Eschershausen (red). Ein Vortrag zur aktuellen Antisemitismusdebatte findet am 20. April 2026 um 19 Uhr im MGH Eschershausen in der „Steinweg 20“ statt. Referent ist der Historiker Dr. Wolfram Ender.
Im Mittelpunkt stehen Thesen des australischen Genozidforschers Dirk Moses sowie des Hamburger Historikers Jürgen Zimmerer. Beide vertreten die Auffassung, dass Kolonialkriege – etwa des deutschen Kaiserreichs gegen die Herero – als Völkermord einzuordnen und damit mit dem Holocaust vergleichbar seien. Zugleich wird die Frage aufgeworfen, ob die starke Fokussierung auf den NS-Holocaust von kolonialen Verbrechen ablenke.
Historische Vergleiche im Fokus
Der Vortrag greift damit eine grundlegende Debatte auf: die Frage nach der Einzigartigkeit des Holocaust und seiner Vergleichbarkeit mit anderen historischen Verbrechen. Bereits im Historikerstreit ab 1986 wurde diskutiert, ob und in welchem Umfang etwa die Verbrechen Stalins und Hitlers miteinander verglichen werden können.
Dr. Wolfram Ender wird diese und weitere Aspekte in seinem Vortrag beleuchten. Die Veranstaltung ist gebührenfrei.