Freitag, 17. April 2026 Mediadaten Fankurve
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Hameln (red). Die Entschärfung einer Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg stellt die Stadt Hameln und die Einsatzkräfte vor eine außergewöhnliche Herausforderung. Rund 8.500 Menschen in den Stadtteilen Afferde, Rohrsen, am Basberg und im Hottenbergsfeld müssen am Sonntag, 26. April, ihre Wohnungen bis spätestens 7 Uhr verlassen. Damit fällt die Evakuierung deutlich größer aus als zunächst angenommen.

Deutlich mehr Betroffene als zunächst erwartet

Die Dimensionen der an der Springer Landstraße gefundenen Bombe sind erheblich: Statt ursprünglich vermuteter 200 Kilogramm Sprengstoff wurden rund 450 Kilogramm festgestellt. Der Evakuierungsradius wurde auf 1500 Meter ausgeweitet. Während zunächst von etwa 3.500 betroffenen Personen ausgegangen wurde, stieg die Zahl nach genauer Auswertung aller Straßen und Adressen schließlich auf rund 8.500.

Notunterkunft und Shuttle-Service eingerichtet

Für Bürgerinnen und Bürger, die am Evakuierungstag keine private Unterkunft finden, richtet die Stadt eine Notunterkunft in der Rattenfängerhalle ein. Zusätzlich wird ein kostenloser Shuttle-Service angeboten: Zwischen 5.30 und 7 Uhr bringen barrierefreie Gelenkbusse die Menschen aus den betroffenen Wohngebieten zur Halle und nach der Entschärfung wieder zurück. Die Tiefgarage unter der Rattenfängerhalle kann an diesem Tag kostenfrei genutzt werden.

Unterstützung für Hilfsbedürftige

Menschen, die krank oder pflegebedürftig sind oder ihre Wohnung nicht selbstständig verlassen können, erhalten Unterstützung. Die Stadt organisiert Transporte sowie bei Bedarf eine vorübergehende Unterbringung, etwa in Pflegeeinrichtungen. Betroffene oder Angehörige werden gebeten, sich beim Bürgertelefon unter 0800/4263565 zu melden. Dieses ist montags bis donnerstags von 9 bis 15 Uhr sowie freitags von 9 bis 13 Uhr erreichbar.

Feuerwehr und Polizei im Großeinsatz

Ab 7 Uhr beginnt die systematische Kontrolle des Evakuierungsgebietes durch rund 480 Einsatzkräfte der Feuerwehr. Straße für Straße und Haus für Haus wird überprüft, ob sich noch Personen im Sperrgebiet aufhalten. Dabei kommen auch Drohnen zum Einsatz. Die Polizei sperrt sämtliche Zufahrten ab und kontrolliert den Zugang zum Gebiet. Zusätzlich sichert eine Reiterstaffel aus Hannover den Bereich am Schweineberg.

Wichtige Hinweise für Anwohner

Die Stadt bittet alle Betroffenen, vor dem Verlassen ihrer Wohnungen Lichtquellen, Bewegungsmelder und Zeitschaltuhren auszuschalten, um Fehlinterpretationen durch die Einsatzkräfte zu vermeiden. Im Zweifel müssten diese sonst Unterstützung anfordern und Wohnungen öffnen lassen, was zu Verzögerungen führen kann. Verstöße können als Ordnungswidrigkeit mit Bußgeldern von bis zu 5.000 Euro geahndet werden.

Zudem wird empfohlen, Fenster zu kippen, um mögliche Schäden bei einer eventuellen Sprengung zu reduzieren. Fahrzeuge sollten möglichst außerhalb des Evakuierungsbereichs abgestellt werden.

Entschärfung erst nach vollständiger Räumung

Erst wenn das Gebiet vollständig geräumt ist, kann der Kampfmittelbeseitigungsdienst Niedersachsen mit der Entschärfung beginnen. Nach Angaben des Sprengmeisters Thorsten Lüdeke werde alles unternommen, um eine sichere Entschärfung zu gewährleisten. Im schlimmsten Fall müsse die Bombe jedoch kontrolliert gesprengt werden.

Weitere Informationen stellt die Stadt Hameln unter www.hameln.de sowie über ihre Social-Media-Kanäle bereit.

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