Eschershausen (kp). Zugegeben, der Start in Eschershausen war für Adriano Bove bescheiden. Dabei lag es nie daran, dass seine Eisspezialitäten keine Abnehmer gefunden hätten. Im Gegenteil: Das nach eigener Rezeptur hergestellte Eis hat in den vergangenen Jahren sogar gleich mehrere sogenannte „Eis-Festivals“ gewonnen. Doch als der 50-jährige Ladenbesitzer im Februar letzten Jahres das Eiscafé übernommen hatte, ist Deutschland nur wenige Wochen später in den ersten Lockdown gegangen. „Corona war und ist immer noch schwer für uns alle“, resümiert er fast diplomatisch.

Ein gutes Jahr später sieht es ähnlich aus. Noch bis in den Mai zog sich der zweite Lockdown ein halbes Jahr lang hin, in der die Gastronomie Monate vollständig geschlossen war. Immerhin durfte Adriano Bove unter strengen Hygienemaßnahmen ein wenig Eis „an der Theke“ verkaufen, mit der Öffnung der Gastronomie dürfen nun auch wieder Gäste kommen und verweilen. Untätig ist der leidenschaftliche Gastronom in der Zeit des Lockdowns nicht geblieben. „Wir haben eine neue Inneneinrichtung bekommen“, sagt er. Zusammen mit seiner Lebensgefährtin Adriana Neagu hat er den Lockdown genutzt, um unter anderem einen neuen Tresen und eine neue Eisvitrine zu installieren. „Jetzt freuen wir uns darauf, unseren Gästen hoffentlich bald alles präsentieren zu können“, fügt er hinzu.

Für ein wenig Vorsorge im Bereich Kreativität hat Adriano Bove auch schon gesorgt, denn: Bei im Durchschnitt 24 verschiedenen Eissorten versucht er jeden Monat drei neue Geschmacksrichtungen gegen drei alte zu tauschen. „Ich frage die Kunden manchmal, was sie sich gerne noch wünschen würden“, schmunzelt er. Und wenn einzelne Wünsche vermehrt geäußert werden, setzt er sich hin und bastelt an der Rezeptur. „In diesem Monat probiere ich ganz neu das Lakritz-Eis aus“, offenbart er den aktuellen Kundenwunsch. Dass Adriano Bove, der mit seiner Lebensgefährtin extra von Bad Gandersheim nach Eschershausen gezogen ist, noch viel vor hat, zeigen seine Pläne für die Zeit nach Corona. „Vielleicht werde ich dann auch in Stadtoldendorf ein Eiscafe aufmachen“, sagt er. Die Homburgstädter würde es freuen.

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