss eine Creme getestet werden?
Bevor eine Pflegecreme auf den Markt kommt, muss sie umfangreiche Prüfungen bestehen. Diese Tests dienen in erster Linie dem Schutz der Verbraucher:innen – denn Hautpflegeprodukte kommen täglich und oft über lange Zeiträume hinweg zur Anwendung.
Im Vorfeld zu den Studien im Institut werden die Kosmetikprodukte von den Herstellern gemäß der EU-Kosmetikrichtlinie geprüft.
Zentrale Ziele der Testverfahren vor Ort im Institut beinhalten dann die Wirksamkeit und Stabilität der Produkte. Die feuchtigkeitsspendende Wirkung einer Creme muss durch Studien belegt sein. Im Zeitraum der ausgewiesenen Haltbarkeit muss die Creme gleichbleibend wirksam und mikrobiologisch sicher bleiben.
Wie wird eine Creme getestet?
Die Prüfung einer Pflegecreme kann auf verschiedene Arten durchgeführt werden. Hierzu kommen verschiedene Testverfahren zum Einsatz, die unter anderem von den Normec Schrader Instituten entwickelt wurden und heute weltweit im Einsatz sind.
Es werden instrumentelle Messungen mit speziellen Geräten durchgeführt, welche die Hautfeuchtigkeit objektiv messen. Hier kommt z. B. das von den Normec Schrader Instituten konzipierte Corneometer zum Einsatz.
Neben der objektiven Messung des jeweiligen Geräts, prüfen schließlich Proband:innen in sogenannten Anwendungsstudien die Creme ausführlich im Alltag und bewerten aufgrund ihrer Erfahrungen die Wirkung und das Hautgefühl bei der Nutzung. So fließen auch diese Bewertungen der Proband:innen in Form eines ausführlichen Fragebogens mit ein. Hier werden unter anderem Hautbeschaffenheit und kosmetische Eigenschaften abgefragt.
Aus dieser Kombination kann gezielt eine Werbeaussage wie „hält 24 Stunden“ professionell geprüft und beurteilt werden.
Für Verbraucher:innen bedeutet das: Eine Pflegecreme, die im Handel erhältlich ist, hat zahlreiche Hürden genommen. Die Kombination aus wissenschaftlicher Forschung, strengen gesetzlichen Vorgaben und umfassenden Testungen sorgt dafür, dass moderne Hautpflegeprodukte hohen Ansprüchen an Wirksamkeit und Qualität gerecht werden.

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Fotos: Normec