Mittwoch, 17. Juni 2026 Mediadaten Fankurve
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Hameln (red). Brennnesseln gelten vielen Menschen noch immer als lästiges Unkraut, das Juckreiz verursacht, stört und möglichst schnell aus dem Garten verschwinden soll. Dabei steckt in der Brennnessel viel mehr Leben, als man auf den ersten Blick vermutet: Zahlreiche Schmetterlingsraupen finden an ihr Nahrung, Schutz und einen Ort für ihre Entwicklung. Genau darauf macht die Aktion „Raupen an Brennnesseln“ von NABU und NABU|naturgucker aufmerksam, bei der Naturfreundinnen und Naturfreunde bis zum 8. Juli Raupenfunde an Brennnesseln melden können.

Wichtige Lebensräume auch nach dem „mähfreien Mai“

„Der mähfreie Mai ist zwar beendet, doch auch im Juni bleiben ungemähte Bereiche und naturnahe Strukturen in unseren Gärten enorm wichtig“, sagt Lamin Neffati, Pressesprecher des NABU Niedersachsen. „Brennnesseln und andere heimische Wildpflanzen erhöhen die ökologische Wertigkeit unserer Grünflächen spürbar. Sie bieten Nahrung, Schutz und Entwicklungsräume für Falter und viele weitere Arten. Dieses vermeintliche Unkraut trägt seinen Namen daher völlig zu Unrecht.“

Für viele Schmetterlingsarten ist die Brennnessel eine zentrale Futterpflanze. Mehr als 30 heimische Falterarten sind auf sie angewiesen. Besonders die Raupen von Admiral, Kleinem Fuchs, Tagpfauenauge, Landkärtchen, C-Falter und Nesselzünsler nutzen Brennnesseln als Nahrungsquelle und geschützten Entwicklungsort.

Brennnesseln helfen Schmetterlingen

Wer eine Brennnessel stehen lässt, schafft damit also nicht nur Platz für eine robuste Wildpflanze, sondern auch für künftige Schmetterlinge und damit einhergehend ein buntes Treiben im Garten.

Die Meldeaktion soll helfen, mehr über die Verbreitung und Entwicklung dieser Arten zu erfahren. Denn wie viele andere Insektenbestände gehen auch Schmetterlingsbestände seit Jahren zurück. Selbst einst häufige Arten werden auch in Niedersachsen seltener. Daten aus der Bevölkerung können dabei helfen, Veränderungen frühzeitig zu erkennen und Schutzmaßnahmen besser auszurichten.

Schmetterlinge gelten als wichtige Bioindikatoren, weil sie empfindlich auf Veränderungen ihrer Umwelt reagieren.

Der Admiral und die Brennnessel

Wie eng das Leben mancher Falter mit der Brennnessel verbunden ist, zeigt der Admiral besonders eindrucksvoll. Für ihn ist die Pflanze nicht nur Nahrung, sondern ein kompletter Lebensraum. Eiablage, Raupenentwicklung, Verpuppung und Schlupf des fertigen Falters finden an der Brennnessel statt.

„Wer im Garten eine wilde Ecke inklusive Brennnessel zulässt, leistet einen ganz konkreten Beitrag zum Insektenschutz“, so Neffati. „Es muss nicht der ganze Garten wild werden. Schon kleine Bereiche, die nicht gemäht und nicht aufgeräumt werden, können für Raupen, Falter und viele weitere Tiere entscheidend sein.“

Raupenfunde bis zum 8. Juli melden

Mitmachen ist einfach: Wer im Garten, am Wegesrand oder bei einem Spaziergang Brennnesseln entdeckt, sollte die Pflanzen genau anschauen. Im Sommer können sie zu echten Raupen-Hotspots werden. Gefundene Raupen können fotografiert und anschließend gemeldet werden. Wer unsicher ist, welche Art er gefunden hat, kann den Insektentrainer des NABU zur Bestimmung nutzen.

Insektentrainer: www.insektentrainer.de

Raupen melden: www.NABU.de/raupen-melden

Foto: NABU/Frank Hecker

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