Holzminden/Kreiensen (red). Die Langsamfahrstelle auf der Bahnstrecke zwischen Holzminden und Kreiensen – genauer gesagt zwischen Vorwohle und Naensen – sorgt weiterhin für Unsicherheit bei Pendlerinnen und Pendlern. Die planmäßige Umsteigezeit von fünf Minuten gilt schon länger als knapp bemessen.
2024 war entlang der Strecke ein rund 30 Zentimeter breiter und etwa 30 Meter langer Riss an einem Hang festgestellt worden. Dieser wurde zunächst mit Wasserbausteinen gesichert. Ende des vergangenen Jahres traten jedoch weitere Risse auf. Wegen eines möglichen Steinschlagrisikos richtete die Deutsche Bahn daraufhin eine sogenannte Vorsicht-Langsamfahrstelle ein und begrenzte die Geschwindigkeit der Züge auf fünf Kilometer pro Stunde.
Sofortmaßnahme angekündigt
Nach Angaben des CDU-Landtagsabgeordneten Uwe Schünemann soll nun kurzfristig eine erste Sanierungsmaßnahme erfolgen. Wie Schünemann nach einer Sitzung der Parlamentariergruppe Bahn mitteilte, werde umgehend eine Sofortmaßnahme durchgeführt. Diese solle spätestens in zwei Wochen abgeschlossen sein.
Nach Abschluss der Arbeiten könnten die Züge die betroffene Stelle wieder mit bis zu 20 Kilometern pro Stunde passieren. Die Verzögerung im Fahrplan würde sich dadurch voraussichtlich auf etwa eine Minute reduzieren.
Für Mai ist nach Angaben Schünemanns eine weitere Sanierung vorgesehen. Danach soll an dieser Stelle keine Geschwindigkeitsreduzierung mehr notwendig sein. Allerdings handele es sich zunächst weiterhin um eine provisorische Lösung.
Größere Modernisierung geplant
Eine Anpassung des Fahrplans mit längeren Umsteigezeiten in Kreiensen sei derzeit nicht vorgesehen. Nach Darstellung Schünemanns werde eine solche Anpassung erst im Zuge einer umfassenden Modernisierung und Teil-Elektrifizierung der Strecke möglich sein.
In diesem Zusammenhang ist vorgesehen, künftig batteriebetriebene Züge einzusetzen. Dadurch könne die Fahrzeit auf der Strecke deutlich verkürzt werden. Nach Angaben Schünemanns sei die Wirtschaftlichkeit dieser Maßnahme bereits gutachterlich bestätigt worden. Die Kosten für die Modernisierung werden auf rund 240 Millionen Euro geschätzt.