Stadtoldendorf (kp). Mitglieder des Arbeitskreises Innenstadt-Entwicklung hatten Gesprächsbedarf: Seit längerer Zeit sieht man sich nicht mehr hinreichend durch den Rat der Stadt Stadtoldendorf unterstützt. Ratsmitglieder blieben den Arbeitskreissitzungen fern, heißt es. Sollen diese gemeinsamen Sitzungen doch eigentlich dem Ziel dienen, die Fußgängerzone attraktiver zu gestalten – so wie es das am 20. Februar dieses Jahres durch den Arbeitskreis verabschiedete Leitbild vorsehe.

Man habe das Gefühl, so die Vertreter des Arbeitskreises, dass der Bürgerentscheid vom 30. Oktober 2016, an den der Rat für zwei Jahre gebunden ist, ausgesessen werden solle. „Es gibt zwei Phasen“, erklärt Bernd Rojahn, „eine vor dem Bürgerentscheid mit einer regen Teilnahme auch durch Ratsmitglieder und eine Phase nach dem Bürgerentscheid, als die Teilnahme regelrecht nach unten ging.“

Entscheidend sei auch, dass das Leitbild, seitdem es vom Arbeitskreis verabschiedet wurde, lediglich einmal in einer Bauausschusssitzung behandelt worden sei und seitdem nicht wieder. Den Weg auf die Tagesordnung der letzten Ratssitzung hatte es nicht geschafft. Kurzfristig sei ein sehr wichtiges Thema vom Rat der Stadt Stadtoldendorf zu behandeln gewesen, erklärte Bürgermeister Helmut Affelt, welcher stellvertretend für den Rat an dem Klärungsgespräch teilnahm. Man wolle das Leitbild zudem nicht einfach so durch den Rat winken, sondern der Thematik in der Ratssitzung einen größeren Präsentationsraum bieten. So versprach der Bürgermeister, das Leitbild „Innenstadt-Entwicklung 2025“ endlich zum Gegenstand der nächsten, vermutlich im November stattfindenden Ratssitzung machen zu wollen.

Ein Beschluss durch den Rat sei auch insofern wichtig, da dieses mit vorformulierten Zielen und Grundsätzen verfasste Leitbild die Haltung des Stadtrates, der Verwaltung und des Arbeitskreises zusammenfasse und fortan als konzeptionelle Grundlage für die planerische Umgestaltung und für Einzelentscheide sei. Getreu nach dem vom Arbeitskreis ausgegebenen Motto: „Stadtoldendorfer Innenstadtentwicklung – eine Gemeinschaftsaufgabe!“

Was für konkrete Ziele stehen mittelfristig auf dem Plan?

Als Schwerpunkt erkennt der Arbeitskreis den Umbau des Bereichs Kellerstraße. Freiflächen durch abgerissene Häuser sowie der Kauf und Abriss weiterer Gebäude sollen zentrale Punkte bei der Umgestaltung sein. „(Dadurch) ergibt sich eine völlig neue Möglichkeit eines eigenständigen, verbindenden Charakterbildes zwischen Teichtorstraße und Marktplatz. Ein möglicher Ansatz der Neugestaltung ist die Idee der sogenannten ´grünen Lunge´“, heißt es dazu in dem Leitbild.

Bürgermeister Affelt betonte, dass der Rat stets positiv zum Arbeitskreis sowie zur Idee der grünen Lunge stehe. Schwierigkeiten bereite allerdings die Kontaktaufnahme zu Eigentümern der Objekte der Kellerstraße, die teilweise bis nach Zypern reiche. Kurzfristig seien diese Verhältnisse nicht zu bereinigen.

Als Übergangslösung sollen nun die Bauzäune mit Infomaterial und Skizzen geschmückt werden, damit sich alle Bürgerinnen und Bürger selbst ein Bild von den Planungen vor Ort machen können. Helmut Affelt sieht die Möglichkeit einer solchen Umsetzung bereits bis zum Ende dieses Jahres. Finanziert werden könnte dies durch Haushaltsmittel der Stadt. Eine Umsetzung zum Ende des Jahres könnte auch unter den Umständen nützlich sein, da der Arbeitskreis im Rahmen des Weihnachtsmarktes einen Infostand plant.