Grünenplan/Umhausen (red). Schnee, Eis und hochalpine Herausforderungen: All das erwartete die Teilnehmerinnen und Teilnehmer beim Stuiben-Trailrun 2026 im Ötztal. Das anspruchsvolle Bergrennen startet normalerweise in Umhausen und führt über 44 Kilometer sowie 3100 Höhenmeter. Aufgrund heftiger Schneefälle mussten die Veranstalter die Strecke in diesem Jahr jedoch kurzfristig ändern, da die Gefahr im hochalpinen Bereich zu groß geworden wäre.
So ging es stattdessen über 36 Kilometer und 1900 Höhenmeter – immer noch anspruchsvoll genug. Am Stuibenfall warteten allein 728 Treppenstufen in beeindruckender Architektur auf die Läuferinnen und Läufer. Hinzu kamen steile Bergauf-Passagen, die teilweise nur mithilfe von Seilsicherungen bewältigt werden konnten, sowie technisch schwierige Bergabstrecken mit hoher Sturzgefahr. Das Teilnehmerfeld war auf 200 internationale Starterinnen und Starter begrenzt.
Annike Wiedemann kämpft sich durch Schnee und Eis
Annike Wiedemann, Bergspezialistin der Hils-Läufer, nutzte den Lauf als Vorbereitung für ihren Saisonhöhepunkt, den Zugspitz-Ultratrail. In den Wochen vor dem Rennen hatte sie mit leichten muskulären Problemen zu kämpfen und war daher unsicher, welche Leistung möglich sein würde.
Wider Erwarten erreichte Wiedemann das Ziel ohne körperliche Beschwerden. Auf den ersten vier Kilometern war noch schnelles Laufen möglich, wodurch sie sich zunächst in den Top 20 platzierte. Nach den ersten extrem steilen Anstiegen, bei denen sich die Teilnehmenden teils an Knotenseilen hochziehen mussten, arbeitete sie sich bereits auf Rang 15 vor.
Schwierige Passagen und sturzreiche Abfahrten
Anschließend folgte der technisch schwierigste Abschnitt des Rennens: Auf Schnee und Eis ging es steil bergab. Dort wurde Wiedemann von einigen Läuferinnen überholt. Immer wieder kam es zu Stürzen – auch Wiedemann stürzte mehrfach, blieb jedoch unverletzt.
Zum Schluss warteten noch ein letzter Anstieg sowie laufbare Schlusskilometer. Diese nutzte Wiedemann, um sich erneut nach vorne zu arbeiten und ihren 15. Platz in der Gesamtwertung zu sichern. Ihre Zeit: 5:22 Stunden. Vor ihr platzierten sich ausschließlich Läuferinnen aus den Alpenregionen. Von den ursprünglich gemeldeten 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmern erreichten lediglich 150 das Ziel.
Es sind genau diese extremen Bergläufe, die Annike Wiedemann liegen. Für den Zugspitz-Ultratrail, den sie gemeinsam mit mehreren Hils-Läufern bestreiten wird, scheint sie bestens gerüstet. Dort warten 107 Kilometer durch die Berge – und die spannende Frage, wer ihr dort folgen kann.



Fotos: Lauftreff Hils