Eschershausen (r). Zum Weser-Ith News-Artikel vom 19. Juni über die Infoveranstaltung Westumgehung Eschershausen

Am 18. Juni folgten viele interessierte Bürger, insbesondere Anwohnerinnen und Anwohner der Borwelle und der umliegenden Straßen (Am Fried, Am Rebenring, Kappenbergstraße, etc.) der Einladung zu einer Infoveranstaltung zur neuen Westumgehung Eschershausen. Im Vorfeld hatte die fokussierte Trasse, die sogenannte Variante 1a (wenige Meter neben den Grundstücken und einer Talbrücke mit 23 Meter hohen Pfeilern) bereits große Diskussionen und vor allem Unbehagen bei uns Anliegern ausgelöst.

Da der Leiter der Hamelner Straßenbaubehörde Herr Brockmann (der an diesem Abend selbst nicht anwesend war) im TAH-Artikel vom 16. Juni noch zu einem frühzeitigen Dialog aufrief, hatten wir die Hoffnung noch nicht aufgegeben! Wir erinnern uns an seine Aussage: „Für mich ist wichtig, dass wir ins Gespräch kommen, und zwar frühzeitig. [...] In den Planungen ist noch nicht der letzte Strich gesetzt.“

Im Verlaufe des Abends stellten sich dann aber zwei gravierende Probleme heraus:

Zum einen war es das Format, wie die Bürgerinnen und Bürger informiert wurden. Auf viel zu engem Raum wurden zahlreiche Pläne ausgehängt, die ohne Fachwissen schwierig zu verstehen waren. Die wenigen Experten vor Ort konnten aufgrund der Vielzahl der Fragen nicht wirklich zu einer sachlich detaillierten Aufklärung beitragen. Eine einfache Präsentation zu Beginn der Veranstaltung mit anschließender Diskussion hätte uns viel Zeit und Nerven sparen können. Flyer oder Broschüren, um sich die Pläne im Nachgang zu Hause in Ruhe anzuschauen, gab es ebenfalls nicht.

Auf der anderen Seite war die Veranstaltung genau das, was Herr Brockmann zuvor nicht wollte: eine Alibi-Veranstaltung. Seine Stellvertreterin Frau Weiner-Kohl wies häufig darauf hin, dass wir doch unsere Wünsche äußern dürften, doch wenn wir dies taten, blockierte sie häufig und verwies darauf, dass dies nicht „im Rahmen ihrer Möglichkeiten“ sei – eine Antwort, die an diesem Abend wohl jeder von ihr zu hören bekam. Warum dann eigentlich so eine Veranstaltung, wenn unsere Wünsche doch nicht berücksichtigt werden wollen und die Planung für die Behörden so gut wie abgeschlossen ist?

Nach rund zweieinhalb Stunden zahlreicher und zum Teil auch sehr emotionaler Diskussionen kam die stellvertretende Leiterin der Straßenbaubehörde Frau Weiner-Kohl in einem kleinen Kreis beteiligter Personen dann zu dem Entschluss, „nichts Bewegendes“ aus den Gesprächen mitzunehmen, das sie zu einer Änderung des aktuellen Plans zwingen würde.

Ein enormer Wertverlust der anliegenden Häuser und Grundstücke, eine nachhaltige Zerstörung des Landschaftsbildes, gesundheitliche Schäden durch hohe Lärmbelastung und Emissionen – alles nichts Bewegendes?

Wir reden hier von Menschen, die ihr Leben lang dafür gearbeitet haben genau hier (!) ihren Wohnsitz aufzubauen, ihre Kinder groß zu ziehen und ihren Lebensabend zu genießen. Ganz zu schweigen von den jüngeren Generationen, die gerade erst begonnen haben, ihren Abtrag für Haus und Grundstück zu leisten.

Deshalb appellieren wir an alle Beteiligten: Eine Umgehungsstraße, die die Verkehrsbelastung aus einem Teil des Ortes einfach an einen anderen Platz verlegt, das widerspricht jeglicher Logik. Das Ziel muss es sein, eine bessere Verkehrsanbindung zu schaffen, die für alle Menschen vor Ort verträglich ist.

Unsere Botschaft an die Kommunal-, Landes- und Bundespolitik: Ja, wir sind uns der Bedeutung einer Ortsumgehung – insbesondere angesichts der demografischen und wirtschaftlichen Entwicklung des Raumes Südniedersachsen – bewusst und plädieren für eine bessere Verkehrsanbindung des Landkreises.

Aber wir sagen Nein zur aktuellen Variante, die auf Kosten der Anwohnerinnen und Anwohner entstehen soll!

Wir fordern einen Dialog und werden für unser aller Wohl kämpfen. Es gibt Alternativen. Ob teurer oder schwieriger umzusetzen, sie sind alle auf jeden Fall verträglicher für uns Anwohnerinnen und Anwohner – und das muss im Mittelpunkt stehen!

Kevin Russek und Julia Amos

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