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Landkreis Holzminden

Region (red). Aufmerksame Leserinnen und Leser haben es seit Sonntagabend möglicherweise bereits bemerkt: Die Zeitungen unseres Nachrichtennetzwerkes – Weser-Ith News, Höxter News, Einbeck News und Hameln News – präsentieren sich in einer technisch und strukturell umfassend überarbeiteten Form.

Wichtiger Hinweis: Nach der technischen Umstellung kann es vor allem auf Smartphones, Tablets oder am PC vereinzelt noch zu Darstellungsproblemen kommen. Ursache kann ein veralteter Browser-Cache eures Endgeräts sein. Am PC hilft manchmal bereits das gleichzeitige Drücken von STRG + F5. Ansonsten leert bitte den Cache eures Browsers – meist über „Verlauf“, „Browserdaten löschen“ oder „Datenschutz“ in den Einstellungen. Bei Apple/Safari findet ihr die entsprechende Möglichkeit in der Regel in den Einstellungen unter „Safari“ beziehungsweise „Verlauf und Websitedaten löschen“. Alternativ könnt ihr testweise einen privaten beziehungsweise Inkognito-Tab in eurem Browser öffnen und unsere Seite dort aufrufen. In diesem Modus werden keine zwischengespeicherten Daten der bisherigen Webseite verwendet. Wird die Seite im privaten Tab einwandfrei angezeigt, deutet dies klar darauf hin, dass der Cache eures Endgeräts die Ursache für die Darstellungsprobleme ist.

Bereits seit längerer Zeit war es unser Ziel, den Internetauftritt sowohl optisch als auch technisch zu modernisieren. Neben einer zeitgemäßen Gestaltung schafft die neue Struktur zugleich die Grundlage für zahlreiche weitere Entwicklungen in den kommenden Monaten. Gleichzeitig war es uns ein wichtiges Anliegen, die einzelnen Zeitungen unseres Nachrichtennetzwerkes stärker miteinander zu verknüpfen und den Wechsel zwischen den verschiedenen Angeboten deutlich zu vereinfachen.

Leserinnen und Leser, die sich für Nachrichten aus mehreren Regionen interessieren, können künftig komfortabel zwischen den Zeitungen wechseln, ohne dafür jedes Mal eine neue Internetadresse aufrufen zu müssen. Zusätzlich sind in der sogenannten Topbar am oberen Seitenrand die Logos der einzelnen Zeitungen direkt anklickbar, sodass ein Wechsel zwischen den verschiedenen Angeboten noch einfacher und schneller möglich ist.

Zentrale Übersichtsseite für das gesamte Nachrichtennetzwerk

Die größte Änderung betrifft die Internetadresse www.meine-onlinezeitung.de. Während dort bislang direkt die Weser-Ith News erreichbar waren, führt die Adresse künftig auf die zentrale Übersichtsseite unseres Redaktionsnetzwerkes „Meine-Onlinezeitung“.

Auf der Startseite werden künftig alle Nachrichten der Weser-Ith News, Einbeck News, Höxter News und Hameln News einschließlich ihrer Unterseiten in chronologischer Reihenfolge angezeigt. Wer sich einen schnellen Überblick über das gesamte Nachrichtengeschehen unseres Netzwerkes verschaffen möchte, findet dort künftig den idealen Einstieg. Mit einem Klick auf einen Artikel werden Leserinnen und Leser direkt zu der jeweiligen Zeitung weitergeleitet, auf der der Beitrag veröffentlicht wurde.

Regionale Struktur erleichtert den Wechsel zwischen den Zeitungen

Das Ziel, die einzelnen Zeitungen unseres Nachrichtennetzwerkes sinnvoll miteinander zu verknüpfen und den Wechsel zwischen den Regionen zu vereinfachen, setzt sich auch innerhalb der einzelnen Zeitungen fort. Statt die Beiträge wie bisher nach Themenbereichen wie Politik, Blaulicht, Sport oder Region Aktiv zu sortieren, erfolgt die Einordnung künftig konsequent nach regionalen Gebieten. Dadurch können mehrere bisher eigenständige Zeitungen unter einem gemeinsamen Dach zusammengeführt werden, ohne ihre Eigenständigkeit zu verlieren.

Den Anfang macht die Weser-Ith News, in die die bisherigen Holzminden News integriert wurden. Dadurch finden Leserinnen und Leser künftig sämtliche Nachrichten aus dem Landkreis Holzminden auf einer gemeinsamen Plattform und können bequem zwischen den einzelnen Regionen wechseln, ohne eine weitere Zeitung öffnen zu müssen. Gleichzeitig bleibt die Eigenständigkeit der Holzminden News erhalten. Wer die Weser-Ith News aufruft, kann direkt auf alle Regionen des Landkreises zugreifen. Wer hingegen – wie bisher – ausschließlich Nachrichten aus Holzminden lesen möchte, erreicht diese weiterhin direkt über die bekannte Internetadresse.

Nach dem gleichen Prinzip wurde auch die Northeim News in die Einbeck News integriert. Sämtliche Nachrichten aus dem Landkreis Northeim werden künftig unter dem Dach der Einbeck News gebündelt. Gleichzeitig bleibt auch hier der direkte Zugang über die bisherige Internetadresse erhalten. Leserinnen und Leser können somit entweder alle Nachrichten des Landkreises über die Einbeck News verfolgen oder wie gewohnt ausschließlich die Northeim News direkt aufrufen.

Auch die Höxter News bilden künftig alle Regionen des Kreises Höxter auf einer gemeinsamen Plattform ab. Gleichzeitig bleiben die bekannten regionalen Internetadressen bestehen. Dadurch können Leserinnen und Leser entweder sämtliche Nachrichten aus dem Kreis Höxter über die Höxter News verfolgen oder weiterhin – wie gewohnt – direkt die jeweilige regionale Unterseite aufrufen.

Damit bleiben sämtliche bekannten Internetadressen erhalten. Wer künftig die jeweilige Hauptzeitung aufruft, kann komfortabel zwischen allen Regionen wechseln und Nachrichten aus dem gesamten Landkreis lesen. Gleichzeitig bleibt über die bisherigen Internetadressen weiterhin der direkte Einstieg in die jeweilige regionale Unterseite möglich. Somit verbinden wir die Vorteile einer gemeinsamen Plattform mit den gewohnten direkten Zugängen zu den einzelnen Regionen.

Neue Bereiche für „Deals“ und „Stellenanzeigen“

Eine weitere Neuerung betrifft die neue Kategorie „Deals“, die künftig auf allen Zeitungen unseres Nachrichtennetzwerkes in der Navigation verfügbar ist.

Über die Kategorie „Deals“ können Unternehmen künftig Angebote, Rabattaktionen oder besondere Aktionen veröffentlichen. Für Premium-Kunden unseres Nachrichtennetzwerkes ist dieser Service bereits im Leistungsumfang enthalten. Unternehmen, die keine Werbepartner sind, können „Deals“-Anzeigen ebenfalls gegen eine Gebühr buchen.

Der große Vorteil: Eine gebuchte „Deals“-Anzeige erscheint automatisch auf allen Zeitungen unseres Nachrichtennetzwerkes. Bucht beispielsweise ein Unternehmen aus Einbeck eine „Deals“-Anzeige, wird diese nicht nur bei den Einbeck News, sondern ebenso auf den Weser-Ith News, den Höxter News und den Hameln News ausgespielt.

Nach dem gleichen Prinzip funktioniert auch die Jobbörse. Gebuchte Stellenanzeigen werden ebenfalls netzwerkweit auf allen Zeitungen veröffentlicht und erreichen dadurch eine deutlich größere Zahl potenzieller Bewerberinnen und Bewerber. Auch hier gilt: Für Premium-Kunden ist die Veröffentlichung von Stellenanzeigen bereits inklusive. Unternehmen, die keine Werbepartner sind, können ihre Stellenangebote gegen ein entsprechendes Entgelt veröffentlichen.

Veränderungen brauchen Zeit

Veränderungen bedeuten immer auch Umstellung – sowohl für unsere Leserinnen und Leser als auch für uns selbst. Der Mensch ist ein Gewohnheitstier und vertraute Strukturen hinter sich zu lassen, fällt oftmals nicht leicht. Auch wir merken bereits jetzt, dass sich durch das neue System Arbeitsabläufe verändern und wir uns zunächst an die neue Struktur gewöhnen müssen.

Dennoch sind wir überzeugt, dass dieser Schritt notwendig ist. Die neue technische Basis eröffnet uns zahlreiche Möglichkeiten für zukünftige Weiterentwicklungen und sorgt gleichzeitig dafür, dass unsere Zeitungen noch enger miteinander verknüpft sind. Davon profitieren langfristig sowohl unsere Leserinnen und Leser als auch unsere Werbepartner.

Wir möchten euch deshalb herzlich bitten, euch ein wenig Zeit zu geben, das neue System kennenzulernen und euch mit den neuen Strukturen vertraut zu machen. Wir sind überzeugt, dass die Vorteile im Alltag schnell spürbar werden und die neue Navigation den Zugang zu den Nachrichten unseres gesamten Netzwerkes deutlich erleichtert.

Gleichzeitig bitten wir um Verständnis, dass nach einer so umfangreichen technischen Umstellung in den ersten Tagen möglicherweise noch kleinere Fehler auftreten können. Trotz intensiver Tests lassen sich nicht alle Besonderheiten im Vorfeld erkennen. Sollten euch Fehler auffallen oder ihr Anregungen haben, freuen wir uns jederzeit über eine Nachricht an unsere Redaktion. So können wir eventuelle Probleme schnell beheben und unser Angebot kontinuierlich weiter verbessern.

Abschließend bedanken wir uns herzlich für euer Vertrauen und dafür, dass ihr unser Nachrichtennetzwerk täglich begleitet. Wir freuen uns darauf, den neuen Weg gemeinsam mit euch weiterzugehen.


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Lesedauer: 2 Minuten
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Holzminden. Am „Forster Weg 26“ in Holzminden steht ab sofort eine rund 125 Quadratmeter große Gewerbefläche zur Vermietung. Die gepflegten Räumlichkeiten befinden sich ebenerdig im Erdgeschoss und sind barrierefrei sowie stufenlos zugänglich.

Die Fläche eignet sich unter anderem als Büro, Arzt- oder Physiotherapiepraxis, Apotheke, Kanzlei oder für weitere gewerbliche und dienstleistungsorientierte Nutzungen.

Flexible Nutzungsmöglichkeiten

Die Raumaufteilung kann nach Absprache flexibel geplant und individuell an die Anforderungen der zukünftigen Mieterin oder des zukünftigen Mieters angepasst werden. Auch entsprechende Umbauten sind grundsätzlich möglich.

Die Gewerbefläche befindet sich in der Nähe des ehemaligen Krankenhauses. Parkmöglichkeiten stehen direkt vor dem Objekt zur Verfügung.

Provisionsfreie Vermietung

Die monatliche Miete beträgt 1.500 Euro. Die Vermietung erfolgt provisionsfrei direkt vom Eigentümer. Eine Kaution ist nach Absprache zu hinterlegen.

Kontakt

Johannes Rerich
Telefon: 01520 1549757
E-Mail: j.rerich@gmx.net

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Lesedauer: 17 Minuten
Landkreis Holzminden

Holzminden/Oldendorf (awin). Irgendwann in der Nacht war sich Constantin Lücke sicher, am Straßenrand ein Schwein gesehen zu haben. Seine Begleiter sahen keines. Lücke war zu diesem Zeitpunkt seit Stunden unterwegs, erschöpft und längst in einem Zustand, in dem der Kopf eigene Bilder produzierte. Er blickte auf die Uhr und lief weiter. Nach 23 Stunden und 42 Minuten erreichte er Bispingen. 172,72 Kilometer lagen hinter ihm.

Gestartet war Lücke am Freitag, 17. Juli, um 16 Uhr in Oldendorf. Einen regulären Marathon hatte er bis dahin noch nie absolviert, gezielt auf einen 24-Stunden-Lauf vorbereitet hatte er sich ebenfalls nicht. Trotzdem wollte er herausfinden, wie weit ihn sein Körper tragen würde – und ob sein Kopf auch dann noch mitspielte, wenn Müdigkeit und Schmerzen einsetzten.

„Die Beine waren gar nicht das größte Problem“, sagt Lücke. „Es war der Kopf, der irgendwann fragt: Alter, was machst du hier eigentlich?“

Aus einer Idee werden 170 Kilometer

Sportlich aktiv ist Lücke schon lange. Er trainiert im Fitnessstudio, nimmt an Hindernisläufen teil und absolvierte vor drei Jahren den „Iron Viking“ über die Marathondistanz. Auch einen Halbmarathon hat er bereits hinter sich. Speziell vorbereitet habe er sich auf diese Herausforderungen nicht, erzählt er. Beide Läufe seien trotzdem erstaunlich gut verlaufen.

Daraus entstand die Frage, was nötig wäre, um wirklich an die eigenen Grenzen zu gelangen. Die Antwort: 24 Stunden laufen und sehen, wie viele Kilometer möglich sind.

Ein festes Ziel wollte sich Lücke zunächst nicht setzen. Nach einigen Berechnungen landete er dennoch bei einer Distanz von rund 170 Kilometern. Bei der Suche nach einem passenden Ziel fiel die Wahl auf Bispingen. Weil die errechnete Strecke von Salzhemmendorf etwas zu kurz gewesen wäre, verlegte er den Start nach Oldendorf.

Wirklich konkret wurde das Vorhaben erst zwei Wochen vorher, als Lücke den Lauf in einem Video öffentlich ankündigte. „Ab da gab es kein Zurück mehr“, sagt er. Für ein gezieltes Langstreckentraining war es zu diesem Zeitpunkt ohnehin zu spät. Er blieb bei seinem üblichen Sportprogramm und lief praktisch ins Ungewisse.

Ein Team hält ihn in Bewegung

Unterstützt wurde Lücke von einem vierköpfigen Team bestehend aus seinen Eltern sowie seinen Begleitern Yanneck und Claudia. Die beiden Letztgenannten fuhren abwechselnd auf zwei E-Bikes an seiner Seite, Claudia lief zeitweise sogar mit. Seine Eltern steuerten zwei Wohnmobile, die als mobile Versorgungsstationen dienten.

„Im Endeffekt bin ich nur gelaufen“, sagt Lücke. „Die ganze Organisation haben die anderen übernommen.“

Das Team füllte den Rucksack auf, reichte Getränke und achtete darauf, dass er regelmäßig aß. Claudia ist überzeugt, dass er allein nicht genügend Nahrung zu sich genommen hätte. „Wir mussten ihn teilweise fast dazu zwingen“, merkt sie im Gespräch an.

Vorbereitet waren unter anderem Wraps, Kartoffeln, Brühe und Gummibärchen. Bei den Kartoffeln verlor Lücke irgendwann jedes Gefühl für Mengen. „Es kam mir vor, als hätte ich zwei Kilogramm davon gegessen. Wahrscheinlich waren es zehn Stück.“

Die größte Begeisterung löste jedoch Eis aus. Am warmen Abend, nach zahlreichen Kilometern und Höhenmetern, sei das „einfach richtig geil“ gewesen. Nach dem Lauf zeigte seine Garmin-Uhr einen errechneten Schweißverlust von 20,5 Litern an.

Zweimal zwölf Minuten Schlaf

Der ursprüngliche Plan sah vor, drei Kilometer zu laufen und anschließend einen Kilometer zu gehen. Die ersten 30 Kilometer lief Lücke jedoch vollständig durch. Danach wechselte er auf fünf Kilometer Laufen und einen Kilometer Gehen.

Nach etwa 60 bis 70 Kilometern kam der erste Einbruch. Lücke legte sich für zwölf Minuten in eines der Wohnmobile. Während seine Beine massiert wurden, schlief er ein. Eine zweite zwölfminütige Schlafpause folgte nach rund 100 Kilometern.

Mehr Schlaf war nicht eingeplant. Das Team hatte berechnet, wie lange die Pausen dauern durften und welches Tempo anschließend nötig war. Nach dem Aufwachen musste Lücke verlorene Zeit wieder hereinlaufen.

Gerade die ersten Meter nach einer Pause waren schwer. Claudia erinnert sich, dass er nach den Gehphasen nur mühsam in den Laufrhythmus zurückfand. Lücke beschreibt es pragmatisch: „Die ersten 200 Meter waren schlimm. Danach ging es wieder.“

Zeitweise zuckte sein Körper so stark, dass die Begleiter einen Krampf erwarteten. Einen einzigen bekam er während des gesamten Laufs nicht. Dafür entstanden Wundstellen und vier blaue Zehen. Blasen hatte er dagegen keine.

Der Kopf schaltet auf Autopilot

Mit zunehmender Müdigkeit veränderte sich Lückes Wahrnehmung. Begleiter Yanneck beschreibt, wie er zeitweise in Schlangenlinien lief und wirkte, als befinde er sich in einer anderen Welt. „Er sah teilweise aus wie ein Betrunkener. Der Kopf war einfach im Autopilot-Modus.“

Deshalb blieb er auf der gesamten Strecke begleitet. Einmal fielen ihm während einer Gehpassage kurz die Augen zu. Erst auf einem Grünstreifen kam er wieder richtig zu sich. Er kontrollierte die Uhr und setzte den Lauf fort.

Dann war da noch das Schwein, das nach Überzeugung des Läufers am Straßenrand stand. Seine Begleiter bestreiten die Begegnung bis heute. Lücke lacht, hält aber an seiner Version fest.

Die Möglichkeit, den Lauf abzubrechen, habe es in seinem Kopf nie gegeben. Selbst wenn er die 170 Kilometer nicht innerhalb von 24 Stunden geschafft hätte, wäre er weitergelaufen.

Musik half ihm, wach zu bleiben. Auf den Kopfhörern lief vor allem Rock. „Schlager hätte in dieser Situation nicht geholfen“, sagt er.

Mitten in der Nacht beschleunigte Lücke zwischen Kilometer 75 und 80 plötzlich deutlich. Sein Team bremsten ihn: „Junge, bist du bescheuert? Mach mal langsamer!“

Kräfte sparen, weiterlaufen und möglichst wenig nachdenken – daraus bestand der Rhythmus dieser Nacht.

Wurzeln, Umwege und der Sonnenaufgang

Die Strecke führte nicht nur über Asphalt. Waldwege, Wurzeln, Buckelpisten und Passagen an Maisfeldern verlangten Lücke und seinem Team einiges ab. Auf einem Waldstück konnte er die Beine kaum noch über die Wurzeln heben. Aus dem Laufen wurde ein Stolpern.

Rund 15 Kilometer vor dem Ziel stand das Team erneut vor einem nahezu unpassierbaren Weg. Ein Umweg musste her. Gerade in dieser Phase blickten alle nervös auf die Zeit. Die entstandene Verzögerung lief Lücke später wieder heraus.

Auch die Versorgung funktionierte nicht immer wie geplant. Weil die Strecke zuvor nicht abgefahren worden war, konnten die Wohnmobile manche Abschnitte nicht erreichen. Zwischen Kilometer 90 und 100 wollte Lücke kurz schlafen. Der nächste mögliche Treffpunkt lag jedoch 2,6 Kilometer entfernt. Als seine Eltern dort ankamen, war er bereits weitergelaufen, um keine Zeit zu verlieren.

Rückblickend spricht Lücke offen über die improvisierte Vorbereitung. „Wir mussten erst Erfahrungen sammeln“, sagt er. „Beim nächsten Mal wird es sicher nicht perfekt, aber definitiv besser.“

Während der Nacht wurde selbst das Rechnen schwierig. Wie viele Kilometer fehlten noch? Welches Tempo war nötig? Wie viel Zeit durfte eine Gehpassage kosten?

Der Sonnenaufgang brachte neue Kraft. „Wenn die Sonne hochkommt, geht es einem plötzlich wieder besser“, sagt Lücke. Der entscheidende Schalter im Kopf sprang allerdings erst auf den letzten Kilometern um. Plötzlich wurde ihm klar: Jetzt ist es nicht mehr weit.

Sein Schritt wurde wieder schneller, er lief erneut größere Abschnitte ohne Geh-Passagen.

Nach 23 Stunden und 42 Minuten erreichte er die aufgebaute Ziellinie in Bispingen. 172,72 Kilometer standen auf der Uhr. 18 Minuten wären noch übrig gewesen. Kurz überlegte Lücke, weiterzulaufen und vielleicht 176 oder 177 Kilometer zu schaffen.

Dann entschied er sich dagegen. „Irgendwann muss es auch mal gut sein.“

„Die Ziellinie zu überqueren, war einfach ein geiles Gefühl“, sagt Lücke. Nicht, weil er andere geschlagen oder einen Wettbewerb gewonnen hatte. Er hatte erfahren, dass Körper und Kopf diese Belastung bewältigen konnten.

Burger statt drei Portionen

Als Belohnung sollte in Bispingen ein Burger warten. Lücke hatte sich ausgemalt, nach dem Lauf gleich mehrere Portionen zu essen. Tatsächlich reichte ein Burger mit doppeltem Fleisch. Mehr ging nicht.

Erst am Abend kam der Hunger zurück. Da hätte er noch eine Pizza essen können, erzählt er. Eine gab es allerdings nicht.

Körperlich machte sich der Lauf vor allem am folgenden Abend bemerkbar. Lücke fühlte sich steif, Treppen wurden zur Herausforderung. „Ins Bett bin ich wirklich gekrabbelt.“ In den Tagen danach besserte sich sein Zustand jedoch schnell.

Bereut hat er die Aktion nicht. Im Gegenteil: Der Lauf habe Lust auf mehr gemacht. Eine Idee ist, 24 Stunden mit dem Rennrad zu fahren. Zudem denkt Lücke darüber nach, eines Tages von der Heimat über Monaco bis nach Spanien zu laufen – mit möglicherweise rund 100 Kilometern pro Tag.

Claudia und Yanneck reagieren auf diese Pläne mit einem deutlichen Hinweis: Beim nächsten Mal müsse er sich wirklich vorbereiten und dürfe nicht wieder einfach ins Blaue laufen.

Lücke widerspricht nicht. Die Aktion sei keine Empfehlung für andere. „Nicht nachmachen“, sagt er lachend. Ohne sein Team wäre der Lauf nicht möglich gewesen.

„Mich reizt es einfach, herauszufinden, wozu man fähig ist“, sagt Lücke. Nach 172,72 Kilometern hat er darauf zumindest eine erste Antwort gefunden.

Fotos: Constantin Lücke/awin