Höxter/Holzminden (red). Vor wenigen Tagen warnte das Veterinäramt des Landkreises Holzminden vor dem sogenannten „Shamonda-Virus“, dessen Verbreitung sich bisher vereinzelt auf Teile Afrikas und Asiens beschränkt hatte. Wie das Veterinäramt mitteilte, wurde die neue europäische Variante des Erregers in diesem Sommer allerdings in einigen rinderhaltenden Betrieben in Europa nachgewiesen, darunter in Süddeutschland, der Schweiz und Frankreich.
Nun hat der Kreis Höxter erstmals einen amtlich bestätigten Fall des „Shamonda-Virus“ bei einem Rind im benachbarten Kreis Höxter gemeldet. Nach Angaben des Kreises greift damit neben der Blauzungenkrankheit eine weitere von Stechmücken übertragene Erkrankung in der Region um sich. Für Menschen ist das Virus nach aktuellem Kenntnisstand völlig ungefährlich.
Erster Nachweis in Deutschland erfolgte Anfang August
In Deutschland wurde das Virus Anfang August erstmals vom Friedrich-Loeffler-Institut in Baden-Württemberg und Bayern nachgewiesen. Es folgten amtlich bestätigte Fälle in Rheinland-Pfalz und Hessen. Zudem traten Infektionen in der Schweiz und in Frankreich auf. Mit dem Nachweis im Kreis Höxter erreicht das Geschehen nach Angaben des Kreises nun auch die hiesigen Bestände.
Nach weiteren Angaben des Kreises Höxter ist die wissenschaftliche Datenbasis zum „Shamonda-Virus“ bisher noch sehr gering. Als wichtige Wirte gelten Rinder, vermutlich sind aber auch andere Wiederkäuer wie Schafe oder Ziegen betroffen. Das Virus weist zudem eine enge Verwandtschaft mit dem bereits bekannten „Schmallenberg-Virus“ auf.
Infektion kann für ungeborene Kälber schwere Folgen haben
Infizierte Rinder fallen durch Fieber, Fressunlust, einen deutlichen Rückgang der Milchleistung und Durchfall auf. Während erwachsene Tiere meist einen milden Krankheitsverlauf zeigen und sich nach wenigen Tagen wieder erholen, kann die Infektion eines tragenden Tieres zu schweren fetalen Schädigungen und Missbildungen führen. Die geborenen Kälber sind selten überlebensfähig. Auch Aborte und Totgeburten sind möglich.
Da bisher keine Impfstoffe zur Verfügung stehen, empfiehlt das Veterinäramt vorbeugende Schutzmaßnahmen. Um das Infektionsrisiko zumindest zu mindern, sollte – ebenso wie zum Schutz gegen die Blauzungenkrankheit – eine ausreichende und regelmäßige Behandlung der Tiere mit Insektenabwehrmitteln erfolgen, um die Übertragung durch blutsaugende Gnitzen einzudämmen.
Veterinäramt rät zur tierärztlichen Abklärung
Behördliche Maßnahmen ergeben sich nach Angaben des Kreises Höxter im Falle eines Nachweises nicht. Rinderhalterinnen und Rinderhalter sollten beim Auftreten der beschriebenen Symptome oder bei auffälligen Neugeborenen eine mögliche Infektion umgehend tierärztlich abklären lassen.
Informationen erteilt auch das Veterinäramt des Landkreises Holzminden unter der Telefonnummer 05531/707347.