Holzminden (red). Die Unternehmensgruppe STIEBEL ELTRON ist insbesondere in den vergangenen fünf Jahren rasant gewachsen. 2020 konnte mit gut 700 Millionen Euro erneut ein Rekordumsatz vermeldet werden, 2021 wird diese Summe voraussichtlich deutlich übertroffen. „Im Vergleich zu 2015 wird sich der Umsatz mehr als verdoppelt haben. Dieses Wachstum ist vorrangig getrieben von einer immensen Nachfrage nach unseren Produkten aus dem Bereich „Erneuerbare Energien“ – also Wärmepumpen und Lüftungsgeräte“, so Geschäftsführer Dr. Nicholas Matten. „Daneben haben sich aber auch die Produktbereiche Warmwasser und elektrische Direktheizgeräte äußerst stabil gezeigt und ebenfalls positiv entwickelt.“ Angesichts der absehbaren weiteren weltweiten positiven Entwicklung in den Kernbereichen des Unternehmens wurde jetzt entschieden, die unterschiedlichen Produktionsstätten neu zu strukturieren.

„Holzminden ist und bleibt der Hauptstandort der Gruppe – nicht nur, was die zentrale Unternehmenssteuerung angeht, sondern auch als langfristig größter Produktionsstandort“, stellt Geschäftsführer Dr. Kai Schiefelbein klar. „Allerdings ist es sinnvoll und notwendig, dass wir uns an den Standorten jeweils auf Produktbereiche fokussieren. In dem Zusammenhang werden wir in Holzminden die Fertigung für den Produktbereich „Wärmepumpe“ massiv ausweiten. Es ist mindestens eine Verdopplung der Produktionskapazitäten bis 2026 geplant, die vorgesehenen Investitionen in die Wärmepumpenfertigung am Hauptstandort betragen bis 2024 rund 120 Millionen Euro.“ Die Fokussierung auf die umweltfreundlichen Heizungsanlagen in Holzminden bedeutet gleichzeitig die Notwendigkeit, die Fertigung der Durchlauferhitzer zu verlagern: „Schrittweise werden wir die Durchlauferhitzerfertigung an unseren Produktionsstandort nach Eschwege verlagern. Startschuss ist im ersten Quartal 2022, abgeschlossen sein soll das Projekt dann Ende 2023. Das ist nur konsequent angesichts der Tatsache, dass diese Produkte mittlerweile einen hohen Anteil Kunststoff besitzen und Eschwege unser Kunststoffkompetenzzentrum ist“, so Schiefelbein. Das Werk in Eschwege wird dafür noch einmal um einen weiteren Anbau erweitert. Etwa 130 Arbeitsplätze sind am Hauptstandort von der Verlagerung betroffen.

Rund 500.000 Durchlauferhitzer wurden zuletzt jährlich bei STIEBEL ELTRON in Holzminden produziert. Trotz der Verlagerung plant das Unternehmen keine Verringerung der Mitarbeiterzahl in Holzminden, sondern im Gegenteil einen Aufbau: „Wir wären absolut glücklich, wenn wir alle betroffenen Beschäftigten behalten und für Tätigkeiten im Wärmepumpenbereich gewinnen könnten“, sagt Personalleiterin Christiane Schäfers. „Dafür wird es auch eine Qualifizierungsoffensive geben.“ Bis 2026 sollen sogar zusätzlich rund 400 neue Arbeitsplätze in der Produktion in Holzminden entstehen.

Fotos: Stiebel Eltron