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Landkreis Holzminden

Holzminden (awin). Einen Monat war Paul Grotenburg mit der deutschen Nationalmannschaft in den USA unterwegs – und plötzlich ist alles vorbei. Die Koffer sind ausgepackt, die Wäsche ist erledigt und seit einigen Tagen sitzt er wieder am Newsdesk der BILD-Sportredaktion in Berlin. Geblieben sind Erinnerungen an seine erste Fußball-Weltmeisterschaft als DFB-Reporter und an ein Turnier, das für Deutschland früher endete als erhofft.

Noch vor vier Monaten blickte der frühere Mitarbeiter der Weser-Ith News voller Vorfreude auf das größte Abenteuer seiner bisherigen Laufbahn. Inzwischen ist aus der Erwartung eine Erfahrung geworden, die sich für ihn kaum auf einen einzelnen Augenblick reduzieren lässt.

„Das ganze Turnier war einzigartig – von der Abreise bis zur Rückreise“, sagt Grotenburg. Es sind vielmehr die vielen kleinen Erlebnisse, die sich festgesetzt haben: das erste WM-Spiel im riesigen Stadion von Houston, die Wochen rund um das Quartier der Nationalmannschaft, die gemeinsame Zeit mit den Kollegen und sogar eine Live-Schalte ins arabische Fernsehen. „Es sind so viele Momente, dass es mir wirklich schwerfällt, den einen herauszupicken.“

Vier Wochen im WM-Rhythmus

Am 2. Juni fliegt Grotenburg mit seinen Kollegen nach Chicago. Genau einen Monat später beginnt die Rückreise nach Deutschland. Dazwischen dreht sich fast alles um die DFB-Auswahl. Auch die anderen Mannschaften und Begegnungen verfolgt das Reporterteam aufmerksam. Im Mittelpunkt der eigenen Berichterstattung steht jedoch klar die deutsche Nationalmannschaft.

„So ein Turnier ist wirklich von morgens bis abends mit dem Job ausgefüllt“, erzählt er. Trainingseinheiten, Pressekonferenzen und Gespräche liefern ständig neue Themen. Gleichzeitig entstehen Artikel, Video-Aufsager und Elemente für Podcasts, die in Deutschland veröffentlicht werden, wenn in den USA eigentlich Schlafenszeit ist. Die Zeitverschiebung verlängert die Arbeitstage zusätzlich. Die Zeitverschiebung verlängert die Arbeitstage zusätzlich.

Einige freie Stunden bleiben trotzdem. Dann geht Grotenburg zum Sport oder erkundet die jeweilige Stadt. Meist bestimmt jedoch die Nationalmannschaft den Tagesablauf. Wo sie trainiert, spricht oder spielt, sind auch die Reporter.

Die Atmosphäre erlebt er vor allem in den Austragungsorten als besonders. Große Arenen, viele Fans und eine spürbare Begeisterung prägen die Spieltage. Am Basislager der deutschen Mannschaft sieht es ruhiger aus. Dort gibt es kein WM-Stadion in unmittelbarer Nähe und entsprechend weniger Turniertrubel.

Auf Englisch live ins arabische Fernsehen

Zu den ungewöhnlichsten Erlebnissen gehört eine Anfrage eines Fernsehsenders aus den Vereinigten Arabischen Emiraten. Der Sender sucht vor dem dritten deutschen Gruppenspiel einen Journalisten, der die Mannschaft fachlich einordnet. Grotenburgs Teamchef fragt ihn, ob er die Aufgabe übernehmen möchte.

Er stimmt sich mit den Kollegen ab, klärt die Themen und bereitet sich gezielt vor. Schließlich ist es etwas anderes, auf Englisch über taktische Fragen, Spieler und die Lage der Nationalmannschaft zu sprechen, als im Restaurant zu bestellen oder Smalltalk zu führen.

„Man will fachlich glänzen und seiner Expertenrolle mit qualifizierten Aussagen gerecht werden“, sagt Grotenburg. Die Schalte dauert nur wenige Minuten. Aufgeregt ist er dennoch: „Ich war schon ein bisschen nervös.“

Dass seine Einschätzung inzwischen auch international gefragt ist, markiert zugleich eine weitere Etappe seines beruflichen Weges. Seine ersten journalistischen Texte schrieb Grotenburg einst für die Weser-Ith News. Bei der Weltmeisterschaft spricht er als DFB-Experte für ein ausländisches Fernsehpublikum.

In Boston wächst die Sorge

Das sportliche Ende erlebt Grotenburg im Stadion von Boston. Schon während der ersten Halbzeit gegen Paraguay wird sein ungutes Gefühl stärker.

„Die Befürchtung, dass das schiefgehen kann, wurde von Minute zu Minute größer“, erinnert er sich. Für ihn ist es eine der schwächsten Vorstellungen der Nationalmannschaft in den vergangenen Jahren – und das schlechteste DFB-Spiel, das er in seinen zwei Jahren als Reporter im Stadion gesehen hat.

Nach der Führung Paraguays gerät Deutschland immer stärker unter Druck. Die Mannschaft rettet sich zwar noch in die Verlängerung und entwickelt dort zwischenzeitlich mehr Gefahr. Eine echte Wende gelingt jedoch nicht. Im Elfmeterschießen kippt die Hoffnung endgültig.

Als der erste deutsche Versuch vergeben ist, hat Grotenburg das Gefühl, dass dieser Abend kein gutes Ende mehr nimmt. Kurz darauf steht fest: Die Nationalmannschaft ist ausgeschieden – und auch für das BILD-Reporterteam endet die WM-Reise früher als erhofft.

„Als Journalist funktioniert man dann einfach“

Während es in Deutschland bereits 2 Uhr nachts ist, zeigt die Uhr in Boston erst 20 Uhr. Viel Zeit für Enttäuschung bleibt nach dem Abpfiff nicht. Grotenburg geht direkt in die Mixed Zone. Dort ist die Niedergeschlagenheit greifbar.

Nur wenige Spieler bleiben stehen und beantworten Fragen. Die meisten gehen wortlos in Richtung Mannschaftsbus. Nach Siegen sieht das häufig anders aus. Diesmal ist der Bereich schnell leer.

„Als Journalist funktioniert man dann einfach“, sagt Grotenburg. Analysen müssen geschrieben, Gespräche geführt und neue Informationen eingeholt werden. Die eigene Enttäuschung läuft zunächst nur im Hintergrund mit.

Die Zeitverschiebung verschafft den Reportern ausnahmsweise etwas Luft. Da die meisten Menschen in Deutschland schlafen, bleibt ihnen Zeit, sich zu sortieren und festzulegen, welche Geschichten die Leser am Morgen benötigen. Erst später setzt sich die Erkenntnis durch, dass die Reise vorbei ist.

„Man weiß: Das war es jetzt, morgen oder übermorgen geht es nach Hause“, beschreibt Grotenburg den Moment. Die Niedergeschlagenheit betrifft nicht nur die sportliche Enttäuschung. Nach Wochen im gemeinsamen Rhythmus endet von einem Augenblick auf den anderen auch eine intensive Zeit mit den Kollegen.

Die Mannschaft ist weg, die Sicherheitsstufe bleibt

Wie abrupt ein solches Turnier endet, zeigt sich kurze Zeit später. Grotenburg fährt vor seiner Abreise noch einmal zum Quartier der Nationalmannschaft. Die Spieler sind längst abgereist. Trotzdem gilt auf dem Gelände weiterhin erhöhte Sicherheitsstufe.

Die Mannschaft ist verschwunden, doch die Abläufe laufen zunächst weiter, als wäre sie noch da. Auch dieses beinahe skurrile Bild bleibt ihm von der Weltmeisterschaft in Erinnerung: ein gesichertes Teamquartier ohne Team.

Während in Deutschland nach seinen Eindrücken wegen der späten Anstoßzeiten keine große WM-Euphorie entsteht, zeigt sich das Interesse am nächsten Morgen im Netz. Wer nachts nicht zuschaut, bekommt die wichtigsten Szenen und Geschichten beim Aufstehen über soziale Medien und Nachrichtenangebote präsentiert.

„Umso krasser war die WM auf Social Media“, sagt Grotenburg. Gerade in den frühen Morgenstunden ist die Nachfrage nach aktuellen Artikeln und Einordnungen besonders groß.

Der Karrierehöhepunkt bestätigt sich

Vor dem Turnier bezeichnet Grotenburg die Weltmeisterschaft als möglichen Höhepunkt seiner bisherigen Laufbahn. Vier Monate später muss er über die Antwort nicht lange nachdenken.

„Ja, absolut“, sagt er. Noch nie zuvor war er vier Wochen am Stück außerhalb Deutschlands. Die neuen Städte, die riesigen Stadien, die Arbeit mit der Nationalmannschaft und vor allem die gemeinsame Zeit im Reporterteam machen das Turnier für ihn unvergesslich.

Inzwischen hat Grotenburg der Alltag in Berlin wieder. Er blickt auf die neue Bundesliga-Saison und hofft, auch künftig für BILD über die Nationalmannschaft berichten zu können. In zwei Jahren wäre er gerne auch bei der Europameisterschaft als Reporter dabei.

Vor vier Monaten sprach Grotenburg über seinen Traum, eine Weltmeisterschaft als Reporter zu erleben. Inzwischen weiß er, wie sich dieser Traum anfühlt – mit langen Arbeitstagen, großen Stadien, besonderen Begegnungen und einem bitteren Ende.

Die Begeisterung für seinen Beruf ist geblieben – vielleicht sogar noch ein Stück größer geworden.

Fotos: Paul Grotenburg


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Hameln News

Hameln (red). Zwei Tage, sechs Bühnen und mehr als 270 Künstlerinnen und Künstler: Am Freitag und Samstag, 28. und 29. August 2026, verwandelt sich die Hamelner Altstadt beim 11. Hamelner Pflasterfest erneut in eine große Open-Air-Bühne. Rund 50 Bands, drei DJ-Areas und Angebote für Kinder bilden ein Programm, das von Rock, Pop und Soul über Punk, Funk und Blues bis zu Reggae, Ska und modernen Festival-Sounds reicht. Der Eintritt ist frei.

Bekannte Namen und regionale Bands

Zu den markanten Namen des diesjährigen Line-ups gehören El Flecha Negra, I-Fire, Fatcat, Tiavo, Lonely Spring, ROX! sowie Sweety Glitter & The Sweethearts. Hinzu kommen zahlreiche lokale und regionale Formationen, darunter Out of Order, Candypunx und Rice of Jesus aus Hameln. Besucherinnen und Besucher können zwischen den Bühnen wechseln, bekannte Bands erleben und neue Musik entdecken.

Am Freitag verbindet El Flecha Negra auf der Stadtwerke-Bühne lateinamerikanische Rhythmen mit Reggae und Ska. Zuvor steht dort Tiavo mit Neuer Deutscher Welle auf dem Programm, den Abschluss des Abends übernimmt I-Fire. Auf der Volksbank-Bühne spielen unter anderem die Hamelner Soul-, Funk- und Rockband Out of Order sowie Under Influence. Weitere Freitagsacts sind Nerd Academy, Phil Seeboth, The Roomers, Isabelle Gebhardt Trio, Generation XYZ, Sick Lick, FYVR und Lonely Spring.

Glam Rock zum Abschluss am Samstag

Am Samstag gehören Skyline Green und Fatcat zu den Höhepunkten auf der Stadtwerke-Bühne. Den Abschluss auf dieser Bühne übernehmen Sweety Glitter & The Sweethearts mit Glam Rock. Auf der Volksbank-Bühne stehen die Lieblinge der Region Talkin Wire und die Band ROX! – die sich nicht umsonst als „THE BEST EUROPEAN TRIBUTE BAND OF ROXETTE“ bezeichnet – im Abendprogramm. Außerdem sind unter anderem Jahfro auf der VGH-Bühne und Die Toten Ärzte auf der Lohmann-Bühne zu erleben.

Das Pflasterfest ist längst über die Stadtgrenzen hinaus bekannt. Zwischen Hochzeitshaus, Pferdemarkt, „Osterstraße“, „Bäckerstraße“ und Münsterkirchhof treffen ein breites Live-Musik-Angebot und die historische Kulisse der Hamelner Altstadt aufeinander. Das Fest spricht damit Musikfans, Familien, Freundeskreise und Gäste aus der gesamten Region an.

Angebote für unterschiedliche Generationen

Auch Kinder und junge Gäste gehören zum Pflasterfest. Aktionen und weitere Angebote ergänzen das Bühnenprogramm und machen das Altstadtfest zu einem Erlebnis für unterschiedliche Generationen.

Raus aus dem Trubel, rein in die Gondel: Das neue DEWEZET-Riesenrad bietet eine ganz neue Perspektive auf das Pflasterfest. Mit Blick aus knapp 40 Metern Höhe über die Altstadt, ihre Lichter und Bühnen wird schon die Fahrt selbst zum Erlebnis, bevor es anschließend wieder zur nächsten Lieblingsband geht.

Die Lohmann-Gruppe feiert – und Hameln feiert mit. Am Posthof entsteht mit der neuen Lohmann-Bühne ein Festivalbereich für Begegnungen, gute Musik und gemeinsame Erlebnisse.

Veranstalterin wirbt für das Programm

„Wir haben dieses Jahr schon echt ein sehr cooles Programm. Vorbeikommen lohnt sich“, sagt Jennifer Maletzki, Projektmanagerin im Bereich City und Events bei der Hameln Marketing und Tourismus GmbH, der Veranstalterin des Pflasterfestes.

Unterstützt wird das Hamelner Pflasterfest 2026 von den Stadtwerken Hameln Weserbergland, der Volksbank Hameln-Stadthagen, der Dewezet, Synatix und der VGH.

Der Eintritt zum Hamelner Pflasterfest ist frei. Wer dazu beitragen möchte, dass das umfangreiche Musikprogramm auch künftig ohne Eintrittskarte besucht werden kann, kann das Fest online als Unterstützerin oder Unterstützer fördern. Das Pflasterfest kann online unter hameln-marketing-und-tourismus-gmbh-a9gy.vivenushop.com unterstützt werden.

Pflasterfest an zwei Tagen

Das Hamelner Pflasterfest 2026 findet am Freitag, 28. August 2026, von 17 bis 1 Uhr und am Samstag, 29. August 2026, von 12 bis 1 Uhr in der Hamelner Altstadt statt. Der Eintritt ist frei.

Das vollständige Programm und weitere Informationen sind unter www.pflasterfest-hameln.de zu finden.

Foto: Arif Türkmen