Anzeige
commercial-eckfeld https://commercial.meine-onlinezeitung.de/images/win/eckfeld/Symrise_Premium_2024_03_04.gif#joomlaImage://local-images/win/eckfeld/Symrise_Premium_2024_03_04.gif?width=295&height=255
Anzeige
Landkreis Holzminden

Landkreis Holzminden (red). Niedersachsen will in den Jahren 2027 bis 2029 rund 500 Millionen Euro in Landesstraßen, Brücken, Radwege und weitere Infrastruktur investieren. Nach Angaben der heimischen SPD-Landtagsabgeordneten Sabine Tippelt profitiert davon auch der Landkreis Holzminden. Das neue Mehrjahresbauprogramm sei die größte Investitionsoffensive für Landesstraßen seit Jahrzehnten und werde aus dem regulären Landeshaushalt sowie aus dem Sondervermögen Infrastruktur und Klimaneutralität finanziert.

Mehrere Maßnahmen im Landkreis Holzminden vorgesehen

Für den Landkreis Holzminden sind mehrere Fahrbahnerhaltungsmaßnahmen eingeplant. Im Jahr 2027 soll aus Mitteln des Sondervermögens die Fahrbahnerhaltung der L 428 von Brevörde bis Ottenstein beginnen. Der Abschnitt ist rund 3,25 Kilometer lang, die vorgesehenen Kosten liegen bei etwa 1,3 Millionen Euro.

Für 2028 ist die Fortsetzung der Fahrbahnerhaltung auf der L 428 von Ottenstein bis Lüntorf vorgesehen. Dieser Abschnitt umfasst rund 5,15 Kilometer. Die Kosten werden mit rund 1,2 Millionen Euro veranschlagt. Ebenfalls 2028 soll aus dem regulären Landeshaushalt die Fahrbahnerhaltung der L 580/L 583 von Arholzen bis Deensen beginnen. Die Maßnahme umfasst rund 1,06 Kilometer und ist mit rund 600.000 Euro eingeplant.

„Es ist wichtig, dass die zusätzlichen Mittel nicht nur in den großen Städten sichtbar werden, sondern auch bei uns in der Fläche ankommen“, betont Tippelt. Gerade im ländlichen Raum seien gute und sichere Straßen eine zentrale Voraussetzung für Mobilität, wirtschaftliche Entwicklung sowie die Erreichbarkeit von Arbeitsplätzen, Schulen, Ärzten und Einkaufsmöglichkeiten. Das Programm sei deshalb ein starkes Signal für den Landkreis Holzminden.

Tippelt: L 428 bei Ottenstein hat besondere Bedeutung

Besonders hebt Tippelt die Sanierung der L 428 im Bereich Ottenstein hervor. Der Zustand der Straße zeige seit Langem, dass dort dringender Handlungsbedarf bestehe. Es sei eine gute Nachricht, dass die Maßnahme nun angegangen werde – so, wie es zugesagt worden sei. Das sei ein wichtiges Signal an die Menschen vor Ort, dass Investitionen in die Infrastruktur im ländlichen Raum tatsächlich ankommen würden.

Verkehrsminister Grant Hendrik Tonne hatte bei der Vorstellung des Programms erklärt, Niedersachsen wechsle damit „vom Verwalten zum Gestalten“. Erstmals werde auf Jahre hinaus offengelegt, welche Projekte angepackt würden und wohin die Investitionen flössen. Das schaffe Planungssicherheit und mache den Abbau des Sanierungsstaus nachvollziehbar. Mit einer halben Milliarde Euro werde der Sanierungsstau Stück für Stück abgebaut. Es handele sich um „eine der größten Investitionsoffensiven für unsere Landesstraßen seit Jahrzehnten“.

Tippelt verweist außerdem auf die neue mehrjährige Planungsperspektive. Das Programm mache frühzeitig sichtbar, welche Projekte vorgesehen seien. Das schaffe mehr Verlässlichkeit für Kommunen, Unternehmen, Bauwirtschaft und die Menschen vor Ort.

„Straßenbau ist immer auch mit Einschränkungen verbunden. Baustellen, Umleitungen und Sperrungen sind für die Menschen vor Ort belastend. Aber sie sind notwendig, damit unsere Infrastruktur sicher und leistungsfähig bleibt“, erklärt Tippelt. Entscheidend sei, dass die Maßnahmen gut vorbereitet, transparent kommuniziert und zügig umgesetzt würden.

Auch Verkehrsminister Tonne hatte darauf hingewiesen, dass jede Baustelle Geduld verlange. Zugleich sei jede Sperrung, jede Umleitung und jede Baustelle ein Zeichen dafür, dass es vorangehe und in sichere, leistungsfähige Straßen investiert werde. Die Einschränkungen seien vorübergehend, der Nutzen bleibe für Jahrzehnte.

Tippelt betont abschließend, dass Infrastruktur erhalten werden müsse, bevor Schäden größer und Sanierungen teurer würden. Das Mehrjahresbauprogramm sei deshalb ein wichtiger Schritt für Niedersachsen und ein konkreter Gewinn für den Landkreis Holzminden.

Foto: Symbolfoto


Anzeige
Lesedauer: 1 Minute
Anzeige

Holzminden. Wer ein neues Eigenheim plant oder eine Immobilie übernimmt, steht oft vor einer logistischen Herausforderung: Wie koordiniert man eine Dachsanierung oder den Einbau einer PV-Anlage?

Keine Sorge, die Mairose GmbH nimmt euch den Stress ab! Ob energetische Dachdämmung oder moderne Solartechnik – bei dem Dachdecker-Unternehmen aus Holzminden bekommt ihr das Komplettpaket direkt aus einer Hand.

Das langjährige Unternehmen kümmert sich um die verlässliche Planung, das professionelle Handwerk vor Ort und berät euch umfassend zu allen staatlichen Zuschüssen. So wird das Maximum an Förderung für euer Projekt herausgeholt und euer Rücken freigehalten, damit das neue Zuhause pünktlich und energieeffizient bereitsteht.

Jetzt staatliche Zuschüsse sichern und unverbindlich von Mairose beraten lassen!

Anzeige

Lesedauer: 13 Minuten
Landkreis Holzminden

Holzminden (awin). Einen Monat war Paul Grotenburg mit der deutschen Nationalmannschaft in den USA unterwegs – und plötzlich ist alles vorbei. Die Koffer sind ausgepackt, die Wäsche ist erledigt und seit einigen Tagen sitzt er wieder am Newsdesk der BILD-Sportredaktion in Berlin. Geblieben sind Erinnerungen an seine erste Fußball-Weltmeisterschaft als DFB-Reporter und an ein Turnier, das für Deutschland früher endete als erhofft.

Noch vor vier Monaten blickte der frühere Mitarbeiter der Weser-Ith News voller Vorfreude auf das größte Abenteuer seiner bisherigen Laufbahn. Inzwischen ist aus der Erwartung eine Erfahrung geworden, die sich für ihn kaum auf einen einzelnen Augenblick reduzieren lässt.

„Das ganze Turnier war einzigartig – von der Abreise bis zur Rückreise“, sagt Grotenburg. Es sind vielmehr die vielen kleinen Erlebnisse, die sich festgesetzt haben: das erste WM-Spiel im riesigen Stadion von Houston, die Wochen rund um das Quartier der Nationalmannschaft, die gemeinsame Zeit mit den Kollegen und sogar eine Live-Schalte ins arabische Fernsehen. „Es sind so viele Momente, dass es mir wirklich schwerfällt, den einen herauszupicken.“

Vier Wochen im WM-Rhythmus

Am 2. Juni fliegt Grotenburg mit seinen Kollegen nach Chicago. Genau einen Monat später beginnt die Rückreise nach Deutschland. Dazwischen dreht sich fast alles um die DFB-Auswahl. Auch die anderen Mannschaften und Begegnungen verfolgt das Reporterteam aufmerksam. Im Mittelpunkt der eigenen Berichterstattung steht jedoch klar die deutsche Nationalmannschaft.

„So ein Turnier ist wirklich von morgens bis abends mit dem Job ausgefüllt“, erzählt er. Trainingseinheiten, Pressekonferenzen und Gespräche liefern ständig neue Themen. Gleichzeitig entstehen Artikel, Video-Aufsager und Elemente für Podcasts, die in Deutschland veröffentlicht werden, wenn in den USA eigentlich Schlafenszeit ist. Die Zeitverschiebung verlängert die Arbeitstage zusätzlich. Die Zeitverschiebung verlängert die Arbeitstage zusätzlich.

Einige freie Stunden bleiben trotzdem. Dann geht Grotenburg zum Sport oder erkundet die jeweilige Stadt. Meist bestimmt jedoch die Nationalmannschaft den Tagesablauf. Wo sie trainiert, spricht oder spielt, sind auch die Reporter.

Die Atmosphäre erlebt er vor allem in den Austragungsorten als besonders. Große Arenen, viele Fans und eine spürbare Begeisterung prägen die Spieltage. Am Basislager der deutschen Mannschaft sieht es ruhiger aus. Dort gibt es kein WM-Stadion in unmittelbarer Nähe und entsprechend weniger Turniertrubel.

{loadmoduleid 203}

Auf Englisch live ins arabische Fernsehen

Zu den ungewöhnlichsten Erlebnissen gehört eine Anfrage eines Fernsehsenders aus den Vereinigten Arabischen Emiraten. Der Sender sucht vor dem dritten deutschen Gruppenspiel einen Journalisten, der die Mannschaft fachlich einordnet. Grotenburgs Teamchef fragt ihn, ob er die Aufgabe übernehmen möchte.

Er stimmt sich mit den Kollegen ab, klärt die Themen und bereitet sich gezielt vor. Schließlich ist es etwas anderes, auf Englisch über taktische Fragen, Spieler und die Lage der Nationalmannschaft zu sprechen, als im Restaurant zu bestellen oder Smalltalk zu führen.

„Man will fachlich glänzen und seiner Expertenrolle mit qualifizierten Aussagen gerecht werden“, sagt Grotenburg. Die Schalte dauert nur wenige Minuten. Aufgeregt ist er dennoch: „Ich war schon ein bisschen nervös.“

Dass seine Einschätzung inzwischen auch international gefragt ist, markiert zugleich eine weitere Etappe seines beruflichen Weges. Seine ersten journalistischen Texte schrieb Grotenburg einst für die Weser-Ith News. Bei der Weltmeisterschaft spricht er als DFB-Experte für ein ausländisches Fernsehpublikum.

In Boston wächst die Sorge

Das sportliche Ende erlebt Grotenburg im Stadion von Boston. Schon während der ersten Halbzeit gegen Paraguay wird sein ungutes Gefühl stärker.

„Die Befürchtung, dass das schiefgehen kann, wurde von Minute zu Minute größer“, erinnert er sich. Für ihn ist es eine der schwächsten Vorstellungen der Nationalmannschaft in den vergangenen Jahren – und das schlechteste DFB-Spiel, das er in seinen zwei Jahren als Reporter im Stadion gesehen hat.

Nach der Führung Paraguays gerät Deutschland immer stärker unter Druck. Die Mannschaft rettet sich zwar noch in die Verlängerung und entwickelt dort zwischenzeitlich mehr Gefahr. Eine echte Wende gelingt jedoch nicht. Im Elfmeterschießen kippt die Hoffnung endgültig.

Als der erste deutsche Versuch vergeben ist, hat Grotenburg das Gefühl, dass dieser Abend kein gutes Ende mehr nimmt. Kurz darauf steht fest: Die Nationalmannschaft ist ausgeschieden – und auch für das BILD-Reporterteam endet die WM-Reise früher als erhofft.

„Als Journalist funktioniert man dann einfach“

Während es in Deutschland bereits 2 Uhr nachts ist, zeigt die Uhr in Boston erst 20 Uhr. Viel Zeit für Enttäuschung bleibt nach dem Abpfiff nicht. Grotenburg geht direkt in die Mixed Zone. Dort ist die Niedergeschlagenheit greifbar.

Nur wenige Spieler bleiben stehen und beantworten Fragen. Die meisten gehen wortlos in Richtung Mannschaftsbus. Nach Siegen sieht das häufig anders aus. Diesmal ist der Bereich schnell leer.

„Als Journalist funktioniert man dann einfach“, sagt Grotenburg. Analysen müssen geschrieben, Gespräche geführt und neue Informationen eingeholt werden. Die eigene Enttäuschung läuft zunächst nur im Hintergrund mit.

Die Zeitverschiebung verschafft den Reportern ausnahmsweise etwas Luft. Da die meisten Menschen in Deutschland schlafen, bleibt ihnen Zeit, sich zu sortieren und festzulegen, welche Geschichten die Leser am Morgen benötigen. Erst später setzt sich die Erkenntnis durch, dass die Reise vorbei ist.

„Man weiß: Das war es jetzt, morgen oder übermorgen geht es nach Hause“, beschreibt Grotenburg den Moment. Die Niedergeschlagenheit betrifft nicht nur die sportliche Enttäuschung. Nach Wochen im gemeinsamen Rhythmus endet von einem Augenblick auf den anderen auch eine intensive Zeit mit den Kollegen.

Die Mannschaft ist weg, die Sicherheitsstufe bleibt

Wie abrupt ein solches Turnier endet, zeigt sich kurze Zeit später. Grotenburg fährt vor seiner Abreise noch einmal zum Quartier der Nationalmannschaft. Die Spieler sind längst abgereist. Trotzdem gilt auf dem Gelände weiterhin erhöhte Sicherheitsstufe.

Die Mannschaft ist verschwunden, doch die Abläufe laufen zunächst weiter, als wäre sie noch da. Auch dieses beinahe skurrile Bild bleibt ihm von der Weltmeisterschaft in Erinnerung: ein gesichertes Teamquartier ohne Team.

Während in Deutschland nach seinen Eindrücken wegen der späten Anstoßzeiten keine große WM-Euphorie entsteht, zeigt sich das Interesse am nächsten Morgen im Netz. Wer nachts nicht zuschaut, bekommt die wichtigsten Szenen und Geschichten beim Aufstehen über soziale Medien und Nachrichtenangebote präsentiert.

„Umso krasser war die WM auf Social Media“, sagt Grotenburg. Gerade in den frühen Morgenstunden ist die Nachfrage nach aktuellen Artikeln und Einordnungen besonders groß.

Der Karrierehöhepunkt bestätigt sich

Vor dem Turnier bezeichnet Grotenburg die Weltmeisterschaft als möglichen Höhepunkt seiner bisherigen Laufbahn. Vier Monate später muss er über die Antwort nicht lange nachdenken.

„Ja, absolut“, sagt er. Noch nie zuvor war er vier Wochen am Stück außerhalb Deutschlands. Die neuen Städte, die riesigen Stadien, die Arbeit mit der Nationalmannschaft und vor allem die gemeinsame Zeit im Reporterteam machen das Turnier für ihn unvergesslich.

Inzwischen hat Grotenburg der Alltag in Berlin wieder. Er blickt auf die neue Bundesliga-Saison und hofft, auch künftig für BILD über die Nationalmannschaft berichten zu können. In zwei Jahren wäre er gerne auch bei der Europameisterschaft als Reporter dabei.

Vor vier Monaten sprach Grotenburg über seinen Traum, eine Weltmeisterschaft als Reporter zu erleben. Inzwischen weiß er, wie sich dieser Traum anfühlt – mit langen Arbeitstagen, großen Stadien, besonderen Begegnungen und einem bitteren Ende.

Die Begeisterung für seinen Beruf ist geblieben – vielleicht sogar noch ein Stück größer geworden.

Fotos: Paul Grotenburg