Holzminden (red). Gemeinsam haben das Agaplesion Evangelische Krankenhaus Holzminden und die Johanniter Unfallhilfe am Samstag das gute Wetter genutzt, um Marktbesuchern und Passanten die lebensrettenden Maßnahmen bei einem Herzstillstand näher zu bringen. Nicht nur das Erlernen der richtigen Technik stand dabei im Vordergrund, sondern auch der Abbau von Berührungsängsten und die Motivation selbst tätig zu werden und zu helfen. Denn die Maßnahmen zur Wiederbelebung eines Menschen sind einfach. Jeder kann es oder kann andere anleiten.

So wurden mit mehr als 100 Passanten jeden Alters an Übungspuppen Handgriffe geübt und Informationsmaterialien verteilt. Dabei stand die leicht zu merkende Botschaft der Reanimation im Vordergrund: „PRÜFEN. RUFEN. DRÜCKEN!“. Prüfen, ob die Person noch atmet. Unter der europaweit gültigen Notrufnummer 112 den Rettungsdienst rufen. Fest und mindestens 100 Mal pro Minute in der Mitte des Brustkorbs drücken und nicht aufhören, bis Hilfe eintrifft.

Leider ist die Helferquote in Deutschland im internationalen Vergleich zu gering. Die Mundzu-Mund-Beatmung, vor der sich viele ekeln, ist bei der Wiederbelebung zweitrangig: Mit einer Herz-Druck-Massage werden Gehirn und Organe bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes ausreichend mit Sauerstoff versorgt. „Ein plötzlicher Herzstillstand kann jeden treffen - deshalb sollte auch jeder in der Lage sein, im Notfall einfache und lebensrettende Sofortmaßnahmen zu ergreifen“, erklärt Dr. med. Philipp Theiler, Oberarzt Medizinischen Klinik - Kardiologie des Holzmindener Krankenhauses.

„Mit der Erhöhung der Wiederbelebungsrate durch Laienhelfer könnten in Deutschland jährlich ca. 5.000 Menschenleben gerettet werden“, sagt der Arzt. Lebensrettende Sofortmaßnahmen sollten deshalb nicht erst ins Bewusstsein rücken oder zum Thema werden, wenn die Notsituation da ist oder war. Da der letzte Erste Hilfe Kurs in der Regel schon länger zurück liegt, ist es wichtig, das Reanimationswissen aufzufrischen und für den Notfall gewappnet zu sein.

Foto: Agaplesion