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Freitag, 13. März 2026 Mediadaten Fankurve
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Neuhaus (awin). Blaulicht, Straßensperren und zahlreiche Einsatzfahrzeuge bestimmten am Mittwochabend das Bild in Neuhaus. Bei Bauarbeiten im Bereich der Straße „Am Roten Wasser“ waren mehrere Kampfmittel aus dem Zweiten Weltkrieg entdeckt worden. Nach Angaben der Stadt Holzminden stellte sich schnell heraus, dass ein Teil der Funde nicht mehr transportfähig war. Deshalb musste eine kontrollierte Sprengung direkt vor Ort vorbereitet werden.

Rund um die Fundstelle richteten die Einsatzkräfte einen Gefahrenbereich mit einem Radius von etwa 300 Metern ein. Um die Maßnahmen zu koordinieren, aktivierte die Stadt Holzminden gemeinsam mit Polizei und Feuerwehr einen Stab für außergewöhnliche Ereignisse. Auch Bürgermeister Christian Belke war Teil des Stabs und stand den Einsatzkräften und den evakuierten Anwohnern den gesamten Abend zur Seite. 

Häuser werden geräumt

Bereits am frühen Abend informierten die Behörden die Bevölkerung über die Warnapps BIWAPP und NINA. Zusätzlich fuhren Fahrzeuge mit Lautsprecherdurchsagen durch das betroffene Gebiet, um auf die notwendige Evakuierung hinzuweisen.

Polizei und Ordnungsamt begannen anschließend damit, den Gefahrenbereich zu räumen. In mehreren Trupps gingen Einsatzkräfte von Haus zu Haus und forderten Bewohnerinnen und Bewohner auf, ihre Wohnungen vorübergehend zu verlassen. Insgesamt lagen rund 75 Haushalte innerhalb des Sperrgebiets. Dieses wurde südlich durch die „Lindenstraße“, westlich durch den „Mönnekendamm“, nördlich durch den „Waldwinkel“ und ostwärts durch die L 549 begrenzt.

Viele Menschen verließen ihre Häuser mit Taschen oder Rucksäcken, einige auch gemeinsam mit ihren Haustieren. Als Sammelstelle richteten die Verantwortlichen das „Haus des Gastes“ ein. Dort trafen nach und nach die ersten Evakuierten ein, wurden registriert und von Einsatzkräften betreut. Getränke standen bereit, später wurden auch Brötchen und Snacks ausgegeben. Zudem waren Notfallseelsorgerinnen und Notfallseelsorger vor Ort.

Während der Evakuierung brachte der Rettungsdienst sieben Menschen aus dem Gefahrenbereich, die auf einen Rollstuhl angewiesen oder bettlägerig waren. Ursprünglich war von etwa 150 möglichen Betroffenen ausgegangen worden. Im Verlauf des Einsatzes stellte sich jedoch heraus, dass rund 100 Personen ihre Häuser verlassen mussten.

Mehr als 140 Einsatzkräfte im Einsatz

Der Einsatz band zahlreiche Kräfte aus der Region. Nach Angaben von Bürgermeister Christian Belke waren insgesamt 142 Einsatzkräfte beteiligt. Dazu gehörten 31 Polizeikräfte, 75 Feuerwehrleute aus Neuhaus, Silberborn und Holzminden, 17 Kräfte des Rettungsdienstes, 14 Mitarbeitende der Verwaltung, drei Notfallseelsorgerinnen und Notfallseelsorger sowie zwei Mitarbeitende der Stadtwerke. Im späteren Verlauf des Abends wuchs die Zahl der Einsatzkräfte, auch bedingt durch die zusätzliche Verpflegung, auf insgesamt 182 Personen an.

Parallel dazu wurden mehrere Straßen rund um Neuhaus gesperrt. 

Gefährliche Kampfmittel im Boden

Im Verlauf der Arbeiten wurde schließlich klar, welche Kampfmittel im Boden lagen. Fachkräfte entdeckten insgesamt sechs Panzerfaustköpfe sowie mehr als 100 Teile Infanteriemunition. Besonders die Panzerfaustköpfe galten als gefährlich, da sie nicht mehr transportfähig waren und deshalb direkt am Fundort gesprengt werden mussten.

Nachdem die Evakuierung abgeschlossen war, überprüften Einsatzkräfte den Gefahrenbereich zusätzlich mit einer Drohne und einer Wärmebildkamera. Auf diese Weise sollte sichergestellt werden, dass sich keine Personen mehr im Sperrgebiet aufhielten.

Sprengung am Abend

Gegen 21.40 Uhr erfolgte schließlich die kontrollierte Sprengung der Panzerfaustköpfe. Ein lauter Knall durchbrach die abendliche Ruhe im Ort, die Druckwelle war noch in größerer Entfernung vom Einsatzort deutlich zu spüren.

Nach Angaben der Einsatzleitung verlief die Sprengung planmäßig und erfolgreich. Anschließend kontrollierten Einsatzkräfte das Gebiet erneut, um sicherzugehen, dass keine weiteren Gefahren bestehen.

Nach mehreren Stunden konnten die evakuierten Bewohnerinnen und Bewohner schließlich in ihre Häuser zurückkehren. Auch die Straßensperrungen rund um Neuhaus wurden im Anschluss schrittweise aufgehoben.

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