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Eschershausen-Stadtoldendorf

Stadtoldendorf. Ein Stück Stadtoldendorf steht derzeit mitten auf dem Schützenfest in Hannover: Die Familie Liesch ist erstmals mit ihrem Beef-Truck auf dem großen Festplatz vertreten. Was im vergangenen Jahr bei einem privaten Besuch als Idee begann, ist nun Wirklichkeit geworden – und schon nach den ersten Tagen zeigt sich, dass die Premiere in der Landeshauptstadt aufgeht.

Noch bis zum 12. Juli bietet die Familie dort Rindfleischspezialitäten aus eigener Direktvermarktung an. Seit mehr als 40 Jahren steht der Bauernhof Liesch für regionales Rindfleisch. Die aufgezogenen Jungbullen stammen aus der Region, werden in kleinen Gruppen auf Stroh gehalten und mit hofeigenem Futter versorgt. Diese Herkunft ist für die Familie kein Zusatz auf der Speisekarte, sondern die Grundlage ihres Angebots.

„Bei einem Besuch im vergangenen Jahr ist uns die Idee gekommen, uns hier mal zu bewerben und unsere regionale Qualität in die Landeshauptstadt zu bringen“, berichtet Dietmar Liesch. Im März kam die Zusage: Aus mehr als 500 Bewerbungen wurde der Betrieb ausgewählt und gehört nun zu den rund 200 Beschickern des Schützenfestes.

Lange Wege, frische Patties und viel Zuspruch

Für die Familie bedeutet der Auftritt deutlich mehr als ein Stand auf einem großen Festplatz. Jeden Tag pendelt sie zwischen Stadtoldendorf und Hannover, damit frische Patties und Produkte nachgeliefert werden können. Zehn Tage Schützenfest bedeuten lange Wege, wenig Schlaf und viel Organisation. Dass die Premiere in Hannover gelingt, ist für Dietmar Liesch vor allem eine gemeinsame Leistung: „Ein großes Dankeschön gilt meiner Familie. Wenn wir als Team nicht so gut zusammenhalten und zusammenarbeiten würden, wäre das alles nicht möglich.“

Schon nach kurzer Zeit spricht sich herum, dass es am Beef-Truck gutes Essen gibt. Gäste kommen gezielt an den Stand, weil sie von anderen davon gehört haben, erzählt Dietmar Liesch. Für die Familie ist das ein besonderer Moment: Die Qualität, die in der Heimat seit Jahrzehnten geschätzt wird, findet nun auch mitten im Trubel eines großen Volksfestes Zuspruch.

Besonders deutlich wurde das am vergangenen Dienstag. Durch ein Konzert von Schlagerstar Helene Fischer im Stadion war der Festplatz stark gefüllt, der Andrang am Beef-Truck entsprechend groß. Zwischenzeitlich war die Familie beinahe ausverkauft. Nachschub konnte noch einmal organisiert werden, sodass der Tag erfolgreich beendet wurde.

Auch neue Ideen sind direkt vor Ort entstanden. Neben den bekannten Angeboten entwickelte die Familie weitere Burgervarianten. Dazu kam eine Beef Bowl mit Fleisch und Salat, die nach Angaben von Dietmar Liesch sofort gut angenommen wurde. So bleibt der Stand nicht nur seiner Herkunft treu, sondern reagiert auch auf das, was auf dem Festplatz gefragt ist.

Ein Familienbetrieb mitten im Festplatztrubel

Für die Familie Liesch ist die Premiere in Hannover auch ein Blick in eine andere Welt. Dietmar Liesch spricht von spannenden Einblicken hinter die Kulissen eines Großevents. Der Austausch mit den Verantwortlichen läuft gut, auch der Kontakt zu den Schaustellerfamilien rund um den eigenen Stand ist eine Erfahrung, die bleibt. „Als Amateure vom Dorf bekommt man hier spannende Einblicke hinter die Kulissen“, sagt er.

Gerade darin liegt der besondere Reiz dieses Auftritts: Ein Familienbetrieb aus Stadtoldendorf steht mit regionaler Direktvermarktung auf einem der größten Festplätze des Landes. Hinter dem Beef-Truck steckt viel Handarbeit, viel Organisation und eine Geschichte, die man nicht an jedem Stand findet.

Bis Sonntag bleibt der Beef-Truck noch auf dem Schützenfest in Hannover. Die Familie freut sich, auch Besucherinnen und Besucher aus der Heimatregion am Stand begrüßen zu können.

Fotos: Bauernhof Familie Liesch


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Landkreis Holzminden

Holzminden (awin). Einen Monat war Paul Grotenburg mit der deutschen Nationalmannschaft in den USA unterwegs – und plötzlich ist alles vorbei. Die Koffer sind ausgepackt, die Wäsche ist erledigt und seit einigen Tagen sitzt er wieder am Newsdesk der BILD-Sportredaktion in Berlin. Geblieben sind Erinnerungen an seine erste Fußball-Weltmeisterschaft als DFB-Reporter und an ein Turnier, das für Deutschland früher endete als erhofft.

Noch vor vier Monaten blickte der frühere Mitarbeiter der Weser-Ith News voller Vorfreude auf das größte Abenteuer seiner bisherigen Laufbahn. Inzwischen ist aus der Erwartung eine Erfahrung geworden, die sich für ihn kaum auf einen einzelnen Augenblick reduzieren lässt.

„Das ganze Turnier war einzigartig – von der Abreise bis zur Rückreise“, sagt Grotenburg. Es sind vielmehr die vielen kleinen Erlebnisse, die sich festgesetzt haben: das erste WM-Spiel im riesigen Stadion von Houston, die Wochen rund um das Quartier der Nationalmannschaft, die gemeinsame Zeit mit den Kollegen und sogar eine Live-Schalte ins arabische Fernsehen. „Es sind so viele Momente, dass es mir wirklich schwerfällt, den einen herauszupicken.“

Vier Wochen im WM-Rhythmus

Am 2. Juni fliegt Grotenburg mit seinen Kollegen nach Chicago. Genau einen Monat später beginnt die Rückreise nach Deutschland. Dazwischen dreht sich fast alles um die DFB-Auswahl. Auch die anderen Mannschaften und Begegnungen verfolgt das Reporterteam aufmerksam. Im Mittelpunkt der eigenen Berichterstattung steht jedoch klar die deutsche Nationalmannschaft.

„So ein Turnier ist wirklich von morgens bis abends mit dem Job ausgefüllt“, erzählt er. Trainingseinheiten, Pressekonferenzen und Gespräche liefern ständig neue Themen. Gleichzeitig entstehen Artikel, Video-Aufsager und Elemente für Podcasts, die in Deutschland veröffentlicht werden, wenn in den USA eigentlich Schlafenszeit ist. Die Zeitverschiebung verlängert die Arbeitstage zusätzlich. Die Zeitverschiebung verlängert die Arbeitstage zusätzlich.

Einige freie Stunden bleiben trotzdem. Dann geht Grotenburg zum Sport oder erkundet die jeweilige Stadt. Meist bestimmt jedoch die Nationalmannschaft den Tagesablauf. Wo sie trainiert, spricht oder spielt, sind auch die Reporter.

Die Atmosphäre erlebt er vor allem in den Austragungsorten als besonders. Große Arenen, viele Fans und eine spürbare Begeisterung prägen die Spieltage. Am Basislager der deutschen Mannschaft sieht es ruhiger aus. Dort gibt es kein WM-Stadion in unmittelbarer Nähe und entsprechend weniger Turniertrubel.

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Auf Englisch live ins arabische Fernsehen

Zu den ungewöhnlichsten Erlebnissen gehört eine Anfrage eines Fernsehsenders aus den Vereinigten Arabischen Emiraten. Der Sender sucht vor dem dritten deutschen Gruppenspiel einen Journalisten, der die Mannschaft fachlich einordnet. Grotenburgs Teamchef fragt ihn, ob er die Aufgabe übernehmen möchte.

Er stimmt sich mit den Kollegen ab, klärt die Themen und bereitet sich gezielt vor. Schließlich ist es etwas anderes, auf Englisch über taktische Fragen, Spieler und die Lage der Nationalmannschaft zu sprechen, als im Restaurant zu bestellen oder Smalltalk zu führen.

„Man will fachlich glänzen und seiner Expertenrolle mit qualifizierten Aussagen gerecht werden“, sagt Grotenburg. Die Schalte dauert nur wenige Minuten. Aufgeregt ist er dennoch: „Ich war schon ein bisschen nervös.“

Dass seine Einschätzung inzwischen auch international gefragt ist, markiert zugleich eine weitere Etappe seines beruflichen Weges. Seine ersten journalistischen Texte schrieb Grotenburg einst für die Weser-Ith News. Bei der Weltmeisterschaft spricht er als DFB-Experte für ein ausländisches Fernsehpublikum.

In Boston wächst die Sorge

Das sportliche Ende erlebt Grotenburg im Stadion von Boston. Schon während der ersten Halbzeit gegen Paraguay wird sein ungutes Gefühl stärker.

„Die Befürchtung, dass das schiefgehen kann, wurde von Minute zu Minute größer“, erinnert er sich. Für ihn ist es eine der schwächsten Vorstellungen der Nationalmannschaft in den vergangenen Jahren – und das schlechteste DFB-Spiel, das er in seinen zwei Jahren als Reporter im Stadion gesehen hat.

Nach der Führung Paraguays gerät Deutschland immer stärker unter Druck. Die Mannschaft rettet sich zwar noch in die Verlängerung und entwickelt dort zwischenzeitlich mehr Gefahr. Eine echte Wende gelingt jedoch nicht. Im Elfmeterschießen kippt die Hoffnung endgültig.

Als der erste deutsche Versuch vergeben ist, hat Grotenburg das Gefühl, dass dieser Abend kein gutes Ende mehr nimmt. Kurz darauf steht fest: Die Nationalmannschaft ist ausgeschieden – und auch für das BILD-Reporterteam endet die WM-Reise früher als erhofft.

„Als Journalist funktioniert man dann einfach“

Während es in Deutschland bereits 2 Uhr nachts ist, zeigt die Uhr in Boston erst 20 Uhr. Viel Zeit für Enttäuschung bleibt nach dem Abpfiff nicht. Grotenburg geht direkt in die Mixed Zone. Dort ist die Niedergeschlagenheit greifbar.

Nur wenige Spieler bleiben stehen und beantworten Fragen. Die meisten gehen wortlos in Richtung Mannschaftsbus. Nach Siegen sieht das häufig anders aus. Diesmal ist der Bereich schnell leer.

„Als Journalist funktioniert man dann einfach“, sagt Grotenburg. Analysen müssen geschrieben, Gespräche geführt und neue Informationen eingeholt werden. Die eigene Enttäuschung läuft zunächst nur im Hintergrund mit.

Die Zeitverschiebung verschafft den Reportern ausnahmsweise etwas Luft. Da die meisten Menschen in Deutschland schlafen, bleibt ihnen Zeit, sich zu sortieren und festzulegen, welche Geschichten die Leser am Morgen benötigen. Erst später setzt sich die Erkenntnis durch, dass die Reise vorbei ist.

„Man weiß: Das war es jetzt, morgen oder übermorgen geht es nach Hause“, beschreibt Grotenburg den Moment. Die Niedergeschlagenheit betrifft nicht nur die sportliche Enttäuschung. Nach Wochen im gemeinsamen Rhythmus endet von einem Augenblick auf den anderen auch eine intensive Zeit mit den Kollegen.

Die Mannschaft ist weg, die Sicherheitsstufe bleibt

Wie abrupt ein solches Turnier endet, zeigt sich kurze Zeit später. Grotenburg fährt vor seiner Abreise noch einmal zum Quartier der Nationalmannschaft. Die Spieler sind längst abgereist. Trotzdem gilt auf dem Gelände weiterhin erhöhte Sicherheitsstufe.

Die Mannschaft ist verschwunden, doch die Abläufe laufen zunächst weiter, als wäre sie noch da. Auch dieses beinahe skurrile Bild bleibt ihm von der Weltmeisterschaft in Erinnerung: ein gesichertes Teamquartier ohne Team.

Während in Deutschland nach seinen Eindrücken wegen der späten Anstoßzeiten keine große WM-Euphorie entsteht, zeigt sich das Interesse am nächsten Morgen im Netz. Wer nachts nicht zuschaut, bekommt die wichtigsten Szenen und Geschichten beim Aufstehen über soziale Medien und Nachrichtenangebote präsentiert.

„Umso krasser war die WM auf Social Media“, sagt Grotenburg. Gerade in den frühen Morgenstunden ist die Nachfrage nach aktuellen Artikeln und Einordnungen besonders groß.

Der Karrierehöhepunkt bestätigt sich

Vor dem Turnier bezeichnet Grotenburg die Weltmeisterschaft als möglichen Höhepunkt seiner bisherigen Laufbahn. Vier Monate später muss er über die Antwort nicht lange nachdenken.

„Ja, absolut“, sagt er. Noch nie zuvor war er vier Wochen am Stück außerhalb Deutschlands. Die neuen Städte, die riesigen Stadien, die Arbeit mit der Nationalmannschaft und vor allem die gemeinsame Zeit im Reporterteam machen das Turnier für ihn unvergesslich.

Inzwischen hat Grotenburg der Alltag in Berlin wieder. Er blickt auf die neue Bundesliga-Saison und hofft, auch künftig für BILD über die Nationalmannschaft berichten zu können. In zwei Jahren wäre er gerne auch bei der Europameisterschaft als Reporter dabei.

Vor vier Monaten sprach Grotenburg über seinen Traum, eine Weltmeisterschaft als Reporter zu erleben. Inzwischen weiß er, wie sich dieser Traum anfühlt – mit langen Arbeitstagen, großen Stadien, besonderen Begegnungen und einem bitteren Ende.

Die Begeisterung für seinen Beruf ist geblieben – vielleicht sogar noch ein Stück größer geworden.

Fotos: Paul Grotenburg