Emmerthal/Grohnde (red). Das Niedersächsische Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz hat die zweite und damit letzte Rückbaugenehmigung für das Atomkraftwerk Grohnde erteilt. Damit können nun weitere zentrale Rückbauarbeiten umgesetzt werden, darunter der Abbau des Reaktordruckbehälters sowie des ihn umgebenden biologischen Schildes.
Mit der Genehmigung liegen nun sämtliche erforderlichen Voraussetzungen für den vollständigen Rückbau der Anlage vor. Das Atomkraftwerk Grohnde befindet sich damit endgültig im Rückbau und wird nicht wieder in Betrieb gehen.
Ministerium spricht von endgültigem Rückbau
Niedersachsens Umweltminister Christian Meyer erklärte dazu: „Mit der nun erteilten letzten Rückbaugenehmigung eines niedersächsischen Atomkraftwerks und der Kernbrennstofffreiheit des Reaktorgebäudes schaffen wir Klarheit und die Voraussetzungen für den sicheren und nachhaltigen Rückbau des Atomkraftwerks Grohnde.“
Der Rückbau müsse sicher, transparent und unter strenger atomrechtlicher Aufsicht erfolgen. Ziel sei ein zügiger, kompetenter und zugleich verantwortungsvoller Rückbau der kerntechnischen Anlage.
Gleichzeitig werde in der Region bereits an der zukünftigen Nutzung des Standorts gearbeitet. Am Standort Grohnde ist nach Angaben des Ministeriums ein Energiecluster Emmerthal mit großen Batteriespeichern, Freiflächen-Photovoltaik und einem Umspannwerk geplant.
Minister Meyer begrüßte ausdrücklich diese Ausrichtung auf erneuerbare Energien. Der Landtag hatte dafür bereits Landesflächen gegenüber dem AKW-Gelände verkauft und für ein großes Umspannwerk zur Verfügung gestellt.
Rückbau läuft bereits seit Anfang 2024
Die erste Stilllegungs- und Rückbaugenehmigung für das Atomkraftwerk Grohnde war bereits im Dezember 2023 erteilt worden. Grundlage dafür war eine Umweltverträglichkeitsprüfung mit Öffentlichkeitsbeteiligung.
Die nun erteilte zweite Genehmigung basiert auf einem Antrag der Betreiberin PreussenElektra aus dem Jahr 2024. Damit liegen nun alle erforderlichen Genehmigungen für den vollständigen Rückbau der Anlage vor. Dieser soll bis zum Jahr 2039 abgeschlossen werden.
Danach soll das Gelände für eine Nachnutzung bereitstehen. Derzeit sind am Standort rund 500 Personen beschäftigt.
Das Atomkraftwerk Grohnde war im Rahmen des bundesweiten Atomausstiegs am 31. Dezember 2021 endgültig abgeschaltet worden. Seit Anfang 2024 befindet sich die Anlage offiziell im Rückbau.
Weitere Meilensteine bereits erreicht
Anfang April 2026 wurden nach Angaben des Ministeriums zwei weitere wichtige Meilensteine erreicht. Am 7. April wurden die letzten Brennelemente aus dem Reaktorgebäude in einen Castor-Behälter überführt und in das Zwischenlager Grohnde gebracht. Damit gilt das Reaktorgebäude nun als kernbrennstofffrei.
Bereits seit dem 30. März 2026 liegt außerdem die Genehmigung für die Nutzung der neuen Transportbereitstellungshalle für schwach- und mittelradioaktive Abfälle vor.
Ab Herbst 2026 beginnt einer der technisch anspruchsvollsten Abschnitte des Rückbaus: die Demontage der Einbauten des Reaktordruckbehälters. Der erste Schnitt ist derzeit für Anfang 2027 vorgesehen. Dieser Abschnitt des Projekts soll nach derzeitiger Planung Mitte 2028 abgeschlossen sein.