Holzminden (red). Im Rahmen einer Zeugnisübergabe konnten am 22. Juni 2026 die Absolventinnen und Absolventen des Schulabschlusskurses der Kreisvolkshochschule (KVHS) Holzminden ihre Zeugnisse entgegennehmen. Insgesamt acht Teilnehmende haben über den Weg der Nichtschülerprüfungen erfolgreich einen Schulabschluss erreicht. Sieben Absolventinnen und Absolventen erhielten den Realschulabschluss, eine Person den Hauptschulabschluss.
Neue Perspektiven durch den Schulabschluss
Für die Teilnehmenden bedeutet dieser Erfolg einen entscheidenden Wendepunkt in ihrem Leben. Der Schulabschluss eröffnet neue Perspektiven und ebnet den Weg in Ausbildung und Beruf: Zwei Absolventen streben nun eine Laufbahn bei der Bundeswehr an. Drei weitere werden eine erzieherische Berufsausbildung beginnen, während eine Teilnehmerin eine Ausbildung zur biologisch-technischen Assistentin aufnehmen wird und eine weitere eine kaufmännische Ausbildung. Ein Absolvent befindet sich derzeit noch auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz in der Landwirtschaft.
Lernen mit „Kopf, Herz und Hand“
Der Schulabschlusskurs lief von Januar 2025 bis Juni 2026 und bereitete die Teilnehmenden gezielt auf die Nichtschülerprüfungen vor. Dabei stand nicht allein die Vermittlung von Fachwissen im Mittelpunkt. Das pädagogische Konzept orientierte sich am Prinzip des Lernens mit „Kopf, Herz und Hand“. „Lerninhalte wurden möglichst anschaulich und greifbar gestaltet und mit Fallbeispielen aus dem Alltag verknüpft. Dadurch sollte ein nachhaltiger Alltagstransfer sowie verhaltensrelevantes Lernen gefördert werden“, berichtet die langjährige Kursleiterin und Pädagogin der KVHS Holzminden, Katharina König-Brittner.
Wertschätzung und individuelle Förderung
Das Team des Kurses setzte auf eine wertschätzende und lösungsorientierte Arbeitsweise. „Gerade die Wahrnehmung und Anerkennung auch kleinster Fortschritte und vorhandener Potenziale spielte eine wichtige Rolle, um die Selbstwirksamkeit und das Vertrauen der Teilnehmenden in die eigenen Lernfähigkeiten zu stärken“, betont Marcel Schürzeberg, Lehrkraft in dem Kurs.
Viele der Kursteilnehmenden kommen mit Misserfolgserfahrungen aus der eigenen Schulzeit in den Kurs. Daher stehen zu Beginn die grundlegenden Fragen im Raum: Was bedeutet Lernen überhaupt? Wie kann Lernen Spaß machen? Und welche Methode ist für mich die richtige? Der Kurs vermittelte daher auch Lernstrategien, eine positive Fehlerkultur und stärkte die Zuversicht, Herausforderungen erfolgreich bewältigen zu können.
Enge Zusammenarbeit bei den Prüfungen
Die Nichtschülerprüfungen wurden von der Prüfungsvorsitzenden Svenja Wittig, Schulleiterin der Oberschule Holzminden, begleitet. Die Zusammenarbeit zwischen der Oberschule Holzminden und der KVHS Holzminden wurde von allen Beteiligten als ausgesprochen vertrauensvoll und konstruktiv erlebt. Die Lehrkräfte des Schulabschlusskurses führen die Prüfungen gemeinsam mit Zweitprüferinnen und Zweitprüfern aus den Oberschulen des Landkreises Holzminden durch. Diese enge Kooperation mit den Schulen im Landkreis Holzminden trägt zu einem reibungslosen Ablauf der Prüfungen bei und schafft für die Teilnehmenden verlässliche Rahmenbedingungen auf dem Weg zu ihrem Schulabschluss.
Neuer Kurs startet im September
Die erfolgreichen Abschlüsse zeigen, dass individuelle Begleitung, ein wertschätzendes Lernumfeld und das Vertrauen in die Fähigkeiten jeder einzelnen Person wichtige Voraussetzungen dafür sind, neue Bildungs- und Berufswege zu eröffnen. Die Zeugnisübergabe markiert für die Absolventinnen und Absolventen daher nicht nur das Ende eines Kurses, sondern den Beginn neuer Perspektiven und Chancen. Dass diese Bildungswege eröffnet werden können, ist auch der Förderung durch den Landkreis Holzminden zu verdanken, der damit einen wichtigen Beitrag zur beruflichen und gesellschaftlichen Teilhabe junger Menschen in der Region leistet.
Ein neuer Schulabschlusskurs ist bereits geplant und soll am 1. September 2026 starten. Bei Interesse an einer Teilnahme ist Katharina König-Brittner unter
Foto: Sarah Horstmann