Neuhaus (lbr). Nach dem Fund mehrerer Kampfmittel aus dem Zweiten Weltkrieg auf der Baustelle des neuen Feuerwehrgerätehauses in Neuhaus ist das Gelände derzeit abgesperrt, die Arbeiten ruhen. Wie die Stadt Holzminden bestätigt, soll zunächst eine gemeinsame Nachbesprechung erfolgen. Erst danach werde entschieden, wann und unter welchen Sicherheitsvorkehrungen die Bauarbeiten fortgesetzt werden können.
Auslöser des Großeinsatzes war ein gefährlicher Fund bei Erdarbeiten im Bereich der Straße „Am Roten Wasser“. Baggerfahrer Cord Bertram von der Jens Müller GmbH hatte nach eigenen Angaben plötzlich vier Panzerfaustköpfe in seinem Baggerlöffel. „Ich habe den Löffel erst einmal an den Bagger herangezogen und ein Foto gemacht, damit ich erkennen kann, was das überhaupt ist“, erklärt er im Interview mit der Redaktion. Angst habe er jedoch nicht gehabt. „Es hätte natürlich auch anders ausgehen können, aber es ist ja nichts passiert. Meine Frau hat sich mehr Sorgen gemacht als ich“, scherzt er.
Als Baggerfahrer sei er grundsätzlich auf mögliche archäologische oder militärische Funde geschult, doch einen Fund dieser Art habe er bislang noch nicht erlebt. Nachdem er die Kampfmittel entdeckt hatte, stoppte er die Arbeiten und informierte seine Geschäftsführung. Diese verständigte umgehend die Polizei.
Kontrollierte Sprengung direkt an der Fundstelle
Im Laufe des Nachmittags übernahm der Kampfmittelräumdienst die Lage. Nach Angaben der Stadt Holzminden zeigte sich schnell, dass ein Teil der Funde nicht mehr transportfähig war. Deshalb wurde eine kontrollierte Sprengung direkt vor Ort vorbereitet. Blaulicht, Straßensperren und zahlreiche Einsatzfahrzeuge prägten daraufhin das Bild in Neuhaus. Rund um die Fundstelle richteten die Einsatzkräfte einen Gefahrenbereich mit einem Radius von etwa 300 Metern ein. Zur Koordinierung der Maßnahmen aktivierte die Stadt Holzminden gemeinsam mit Polizei und Feuerwehr einen Stab für außergewöhnliche Ereignisse.
Entscheidung über Fortsetzung in den nächsten Tagen
Trotz des Zwischenfalls bleibt das Ziel bestehen, das neue Gerätehaus für die Feuerwehr Neuhaus möglichst zügig zu errichten. Bauunternehmer Jens Müller hofft, die Arbeiten bereits in der kommenden Woche in Abstimmung mit Kampfmittelräumdienst und der Verwaltung wieder aufnehmen zu können. Sein Unternehmen habe dafür bereits einen gepanzerten Bagger organisiert, um den eingesetzten Mitarbeiter zusätzlich zu schützen. Der Boden des Fahrzeugs sei aus Panzerplatten gefertigt, die Scheiben aus Panzerglas. „Mit einer normalen Maschine würde ich dort nicht gerne weiterarbeiten, aber in einem gepanzerten Fahrzeug ist das für mich kein Problem“, so Cord Bertram gelassen.
Auch die Stadt verfolgt das Ziel, den Bau des Feuerwehrgerätehauses so schnell wie möglich fortzusetzen. Wie und wann es auf der Baustelle konkret weitergeht, soll sich in den nächsten Tagen entscheiden.