Landkreis Holzminden (red). Nach Angaben des Zuckerrübenanbauerverbandes Südniedersachsen e. V. ist mit der Anlieferung der letzten Zuckerrüben die Rübenkampagne 2025/26 in der Region erfolgreich abgeschlossen worden. Wie der Verband mitteilt, profitierten Landwirte und Zuckerfabriken insgesamt von überwiegend günstigen Wetterbedingungen während Ernte, Verladung und Transport. Zum Abschluss der Kampagne sei es jedoch noch einmal herausfordernd geworden.
„Am zweiten Januarwochenende mit Schneefall und verwehten Feldwegen haben alle Beteiligten in der Lieferkette eng zusammengearbeitet, um die Versorgung der Zuckerfabriken sicherzustellen“, erklärt Dirk Wollenweber, Geschäftsführer des Zuckerrübenanbauerverbandes Südniedersachsen e. V.
Nach Darstellung des Verbandes deutete zu Beginn der Kampagne Anfang September zunächst vieles auf einen durchschnittlichen Ertrag hin. Im weiteren Verlauf habe sich jedoch gezeigt, dass der Zuckergehalt der Rüben deutlich über dem Durchschnitt gelegen habe.
„Mit mehr als 15 Tonnen Zucker pro Hektar haben wir ein Niveau erreicht, das wir seit vielen Jahren nicht mehr gesehen haben“, so Wollenweber. Davon profitiere nach Einschätzung des Verbandes auch die Verarbeitung, da ein höherer Zuckergehalt den Energiebedarf in den Fabriken senke.
Trotz des guten Ergebnisses trüben nach Angaben des Zuckerrübenanbauerverbandes Südniedersachsen e. V. die aktuellen Marktaussichten die Stimmung. In ganz Europa sei die Zuckerernte üppig ausgefallen, was derzeit zu stark sinkenden Zuckerpreisen führe. Auch der regionale Verarbeiter Nordzucker habe zuletzt auf deutlich rückläufige Preise hingewiesen. „Da sich der Rübenpreis auch am Zuckerpreis orientiert, wird sich diese Entwicklung auch für unsere Landwirte bemerkbar machen“, erklärt Wollenweber. Die gute Ernte helfe nach Einschätzung des Verbandes jedoch, die Einbußen zumindest teilweise abzufedern.
Wie der Verband weiter ausführt, ist der Verkauf von Zuckerrüben an Abnahmeverträge mit Nordzucker gebunden, deren Rahmenbedingungen die Zuckerrübenanbauerverbände gemäß den EU-Vorgaben verhandeln. Nordzucker habe kürzlich angekündigt, dass für die kommenden Jahre Einschnitte bei den Rübenpreisen zu erwarten seien. Entsprechend liefen bereits Gespräche über den Anbauvertrag für das Jahr 2027. „Auch wenn das noch weit weg erscheint: Unsere Landwirte legen ihre Anbauplanung früh fest und brauchen Planungssicherheit“, betont Wollenweber.
Nach Angaben des Zuckerrübenanbauerverbandes Südniedersachsen e. V. seien Rübenanbauer und Zuckerfabriken wirtschaftlich eng miteinander verbunden. „Wir sind trotz weiter steigender Produktionskosten auf den Feldern zu einjährigen Kompromissen bereit“, so Wollenweber. Gleichzeitig sei aus Sicht des Verbandes klar, dass sich Landwirte bei einer Erholung der Zuckerpreise und einer verbesserten Geschäftslage auch über deutliche Preisaufschläge beteiligen müssten.
Hoffnung mache dem Verband zufolge unter anderem die absehbare Reduzierung der Anbauflächen in Europa zur kommenden Aussaat im Frühjahr.