Nach 44 Jahren beim Landkreis: Marie-Luise Niegel verabschiedet sich in den Ruhestand
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Landkreis Holzminden
Landkreis Holzminden (red). Nach 44 Jahren beim Landkreis Holzminden ist für Marie-Luise Niegel ein neuer Lebensabschnitt angebrochen. Die langjährige Mitarbeiterin, zuletzt Geschäftsführerin des gemeinsam von Landkreis und Arbeitsagentur betriebenen Jobcenters Holzminden, ist in den Ruhestand verabschiedet worden. Während einer Feierstunde im Kreishaus würdigten Landrat Michael Schünemann und der Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Hameln, Gerhard Durchstecher, ihre Verdienste und wünschten ihr für die Zukunft alles Gute.
Würdigung einer langen Laufbahn
„Es ist, als ob ein Teil des Inventars den Landkreis verlässt“, bekannte Landrat Michael Schünemann in seiner Ansprache. Marie-Luise Niegel habe über viele Jahre an unterschiedlichsten Stellen Verantwortung übernommen und die Kreisverwaltung maßgeblich mitgeprägt. Die 1982 als Auszubildende zur Verwaltungsfachangestellten in die Kreisverwaltung eingetretene Niegel habe sich stets loyal und ausgesprochen umsetzungsstark gezeigt, so Schünemann. Auch ihr ehrenamtliches Engagement neben den beruflichen Aufgaben sei keineswegs selbstverständlich und zeige ihr großes Arbeitsethos.
Gerhard Durchstecher lobte die Gestaltungs- und Umsetzungskraft Marie-Luise Niegels während ihrer zweijährigen Tätigkeit als Geschäftsführerin des Jobcenters. Er kenne Niegel bereits seit 1993 aus gemeinsamen Arbeitsamtzeiten und habe den Kontakt seitdem stets gepflegt. Deshalb habe es für ihn keinen Moment des Zögerns gegeben, als Schünemann sie im Frühjahr 2024 für die Geschäftsführung vorgeschlagen habe. Bereut habe er diese Entscheidung nie. Man habe jederzeit gespürt, dass Niegel etwas bewegen und Entwicklungen voranbringen wollte.
Vielfältige Aufgaben beim Landkreis
Diesen Gestaltungswillen stellte die Neu-Ruheständlerin auch selbst in den Mittelpunkt ihrer Abschiedsrede. Sie habe in ihrer Zeit beim Landkreis immer etwas „fertigmachen wollen“, resümierte Marie-Luise Niegel. Das sei ihr bei den Schulbeschlüssen zwar nicht vollständig gelungen, dennoch habe sie die Schulentwicklung als Dezernentin und später als Bereichsleiterin von 2019 bis Mitte 2024 intensiv begleitet.
Ihre Laufbahn begann nach der Ausbildung zur Verwaltungsfachangestellten beziehungsweise Kreisinspektorin im Wirtschafts- und Finanzbereich der Kreisverwaltung. Es folgten mehrere Jahre als Personalrätin in Vollzeit, anschließend mehr als sieben Jahre als Leiterin des Sozialamtes sowie drei Jahre als Dezernentin für Jugend und Familie. Bis 2019 war sie zudem persönliche Referentin von Landrätin Angela Schürzeberg.
Auch nach dem Ruhestand aktiv
Auf ihre Zeit beim Jobcenter blickt Marie-Luise Niegel ebenfalls mit Stolz zurück. „Wir haben ein paar Änderungen vorgenommen, die das Jobcenter noch erfolgreicher machen“, erklärte sie. Nun sei es an der Zeit, die neuen gesetzlichen Regelungen umzusetzen. Deshalb sei sie schon etwas traurig, ihre Tätigkeit zu beenden. „Aber jetzt schaue ich mir das halt von außen an, wie es weitergeht“, sagte sie.
Langweilig dürfte ihr auch im Ruhestand nicht werden. Die gebürtige Dohnserin möchte in ihrer Heimatstadt Bodenwerder für den Stadtrat kandidieren. Darüber hinaus wird sie Museumsführerin im Münchhausen-Museum und bleibt weiterhin ehrenamtliche Richterin am Niedersächsischen Finanzgericht.
Foto: Landkreis Holzminden
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„Als Journalist funktioniert man dann einfach“: Ex-WIN-Reporter Paul Grotenburg blickt auf seine erste WM zurück
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Landkreis Holzminden
Holzminden (awin). Einen Monat war Paul Grotenburg mit der deutschen Nationalmannschaft in den USA unterwegs – und plötzlich ist alles vorbei. Die Koffer sind ausgepackt, die Wäsche ist erledigt und seit einigen Tagen sitzt er wieder am Newsdesk der BILD-Sportredaktion in Berlin. Geblieben sind Erinnerungen an seine erste Fußball-Weltmeisterschaft als DFB-Reporter und an ein Turnier, das für Deutschland früher endete als erhofft.
Noch vor vier Monaten blickte der frühere Mitarbeiter der Weser-Ith News voller Vorfreude auf das größte Abenteuer seiner bisherigen Laufbahn. Inzwischen ist aus der Erwartung eine Erfahrung geworden, die sich für ihn kaum auf einen einzelnen Augenblick reduzieren lässt.
„Das ganze Turnier war einzigartig – von der Abreise bis zur Rückreise“, sagt Grotenburg. Es sind vielmehr die vielen kleinen Erlebnisse, die sich festgesetzt haben: das erste WM-Spiel im riesigen Stadion von Houston, die Wochen rund um das Quartier der Nationalmannschaft, die gemeinsame Zeit mit den Kollegen und sogar eine Live-Schalte ins arabische Fernsehen. „Es sind so viele Momente, dass es mir wirklich schwerfällt, den einen herauszupicken.“
Vier Wochen im WM-Rhythmus
Am 2. Juni fliegt Grotenburg mit seinen Kollegen nach Chicago. Genau einen Monat später beginnt die Rückreise nach Deutschland. Dazwischen dreht sich fast alles um die DFB-Auswahl. Auch die anderen Mannschaften und Begegnungen verfolgt das Reporterteam aufmerksam. Im Mittelpunkt der eigenen Berichterstattung steht jedoch klar die deutsche Nationalmannschaft.
„So ein Turnier ist wirklich von morgens bis abends mit dem Job ausgefüllt“, erzählt er. Trainingseinheiten, Pressekonferenzen und Gespräche liefern ständig neue Themen. Gleichzeitig entstehen Artikel, Video-Aufsager und Elemente für Podcasts, die in Deutschland veröffentlicht werden, wenn in den USA eigentlich Schlafenszeit ist. Die Zeitverschiebung verlängert die Arbeitstage zusätzlich. Die Zeitverschiebung verlängert die Arbeitstage zusätzlich.
Einige freie Stunden bleiben trotzdem. Dann geht Grotenburg zum Sport oder erkundet die jeweilige Stadt. Meist bestimmt jedoch die Nationalmannschaft den Tagesablauf. Wo sie trainiert, spricht oder spielt, sind auch die Reporter.
Die Atmosphäre erlebt er vor allem in den Austragungsorten als besonders. Große Arenen, viele Fans und eine spürbare Begeisterung prägen die Spieltage. Am Basislager der deutschen Mannschaft sieht es ruhiger aus. Dort gibt es kein WM-Stadion in unmittelbarer Nähe und entsprechend weniger Turniertrubel.
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Auf Englisch live ins arabische Fernsehen
Zu den ungewöhnlichsten Erlebnissen gehört eine Anfrage eines Fernsehsenders aus den Vereinigten Arabischen Emiraten. Der Sender sucht vor dem dritten deutschen Gruppenspiel einen Journalisten, der die Mannschaft fachlich einordnet. Grotenburgs Teamchef fragt ihn, ob er die Aufgabe übernehmen möchte.
Er stimmt sich mit den Kollegen ab, klärt die Themen und bereitet sich gezielt vor. Schließlich ist es etwas anderes, auf Englisch über taktische Fragen, Spieler und die Lage der Nationalmannschaft zu sprechen, als im Restaurant zu bestellen oder Smalltalk zu führen.
„Man will fachlich glänzen und seiner Expertenrolle mit qualifizierten Aussagen gerecht werden“, sagt Grotenburg. Die Schalte dauert nur wenige Minuten. Aufgeregt ist er dennoch: „Ich war schon ein bisschen nervös.“
Dass seine Einschätzung inzwischen auch international gefragt ist, markiert zugleich eine weitere Etappe seines beruflichen Weges. Seine ersten journalistischen Texte schrieb Grotenburg einst für die Weser-Ith News. Bei der Weltmeisterschaft spricht er als DFB-Experte für ein ausländisches Fernsehpublikum.
In Boston wächst die Sorge
Das sportliche Ende erlebt Grotenburg im Stadion von Boston. Schon während der ersten Halbzeit gegen Paraguay wird sein ungutes Gefühl stärker.
„Die Befürchtung, dass das schiefgehen kann, wurde von Minute zu Minute größer“, erinnert er sich. Für ihn ist es eine der schwächsten Vorstellungen der Nationalmannschaft in den vergangenen Jahren – und das schlechteste DFB-Spiel, das er in seinen zwei Jahren als Reporter im Stadion gesehen hat.
Nach der Führung Paraguays gerät Deutschland immer stärker unter Druck. Die Mannschaft rettet sich zwar noch in die Verlängerung und entwickelt dort zwischenzeitlich mehr Gefahr. Eine echte Wende gelingt jedoch nicht. Im Elfmeterschießen kippt die Hoffnung endgültig.
Als der erste deutsche Versuch vergeben ist, hat Grotenburg das Gefühl, dass dieser Abend kein gutes Ende mehr nimmt. Kurz darauf steht fest: Die Nationalmannschaft ist ausgeschieden – und auch für das BILD-Reporterteam endet die WM-Reise früher als erhofft.
„Als Journalist funktioniert man dann einfach“
Während es in Deutschland bereits 2 Uhr nachts ist, zeigt die Uhr in Boston erst 20 Uhr. Viel Zeit für Enttäuschung bleibt nach dem Abpfiff nicht. Grotenburg geht direkt in die Mixed Zone. Dort ist die Niedergeschlagenheit greifbar.
Nur wenige Spieler bleiben stehen und beantworten Fragen. Die meisten gehen wortlos in Richtung Mannschaftsbus. Nach Siegen sieht das häufig anders aus. Diesmal ist der Bereich schnell leer.
„Als Journalist funktioniert man dann einfach“, sagt Grotenburg. Analysen müssen geschrieben, Gespräche geführt und neue Informationen eingeholt werden. Die eigene Enttäuschung läuft zunächst nur im Hintergrund mit.
Die Zeitverschiebung verschafft den Reportern ausnahmsweise etwas Luft. Da die meisten Menschen in Deutschland schlafen, bleibt ihnen Zeit, sich zu sortieren und festzulegen, welche Geschichten die Leser am Morgen benötigen. Erst später setzt sich die Erkenntnis durch, dass die Reise vorbei ist.
„Man weiß: Das war es jetzt, morgen oder übermorgen geht es nach Hause“, beschreibt Grotenburg den Moment. Die Niedergeschlagenheit betrifft nicht nur die sportliche Enttäuschung. Nach Wochen im gemeinsamen Rhythmus endet von einem Augenblick auf den anderen auch eine intensive Zeit mit den Kollegen.
Die Mannschaft ist weg, die Sicherheitsstufe bleibt
Wie abrupt ein solches Turnier endet, zeigt sich kurze Zeit später. Grotenburg fährt vor seiner Abreise noch einmal zum Quartier der Nationalmannschaft. Die Spieler sind längst abgereist. Trotzdem gilt auf dem Gelände weiterhin erhöhte Sicherheitsstufe.
Die Mannschaft ist verschwunden, doch die Abläufe laufen zunächst weiter, als wäre sie noch da. Auch dieses beinahe skurrile Bild bleibt ihm von der Weltmeisterschaft in Erinnerung: ein gesichertes Teamquartier ohne Team.
Während in Deutschland nach seinen Eindrücken wegen der späten Anstoßzeiten keine große WM-Euphorie entsteht, zeigt sich das Interesse am nächsten Morgen im Netz. Wer nachts nicht zuschaut, bekommt die wichtigsten Szenen und Geschichten beim Aufstehen über soziale Medien und Nachrichtenangebote präsentiert.
„Umso krasser war die WM auf Social Media“, sagt Grotenburg. Gerade in den frühen Morgenstunden ist die Nachfrage nach aktuellen Artikeln und Einordnungen besonders groß.
Der Karrierehöhepunkt bestätigt sich
Vor dem Turnier bezeichnet Grotenburg die Weltmeisterschaft als möglichen Höhepunkt seiner bisherigen Laufbahn. Vier Monate später muss er über die Antwort nicht lange nachdenken.
„Ja, absolut“, sagt er. Noch nie zuvor war er vier Wochen am Stück außerhalb Deutschlands. Die neuen Städte, die riesigen Stadien, die Arbeit mit der Nationalmannschaft und vor allem die gemeinsame Zeit im Reporterteam machen das Turnier für ihn unvergesslich.
Inzwischen hat Grotenburg der Alltag in Berlin wieder. Er blickt auf die neue Bundesliga-Saison und hofft, auch künftig für BILD über die Nationalmannschaft berichten zu können. In zwei Jahren wäre er gerne auch bei der Europameisterschaft als Reporter dabei.
Vor vier Monaten sprach Grotenburg über seinen Traum, eine Weltmeisterschaft als Reporter zu erleben. Inzwischen weiß er, wie sich dieser Traum anfühlt – mit langen Arbeitstagen, großen Stadien, besonderen Begegnungen und einem bitteren Ende.
Die Begeisterung für seinen Beruf ist geblieben – vielleicht sogar noch ein Stück größer geworden.
Fotos: Paul Grotenburg
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