Holzminden (red). Sie gilt vorerst bis zum 31. August 2026 und soll nach Auffassung des Landes Niedersachsen „Lieferketten und Warenströme stabilisieren“ sowie „Produktionsstopps verhindern“ – die Aufhebung des Sonn- und Feiertagsfahrverbots für bestimmte Lkw. Hintergrund ist das Niedrigwasser auf relevanten Bundeswasserstraßen, das den Gütertransport per Binnenschiff einschränkt. Nun sollen nach Vorstellung des Landes Niedersachsen zusätzliche Transporte auf der Straße die Einschränkungen des Transportwesens auf dem Wasser kompensieren.
TKN sieht fehlende Kapazitäten
Diese „kurzfristige Ad-hoc-Maßnahme“, wie sie TKN-Prokurist Björn Schrader bezeichnet, stößt im Straßengüterverkehrsgewerbe auf Kritik. Die Redaktion hat deshalb mit Björn Schrader darüber gesprochen, inwieweit die Spedition die Sonderregelung überhaupt nutzen kann und welche praktischen Grenzen er bei einer kurzfristigen Verlagerung von Transporten auf die Straße sieht.
„Ich persönlich halte die Vorstellung, größere durch Niedrigwasser ausfallende Transportmengen kurzfristig auf die Straße zu verlagern, für kaum realistisch. Ein größeres Binnenschiff kann je nach Schiffstyp und Ladung eine Gütermenge transportieren, für die auf der Straße schnell viele Dutzend bis weit über hundert Lkw benötigt würden“, gibt Schrader zu bedenken.
Fahrzeuge nicht beliebig verfügbar
Der Prokurist gibt Einblicke in die Situation bei TKN in Holzminden: „Wir haben dafür schlicht nicht die notwendigen Kapazitäten. Das betrifft nicht nur das Personal. Auch die entsprechenden Fahrzeuge – beispielsweise Schüttgut-Lkw, Silofahrzeuge oder Tankzüge – stehen kurzfristig nicht in beliebiger Zahl zur Verfügung.“
„Unser Fuhrpark ist ausgelastet, und auch der Einsatz unserer Mitarbeiter ist entsprechend geplant“, fasst Schrader die Situation vor Ort in Holzminden zusammen. Grund dafür sei unter anderem, dass das Unternehmen seine Kunden auf langfristiger Basis betreue und die Disposition sowie der Personaleinsatz dementsprechend eng strukturiert seien.
Weitere Beteiligte benötigen Kapazitäten
Doch selbst wenn bei der Spedition zusätzliche Kapazitäten vorhanden wären, müssten auch die weiteren Beteiligten entlang der Transportkette über entsprechende Kapazitäten verfügen.
„Eine Verlagerung auf die Straße bedeutet deshalb nicht einfach, einen Lkw anstelle eines Schiffes vorfahren zu lassen. Zufahrten, Ladeeinrichtungen, Lagerflächen, Personal und Prozesse müssen für einen erheblich höheren Lkw-Durchsatz überhaupt ausgelegt sein“, gibt Schrader zu bedenken.
Ein weiterer Aspekt sind die gesetzlichen Vorgaben zu Arbeits-, Lenk- und Ruhezeiten. Diese begrenzten nach Einschätzung Schraders ebenfalls die Möglichkeiten, durch die Aufhebung des Sonn- und Feiertagsfahrverbots kurzfristig zusätzliche Transportkapazitäten zu schaffen.
Ruhezeiten gelten weiterhin
„Die gesetzlichen Vorgaben verschwinden nicht dadurch, dass das Sonntagsfahrverbot aufgehoben wird. Die vorgeschriebenen Ruhezeiten müssen genommen werden. Eine Freigabe des Sonntagsverkehrs schafft schließlich keine zusätzlichen Arbeitsstunden. Sie verschiebt zunächst lediglich die möglichen Einsatzzeiten innerhalb der Woche“, mahnt Schrader.
Laut dem Prokuristen sind Ruhezeiten auch „keine lästige bürokratische Vorschrift“. Vielmehr seien diese „wichtig und notwendig“. Denn wer die ganze Woche über einen 40-Tonner bewege, trage eine erhebliche Verantwortung und brauche entsprechende Erholungszeiten.
Wochenende bleibt wichtig für Fahrer
„Ob die Ruhezeiten am Wochenende oder während der Woche eingehalten werden, ändert nichts daran, dass der Fahrer in dieser Zeit nicht zur Verfügung steht.“
Für TKN steht auch ein Faktor besonders im Mittelpunkt: der Mensch. „TKN lebt davon, dass wir mit unseren Mitarbeitern auf Augenhöhe zusammenarbeiten. Freizeit ist für einen Kraftfahrer ein knappes Gut. Viele Fahrer verbringen die gesamte Arbeitswoche im Lkw. Das Wochenende gehört deshalb dem Fahrer, seiner Familie und seinen Freunden. Daran wollen wir grundsätzlich auch nichts ändern“, erklärt Schrader.
Wochenendfreiheit als Argument bei Personalgewinnung
Dass TKN seine Fahrer planmäßig nicht am Wochenende einsetze, sei für das Unternehmen durchaus ein Argument bei der Personalgewinnung und Mitarbeiterbindung.
„Natürlich gibt es einzelne Mitarbeiter, die bereit wären, auch am Wochenende zu arbeiten – nicht zuletzt, weil sich dies durch entsprechende Zuschläge finanziell bemerkbar macht“, erklärt Schrader. Ein am Wochenende eingesetzter Fahrer würde aufgrund der einzuhaltenden Ruhezeiten jedoch entsprechend zu anderen Zeiten innerhalb der Woche nicht zur Verfügung stehen.
Schrader sieht keine substanzielle Lösung
Für Björn Schrader steht fest: „Ich halte die Aufhebung des Sonntagsfahrverbots nicht für eine substanzielle Antwort auf die Niedrigwasserproblematik. Sie erweitert zwar formal das Zeitfenster, in dem bestimmte Lkw fahren dürfen, schafft aber weder zusätzliche Fahrer noch zusätzliche Fahrzeuge, Ladeeinrichtungen oder Kapazitäten bei Verladern und Empfängern.“
Foto: Schrader
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Dachsanierung mit Speziallösung: Firma Mairose meistert auch anspruchsvolle Projekte
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Holzminden. Nicht jedes Dach lässt sich mit einer Standardlösung sanieren. Das zeigte auch ein aktuelles Projekt der Firma Mairose aus Holzminden. Aufgrund der geringen Dachneigung stellte das Gebäude besondere Anforderungen an die Planung und Ausführung.
Vom Sanierungswunsch zur Komplettlösung
Der Hauseigentümer berichtet, dass im vergangenen Jahr zunächst das Wohnhaus umfassend modernisiert wurde. Unter anderem wurden neue Fenster eingebaut. Zunächst habe die Überlegung bestanden, das bestehende Dach lediglich instand setzen zu lassen. Bei einer Begutachtung habe sich jedoch gezeigt, dass eine Reparatur keine sinnvolle Lösung mehr gewesen sei. Bereits an den Dachfenstern sei Feuchtigkeit eingedrungen, da diese undicht gewesen seien. Daraufhin fiel die Entscheidung für eine vollständige Dachsanierung.
Besondere Herausforderung bei der Dacheindeckung
Für die Firma Mairose lag die besondere Herausforderung in der geringen Dachneigung. Mairose-Dachdeckermeister Milan Schmidt erklärt, dass solche Dächer nicht alltäglich seien und deshalb eine spezielle Lösung erforderlich gewesen sei. Zum Einsatz kam ein Dachziegel der Firma Jacobi, der ausdrücklich für Dächer mit geringer Dachneigung zugelassen ist und damit die technischen Anforderungen erfüllt.
Förderung und persönliche Betreuung
Neben der fachgerechten Ausführung profitierte der Kunde auch von einer umfassenden Beratung. Auf Empfehlung der Firma Mairose wurde ein Energieberater hinzugezogen. Dadurch konnte eine Förderung beantragt werden, die die Kosten der Dachsanierung zusätzlich reduzierte.
Besonders positiv hebt der Hauseigentümer die Betreuung während des gesamten Projekts hervor. Bei Fragen sei die Firma Mairose jederzeit schnell erreichbar gewesen. Rückmeldungen und Informationen seien stets zeitnah erfolgt. Mit dem Ergebnis der Arbeiten zeigt sich der Kunde rundum zufrieden.
Die Firma Mairose setzt auf individuelle Lösungen für jedes Dach – auch dann, wenn besondere bauliche Gegebenheiten spezielle Materialien und Fachwissen erfordern.
Nicht sichtbare Gefahr bei Niedrigwasser: DLRG Holzminden warnt vor dem Betreten und Durchqueren der Weser
Lesedauer: 7 Minuten
Holzminden
Holzminden (ber). Der Pegel der Weser ist deutlich gesunken. An der Messstation in Höxter liegt der Wasserstand laut Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (WSV) aktuell bei etwa 57 Zentimetern. Mitte Juli zeigten die Messwerte noch einen Pegelstand von etwa 120 Zentimetern an. Doch der niedrige Wasserstand bedeutet keine Entwarnung: Die DLRG-Ortsgruppe Holzminden warnt davor, die Weser zu betreten oder zu Fuß zu durchqueren.
Doch wie gefährlich ist die Weser bei Niedrigwasser wirklich? Welche neuen Gefahren ergeben sich hierdurch? Die Redaktion hat bei der DLRG-Ortsgruppe Holzminden e. V. nachgefragt und wichtige Hinweise über mögliche Gefahren bei Niedrigwasser erhalten.
Niedriger Wasserstand bedeutet nicht weniger Risiko
„Viele Menschen verbinden einen niedrigen Wasserstand mit einem geringen Risiko“, berichtet Niko Stille, 2. Vorsitzender der DLRG-Ortsgruppe Holzminden, in Bezug auf die Weser. Die typischen Gefahren in der Weser würden jedoch bestehen bleiben. Hinzu kämen weitere Risiken, die bei einem normalen Pegelstand weniger auffielen.
„Die Strömung kann selbst bei niedrigem Wasserstand erheblich sein und verändert sich durch Engstellen oder Untiefen teilweise sogar. Hinzu kommen rutschige Steine, plötzlich tiefere Bereiche sowie Hindernisse wie Äste oder andere Gegenstände, die unter der Wasseroberfläche liegen. Wer die Weser unterschätzt, bringt sich schnell in Gefahr“, erklärt Stille.
Ausgespülte Bereiche werden sichtbar
Bei Niedrigwasser hat die DLRG die Möglichkeit, Gefahrenstellen ausfindig zu machen und Maßnahmen zu ergreifen. Aktuell würden immer mehr Bereiche sichtbar werden, in denen auf flache Abschnitte plötzlich deutlich tiefere Stellen folgen.
Diese wurden durch die Strömung so weit ausgespült, dass dort kein sicherer Stand mehr möglich ist. Beim Begehen der Weser kann sich daraus eine Gefahr entwickeln.
„Sichtbar werden genau solche Stellen aktuell beispielsweise, wenn man von der Holzmindener Weserbrücke Richtung Getreidespeicher schaut“, warnt Niko Stille.
Trotz des geringen Pegelstands rät die DLRG-Ortsgruppe Holzminden davon ab, die Weser zu betreten. Wer dennoch in der Weser schwimmen möchte, kann auf Veranstaltungen zurückgreifen, bei denen das Schwimmen unter Aufsicht stattfindet. Solche Angebote gab es zuletzt im Juli in Rinteln; Ende August ist das Weserschwimmen in Lüchtringen vorgesehen. Alternativ stehen bekannte Badegewässer wie der Godelheimer See zur Verfügung.
Durchquerungen können schnell gefährlich werden
„Gerade an warmen Tagen stellen wir fest, dass der niedrige Wasserstand viele Menschen dazu verleitet, die Weser zu Fuß zu durchqueren oder an Stellen zu baden, die sonst nicht erreichbar wären“, berichtet der zweite Vorsitzende. „Der Untergrund ist häufig uneben und rutschig, sodass man leicht stürzen kann. Außerdem wechseln flache und tiefere Bereiche oft unerwartet. Wer das Gleichgewicht verliert, kann von der Strömung erfasst werden. Besonders für Kinder oder unsichere Schwimmer kann das schnell zu einer großen Gefahr werden“, fügt er an.
DLRG bleibt trotz Niedrigwasser einsatzfähig
Die Einsatzfähigkeit der DLRG bleibt trotz des Niedrigwassers grundsätzlich erhalten. Auch die Rettungsboote können weiterhin die Bereiche der Weser erreichen. Der geringe Pegelstand erfordert allerdings eine besonders vorsichtige Fahrweise.
„Grundsätzlich ist die Einsatzfähigkeit unserer Rettungsboote weiterhin gewährleistet. Allerdings führt der niedrige Wasserstand dazu, dass wir einzelne Bereiche der Weser deutlich vorsichtiger befahren müssen. Flache Stellen, Kiesbänke oder bislang überdeckte Hindernisse erschweren die Anfahrt und können den Einsatz verzögern“, erklärt Stille.
Dabei sind vor allem gute Ortskenntnisse sowie das Zusammenspiel von Technik und den Bootsführerinnen und Bootsführern erforderlich. Die DLRG nutzt beispielsweise ein Sonar-System. Dabei handelt es sich um ein technisches Verfahren zur Ortung von Gegenständen und zur Messung von Entfernungen unter Wasser mithilfe von Schallwellen.
Strömungsretter trainieren unter realistischen Bedingungen
Neben den Rettungsbooten spielen bei Einsätzen in der Weser auch speziell ausgebildete Strömungsretterinnen und Strömungsretter eine wichtige Rolle. Das gilt insbesondere für Bereiche, in denen Rettungsboote aufgrund des geringen Wasserstands nur mit besonderer Vorsicht eingesetzt werden können.
„Unsere Rettungsschwimmer und Strömungsretter trainieren den sicheren Umgang im fließenden Gewässer regelmäßig unter realistischen Bedingungen“, erklärt die DLRG. Nach Angaben der Ortsgruppe lernen die Strömungsretterinnen und Strömungsretter dabei, die Strömungsverhältnisse einzuschätzen und spezielle Rettungstechniken in Flüssen einzusetzen.
Einsatzkräfte der DLRG bilden eine Suchkette während eines Übungsszenarios im Kiesteich.
Die DLRG-Ortsgruppe Holzminden rät daher trotz des niedrigen Pegelstands davon ab, die Weser zu betreten oder zu Fuß zu durchqueren. Wer schwimmen möchte, könne stattdessen auf beaufsichtigte Veranstaltungen oder bekannte Badegewässer ausweichen.
Fotos: ber, DLRG-Ortsgruppe Holzminden e. V.
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