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Donnerstag, 22.10.2020
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Dienstag, 04. August 2020 11:51 Uhr

Anklage wegen schwerem sexuellen Missbrauch von Kindern und Jugendlichen gegen 48-Jährigen aus Landkreis Northeim Anklage wegen schwerem sexuellen Missbrauch von Kindern und Jugendlichen gegen 48-Jährigen aus Landkreis Nort

Göttingen/Northeim (red). Die Staatsanwaltschaft Göttingen hat gegen einen 48-Jährigen aus dem Landkreis Northeim Anklage erhoben vor dem Landgericht Göttingen wegen schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern und Jugendlichen sowie wegen Besitzes von kinderpornografischen Schriften.

Der Tatverdacht fiel im Rahmen der Ermittlungen im Zusammenhang mit den Vorkommnissen auf dem Campingplatz in Lügde (Nordrhein-Westfalen) auf den Angeschuldigten. Bei einer richterlich angeordneten Hausdurchsuchung im März wurden 43 Datenträger mit entsprechenden digitalen Beweismitteln sichergestellt. Der 48-Jährige befindet sich seither aufgrund eines durch die Staatsanwaltschaft Göttingen erwirkten Haftbefehls in Untersuchungshaft. Gegen ihn wurden insgesamt neun Strafverfahren zum Nachteil von sieben Opfern eingeleitet. Der Angeschuldigte macht keine Angaben zur Sache und lässt sich anwaltlich vertreten. Im Falle einer Verurteilung muss der Angeschuldigte mit einer mehrjährigen Haftstrafe rechnen.

"Die Entstehungsgeschichte und der Fortgang des Verfahrens zeigen einerseits den besonderen Ermittlungsaufwand und andererseits die gute Zusammenarbeit von Strafverfolgungsbehörden und Jugendämtern auf. Dies ist vor allem mit Blick auf das länderübergreifende arbeitsteilige Vorgehen hervorhebenswert. So hat die Staatsanwaltschaft Detmold im Augenblick ausreichender Verdachtsmomente alle relevanten Informationen der für die Taten zuständigen Staatsanwaltschaft Göttingen mitgeteilt, die daraufhin ohne zeitlichen Verzug tätig werden konnte", so Dr. Stefan Studenroth, Leitender Oberstaatsanwalt in Göttingen.

Sonderkommission der Polizei Northeim

Die Ermittlungen gegen den Angeschuldigten wurden unter Federführung der Staatsanwaltschaft Göttingen von der Polizeiinspektion Northeim geführt. Dort wurde eine Sonderkommission des Zentralen Kriminaldienstes (ZKD) eingerichtet, in der 24 Einsatzkräfte bereits umfangreich tätig geworden sind. So hat es mehr als 20 Vernehmungen gegeben, zudem wurde auch im Umfeld des 48-Jährigen ermittelt. Diese Ermittlungen erhärteten den Verdacht gegen den Mann, mehrere Kinder und Jugendliche missbraucht zu haben. Videobefragungen der Opfer, die von speziell geschultem Personal vorgenommen wurden, ergaben zudem weitere Anhaltspunkte auf regelmäßige sexuelle Übergriffe.

Auswertungen umfangreicher Datenmengen

Ein weiterer Schwerpunkt lag in der Auswertung der sichergestellten digitalen Daten. Aufgefundene Videos und Bilder erhärteten den Verdacht gegen den Angeschuldigten, mehrere Opfer missbraucht zu haben. Des Weiteren haben die Ermittler Chatnachrichten in Online-Portalen ausgewertet und auf strafrechtlich relevante Hinweise überprüft, in denen sich der 48-Jährige mit anderen Pädosexuellen ausgetauscht hat.

Weitere Strafverfahren

Insgesamt wurden ausgehend von den Verfahren gegen den 48-Jährigen bisher 130 Strafverfahren wegen sexuellen bzw. schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern, Vergewaltigung und Besitz von kinderpornografischen Schriften eingeleitet. 32 Beschuldigte wurden von den Northeimer Ermittlern inzwischen eindeutig identifiziert und aus ihrer Anonymität geholt. Hierbei handelt es sich überwiegend um professionell agierende Täter, die sich mit Pseudonymen bzw. Fake-Personalien im Internet bewegen.

"Sexueller Missbrauch von Kindern ist ein widerwärtiges Verbrechen. Ich bin über dieses Ausmaß zutiefst erschüttert und in Gedanken bei den vielen Opfern. Die Bekämpfung dieser schwersten Straftaten hat in der Polizeidirektion Göttingen eine hohe Priorität. Dies zeigt sich auch in der Vielzahl von Beamtinnen und Beamten allein in der Sonderkommission in Northeim. Wir setzen die Ermittlungen in dieser Sonderkommission mit Hochdruck fort und werden auch zukünftig Sonderkommissionen einsetzen, wenn es erforderlich ist", sagte Uwe Lührig, Präsident der Polizeidirektion Göttingen, zum aktuellen Sachstand.

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