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Mittwoch, 11. Februar 2026 Mediadaten Fankurve
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Höxter (TKu). Die Entscheidung ist gefallen - die Weserbrücke in Höxter wird abgerissen und durch einen Neubau ersetzt, wenn auch nicht sofort. Landesverkehrs- und Umweltminister Oliver Krischer (Grüne) hat am Dienstag persönlich in Höxter bestätigt, dass eine weitere Sanierung des maroden Bauwerks aus dem Jahr 1956 nicht mehr infrage kommt. Nach einem mehrjährigen Prüfverfahren haben Fachleute von Straßen.NRW und des Verkehrsministeriums dem Minister empfohlen, von Reparaturmaßnahmen abzusehen und stattdessen einen vollständigen Neubau zu planen.

„Das Bauwerk lässt sich theoretisch noch sanieren, aber das Risiko dabei ist zu hoch“, erklärte Krischer am Dienstag. Die Untersuchungen hätten gezeigt, dass Reparaturen die bestehende Statik der Spannbetonbrücke weiter schwächen könnten. Im schlimmsten Fall bestehe die Gefahr, dass die Brücke während oder nach einer Sanierung gar nicht mehr befahrbar wäre. „Das wäre dann mit jahrelangen Vollsperrungen verbunden, bis eine neue Brücke errichtet ist. Dieses Risiko wollen und können wir nicht eingehen“, so der Minister.

Der Landesbetrieb Straßen.NRW erhält nun unverzüglich den Auftrag, mit der Planung für den Neubau zu beginnen. Ziel ist es, spätestens im Jahr 2036 eine neue Weserbrücke fertigzustellen. Bis dahin soll die bestehende Brücke weiter genutzt werden können. Nach Einschätzung der Statik-Fachleute ist das Bauwerk bei Einhaltung der aktuellen Gewichtsbeschränkung weiterhin stabil und sicher. Fahrzeuge mit einem zulässigen Gesamtgewicht von mehr als 3,5 Tonnen dürfen die Brücke jedoch auch künftig nicht befahren. Die jetzige Situation ist das Ergebnis einer gescheiterten Sanierungsmaßnahme. Nachdem die Brücke bereits zuvor nicht mehr für den Schwerlastverkehr freigegeben war, wurde sie im Jahr 2022 für rund 4,8 Millionen Euro aufwendig ertüchtigt. Unter anderem wurde ein zusätzlicher Pylon errichtet und das Bauwerk mit Seilverankerungen stabilisiert. Kurz nach Abschluss der Arbeiten traten jedoch zahlreiche Risse auf. In der Folge musste die Brücke erneut für Lastwagen gesperrt werden. Ein später hinzugezogener externer Gutachter stellte fest, dass die statischen Berechnungen des beauftragten Tragwerksplaners nicht ausreichend gewesen waren. Die Investition erwies sich damit als nicht nachhaltig.

In den vergangenen drei Jahren wurden verschiedene Sanierungsvarianten intensiv geprüft. Bauingenieure, Planer und Fachbehörden berieten über mögliche Lösungen. Am Ende kamen sowohl Straßen.NRW als auch das Verkehrsministerium zu dem Ergebnis, dass eine erneute Instandsetzung mit erheblichen technischen und finanziellen Risiken verbunden wäre. „In jedem Fall wird die Brücke neu gebaut“, stellte Krischer klar. Der Neubau soll an historischer Stelle erfolgen, an der bereits seit dem Mittelalter ein Weserübergang besteht. Als Teil der Landesstraße L 755 wird die neue Brücke wieder für den Schwerverkehr ausgelegt sein. Bis zu 40 Tonnen sollen dann über die Weser rollen können. Damit soll die Funktion der Brücke als wichtige Verkehrsachse wieder vollständig hergestellt werden. Gleichzeitig kündigte der Minister an, dass Stadt und Kreis Höxter eng in die Planungen eingebunden werden. Auch Fragen des Lärmschutzes und der Verkehrsführung in der Innenstadt sollen dabei eine Rolle spielen.

Ein weiteres Thema ist die Bahnstrecke Paderborn–Höxter–Holzminden, die im Bereich der Brücke verläuft. Die Auswirkungen des Neubaus auf den Schienenverkehr müssten frühzeitig berücksichtigt werden, betonte Krischer. Ein kompletter Verzicht auf einen Weserübergang an dieser Stelle stehe jedoch nicht zur Debatte. Ohne die Brücke hätte die Innenstadt von Höxter keinen direkten Weserübergang mehr. Über die Kosten des Neubaus gibt es bislang nur Schätzungen. Zum Vergleich wird häufig der Neubau der Weserbrücke in Beverungen herangezogen, der 2023 mit Baukosten von rund 16,7 Millionen Euro fertiggestellt wurde. Angesichts deutlich gestiegener Baupreise gehen Beobachter davon aus, dass das Projekt in Höxter 20 Millionen Euro oder mehr kosten könnte.

Politisch stößt die Entscheidung überwiegend auf Zustimmung. Der heimische CDU-Landtagsabgeordnete Matthias Goeken sprach von einer wichtigen Klärung für die Stadt. Nun gebe es endlich Planungssicherheit. Entscheidend sei, dass der Neubau technisch solide geplant werde, da die örtlichen Gegebenheiten anspruchsvoll seien. Diskussionen über eine mögliche Südbrücke oder eine Änderung der Straßenbaulast seien erst am Ende des Planungsprozesses zu führen. Für die Bürgerinnen und Bürger bedeutet die Entscheidung vorerst, dass der Schwerlastverkehr weiterhin aus der Innenstadt herausgehalten wird. Wie lange dies politisch gewollt bleibt, dürfte in den kommenden Jahren noch für Diskussionen sorgen.

Foto: Thomas Kube

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