Bad Pyrmont (red). Illegale Müllablagerungen an den Standorten der Altkleidercontainer im Stadtgebiet von Bad Pyrmont stehen zunehmend im Fokus der öffentlichen Diskussion. Auch ein aktueller Zeitungsbericht griff die Problematik auf. Die Stadtverwaltung, insbesondere das Ordnungsamt, beschäftigt sich bereits seit längerer Zeit intensiv mit dem Thema.
Entsorger ziehen sich zurück – Kommunen unter Druck
Nach Angaben der Stadt ist der Markt für Altkleiderentsorgung in den vergangenen Jahren nahezu zusammengebrochen. Immer mehr Entsorgungsunternehmen ziehen sich aus dem Geschäft zurück oder betreuen ihre Containerstandorte nicht mehr in ausreichendem Maße. Auch in Bad Pyrmont wurde die Zahl der Altkleidercontainer deutlich reduziert. In der Folge kommt es vermehrt zu wilden Müllablagerungen. Altkleider werden bei überfüllten Containern nicht wieder mitgenommen, sondern daneben abgestellt. Zusätzlich werden die Standorte zunehmend als Ablageflächen für jegliche Art von Müll missbraucht.
Auf Ebene des Landkreises hat sich zu der Problematik bereits vor einiger Zeit eine Arbeitsgruppe gebildet. Beteiligt sind die Kreisabfallwirtschaft, das Umweltamt des Landkreises sowie die kreisangehörigen Kommunen. Ziel ist es, zusätzliche Entsorgungsmöglichkeiten zu schaffen. Dabei wird insbesondere darauf hingewiesen, dass der Entsorgungspark in Hilligsfeld für Bad Pyrmont nur eingeschränkt praktikabel ist.
Kontaktaufnahmen der Stadt mit den zuständigen Entsorgungsunternehmen scheitern häufig daran, dass diese weder telefonisch erreichbar sind noch auf schriftliche Aufforderungen zur Leerung der Behälter reagieren. Ein zwangsweiser Abbau nicht betreuter Container wird von der Stadt ohne alternative Entsorgungsangebote derzeit als nicht zielführend eingeschätzt.
Konkret hat das Ordnungsamt einen Betreiber eines Containers, der auf einen Gehweg ausgerichtet war, mit Fristsetzung zur Standortverlagerung aufgefordert. Damit sollen unter anderem die vom Behindertenbeirat angesprochenen Probleme zugestellter Gehwege vermieden werden.
Aktuell konnte zudem aufgrund von Zeugenaussagen eine illegale Sperrmüllablagerung im Bereich des Standortes „Schützenplatz“ zur Anzeige beim Landkreis gebracht werden. Nach Angaben des Umweltamtes liegt der mögliche Bußgeldrahmen für solche Verstöße bei bis zu 25.000 Euro.
Zur Verbesserung des Reinigungszustandes ist der Bauhof der Stadt regelmäßig im Einsatz und beseitigt wilden Müll. Ohne diese zusätzlichen Leistungen würde sich die Situation nach Einschätzung der Stadt deutlich verschärfen. Der von der Kreisabfallwirtschaft bereitgestellte Container reicht jedoch bereits jetzt nicht mehr aus, um den wöchentlich anfallenden Müll zwischenzulagern. Auch der städtische Außendienst kontrolliert die Containerstandorte fortlaufend.
Die Stadt Bad Pyrmont richtet daher erneut einen eindringlichen Appell an die Einwohnerschaft, Altkleidercontainer ausschließlich für Altkleider zu nutzen und bei bereits gefüllten Containern keine weiteren Abfälle abzustellen. Festgestellte illegale Müllablagerungen werden konsequent zur Anzeige gebracht.
Hinweis: Im Einwohnermeldeamt sind für fünf Euro große Müllsäcke erhältlich, falls das Volumen der Restmülltonne vorübergehend nicht ausreicht.