Holzen (red). Am Montag, den 27. Januar 2020 jährt sich zum 75. Mal die Befreiung der Vernichtungs- und Konzentrationslager in Auschwitz. Seit 1996 ist dieser Tag in Deutschland ein gesetzlich verankerter Gedenktag an die Opfer. Im Kreis Holzminden finden die entsprechenden Gedenkveranstaltungen wie an vielen anderen Orten auch am darauffolgenden Sonntag, den 02. Februar statt. In diesem Jahr beginnen die Gedenkfeierlichkeiten nicht wie üblich auf dem Holzener Ehrenfriedhof, sondern werden gleich im Dorfgemeinschaftshaus der Gemeinde abgehalten.

Der Holzener Ehrenfriedhof ist die eigentliche zentrale Gedenkstätte für die Opfer des Nationalsozialismus im Landkreis Holzminden. Hierher laden der Landkreis, der Heimat- und Geschichtsverein (HGV) und die Gemeinde Holzen traditionell zu einer öffentlichen Kranzniederlegung ein, weil dort ein von italienischen Militärinternierten errichteter Gedenkstein und mehrere Grabmäler für im Holzener KZ-Außenlager Buchenwald umgebrachte Inhaftierte stehen. Weil der Friedhof im vergangenen Jahr aber vermutlich durch Wildschweine stark in Mitleidenschaft gezogen wurde, ist eine Begehung derzeit nicht möglich.

Stattdessen findet die Gedenkveranstaltung diesmal gleich um 15 Uhr im Holzener Dorfgemeinschaftshaus statt. Landrat Michael Schünemann wird dort zunächst eine Rede halten. Anschließend wird das neue Buch von Klaus Kieckbusch über die Verfolgung während des Nationalsozialismus im Landkreis Holzminden durch die Vorsitzende des HGV, Marlies Grebe, vorgestellt. Musikalisch umrahmt wird die Veranstaltung durch die Musikschule Holzminden.   

Im nächsten Jahr wird der Holzener Ehrenfriedhof aller Voraussicht nach zum Gedenktag wieder hergerichtet sein. Die zuständige Samtgemeinde Eschershausen-Stadtoldendorf hat beim Land für die Instandsetzung entsprechende Fördermittel beantragt, nach dem Bescheid werden die notwendigen Arbeiten dann schnell angegangen.