Holzminden (red). Das elektronische Vergabeverfahren ist bei öffentlichen Aufträgen inzwischen fester Bestandteil und ab bestimmten Schwellenwerten gesetzlich vorgeschrieben. Um Unternehmen bei der Anwendung zu unterstützen, haben die Wirtschaftsförderung und die Zentrale Vergabestelle des Landkreises Holzminden zu einer Informationsveranstaltung in die Berufsbildenden Schulen Georg-von-Langen BBS eingeladen. Mehr als 30 Unternehmen nutzten die Gelegenheit, sich über Abläufe zu informieren und Erfahrungen auszutauschen.
Landrat Michael Schünemann betonte zu Beginn, dass es ein wichtiges Ziel sei, möglichst viele regionale Betriebe bei Auftragsvergaben zu berücksichtigen, um die heimische Wirtschaft zu stärken. In diesem Zusammenhang sei auch die Gebäudewirtschaft des Landkreises als größter Auftraggeber vertreten gewesen. Der direkte Austausch solle dazu beitragen, offene Fragen frühzeitig zu klären.
Einblick in Verfahren und Herausforderungen
Für die Vergabeverfahren des Landkreises sowie größere Verfahren der Mitgliedsgemeinden ist ein spezialisiertes Vergabeteam zuständig. Jörg Hesse, der das elektronische Verfahren seit nahezu zehn Jahren begleitet, stellte den Teilnehmenden das System detailliert vor. Trotz europaweiter Ausschreibungen seien von 162 elektronisch abgewickelten Vergaben 75 Zuschläge an lokale Unternehmen gegangen. Das entspreche einem Anteil von 46,3 Prozent. Zusätzlich würden kleinere Vergaben direkt in den jeweiligen Fachbereichen des Landkreises abgewickelt.
Im Verlauf der Veranstaltung wurde deutlich, dass einige Unternehmensvertreterinnen und -vertreter mit einzelnen Abläufen Schwierigkeiten haben. Allerdings sei der Handlungsspielraum der Vergabestelle begrenzt, da das System weitgehend den gesetzlichen Vorgaben folge.
Um mehr Transparenz zu schaffen und Unsicherheiten zu reduzieren, plant der Landkreis weitere Schulungen zum elektronischen Vergabeverfahren. Termine sollen zeitnah angeboten werden. Darüber hinaus wurde den Unternehmen angeboten, sich bei Fragen direkt an die Ansprechpartner zu wenden. Im Anschluss an die Veranstaltung bestand die Möglichkeit, offene Punkte in Einzelgesprächen zu klären.
Foto: Landkreis Holzminden