Stadtoldendorfd (sl). Wie ist Stadtoldendorf entstanden? Was hat es mit der Homburg auf sich? Und wie wurde der Buntsandstein im Weserbergland verwendet? Auf all diese Fragen und darüber hinaus gibt die Gästeführerin Roswitha Loock eine Antwort. Bereits das dritte Jahr in Folge führt die ausgebildete Gästeführerin unter dem Projekt „Landsommer Weserbergland“ ihre Teilnehmer durch Stadtoldendorf und Umgebung und erklärt mit Liebe zum Detail die historischen Gegebenheiten. Über die Gästeführungen von Landsommer hatte der Blickpunkt in der letzten Ausgabe bereits berichtet.

Die ursprünglich aus dem Rheinland stammende Gästeführerin habe sich nach ihrer Aufgabe als Mutter und Hausfrau Zeit für sich genommen. Neben einigen anderen Hobbys habe sie sich auf die Ausschreibung der Ländlichen Erwachsenenbildung in Niedersachsen e.V. beworben. Gesucht seien Personen gewesen, die sich zur Gästeführerin oder zum Gästeführer ausbilden lassen wollten. Mit Begeisterung habe Loock an der Ausbildung teilgenommen, die im Herbst 2014 begonnen hatte und mit der Prüfung im Juli 2015 endete. Während ihrer Ausbildung lernte die engagierte „Hobby-Historikerin“ viel über Stadtoldendorf und das Weserbergland kennen. Zwei Chroniken habe sie sich erarbeitet. Neben dem Geschichtlichen habe die damals angehende Gästeführerin aber auch viel über Baustile, Landwirtschaft, Forstwirtschaft, frühere Leben, Klöster und Kirchen gelernt. Für die Prüfung habe sie sich ein Thema aussuchen können. Sie wählte selbstverständlich Stadtoldendorf und musste dafür eine umfassende schriftliche Abhandlung einreichen. Die Prüfung fand vor realen Gästen statt.

Während ihrer Ausbildung habe sie sich Materialien und Informationen vor Ort besorgt. Einige unbekannte Details seien dabei ans Tageslicht gekommen und vieles, was von außen unscheinbar erschien, habe sich als Sensation für ihre Führung entpuppt. „Wir können froh sein, in der jetzigen Zeit leben zu dürfen“, stellte sie fest. Ihre Führungen seien für jedermann geeignet, die geschichtlich interessiert seien. Kinder seien immer gerne gesehen. Für die Touren müssen keine Voranmeldungen erfolgen. Neben den festgelegten Führungen führe Loock auch Führungen auf Grund individueller Wünsche durch.

Stadtoldendorf unter der Homburg

Die Stadtführung beginnt an der Kirchstraße 4 und führt die Gäste auf eine Zeitreise in die Entstehung von Stadtoldendorf bis in die Gegenwart. Dabei werde eine Vielzahl von Einflüssen auf das gesellschaftliche Leben der Region zur Sprache gebracht, wie zum Beispiel der Eisenbahnbau, der Leinenhandel, der Gipsabbau. Mitgehende erfahren viel Neues und lernen Stadtoldendorf aus einem anderen Blickwinkel kennen.  

Sandsteinerlebniswanderweg Arholzen

Seit zwei Jahren leite sie die Führung auf dem Sandsteinweg in Arholzen. Wie Loock erzählte, gebe es bis zu 80 Sandsteinarten und die Geschichte der Geologie reiche bis ins Erdmittelalter vor 250 Millionen Jahren zurück. Weitere Themen seien das Leben der Arholzener, die Besonderheiten des Sandsteins und Bearbeitungstechniken von früher. Auch die errichtete Bahnstrecke von 1860 werde in der Führung erwähnt. Ebenso erleben die Wanderer die Schönheit der Natur im Beverbachtal.

Durch den Homburgwald bei Stadtoldendorf zur Burgruine  

Bei der neusten Führung gehe es durch den Homburgwald entlang der Gipsabbrüche und Kirchenruine zum Jugendwaldheim 25 Eichen. Neben etlichen historischen Spuren könne ein alter Backofen bestaunt und zur Homburg aufgestiegen werden. Die Termine für das nächste Jahr werden schon bald festgelegt, das Heft der Gästeführungen in den Landkreisen Hameln-Pyrmont, Holzminden und Schaumburg gehe Ende des Jahres in Druck. Die ungemütliche Jahreszeit nutze Loock für Fortbildungen. Wer mehr über die Führungen erfahren möchte, erreicht die Gästeführerin Roswitha Loock unter der Tel.: 05532 2563.



Fotos: rus, sl