Kreis Holzminden (red). Nach dem Koordinationskreis „Armut“ sprechen sich auch Bündnis 90/Die Grünen für die Weiterführung des Sozialtickets nach dem Sommer aus. Für die Kreistagssitzung am Montag, den 4. Juni haben sie daher einen Eilantrag gestellt, damit dass für Bezieher geringer Einkommen besonders günstige Ticket-S nach der Modellphase auch weitergeführt wird. „Das Sozialticket ist überaus erfolgreich, schafft bessere Mobilität für Alleinerziehende und Sozial Schwache und sorgt für eine bessere Ausnutzung der Busse im Kreis“, sagte der Kreistagsabgeordnete Christian Meyer zur Begründung.

Das Sozialticket wurde auf Initiative von Rot-Grün 2016 eingeführt um für sozial Schwache die Mobilität im Ländlichen Raum zu erhalten. Arbeitslose, Alleinerziehende und Geflüchtete bekommen so verbilligte Wochen- und Monatskarten für den öffentlichen Nahverkehr. Das Ticket-S gilt nicht nur im Kreis, sondern auch bei Fahrten nach Hameln, Bad Pyrmont, Alfeld oder Einbeck.

Für Familien lohnt es sich besonders, denn bis zu vier Kinder können kostenlos mitgenommen werden. Wer zum Beispiel Arbeitslosengeld I oder II – besser bekannt als Hartz 4 – aber auch Wohngeld oder Kinderzuschlag bezieht, kann das Ticket-S beantragen. Holzminden war damit ein Vorreiter in Niedersachsen. Nach einem Jahr lobte die Verwaltung und die Busunternehmen das Ticket als „gute Sache“, bewährt und "gut angenommen".

Mittlerweile fast 500 Menschen nutzen im Kreis das Sozialticket. Am 31. Juli 2018 endet die Modellphase. Wie die Sozialverbände im Koordinationskreis Armut fordert die grüne Kreistagsfraktion daher eine Aufnahme des Sozialtickets über den Sommer hinaus. „Ein solch gutes Angebot darf jetzt nicht sterben“, sagte Meyer.

Mit einem Eilantrag für die Kreistagssitzung am Montag, soll der Antrag begründet und dann in den Sozialausschuss überwiesen werden. Die Grünen hoffen ähnlich wie beim Sozialfonds, der nach Empfehlung des Sozialausschusses weitergeführt werden soll, auf breite Zustimmung bei den anderen Fraktionen. Für die Grünen sorgt das Ticket nicht nur für mehr Soziale Gerechtigkeit, sondern auch für etwas vollere Busse. „Es hat doch keinen Sinn mit teuren Ticketpreisen leere Busse durch die Gegend fahren zu lassen. Mobilität ist gerade für Arbeitssuchende, Alleinerziehende oder Geflüchtete ganz wichtig, um Behördengänge, Jobsuche und Alltagsangelegenheiten nachgehen zu können.

Daher sind soziale Preise vernünftig. Ohne Auto ist man in vielen Dörfern auf den ÖPNV angewiesen“, sagte Fraktionssprecher Peter Ruhwedel.

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