Holzminden (red). Im Rahmen seiner Vorstellungstour hat der Landratskandidat Uwe Lange gemeinsam mit seiner Frau Frauke Lange die Geschäftsstelle des Kreissportbundes (KSB) besucht. Im Sportpark an der Liebigstraße kam es zu einem intensiven Meinungsaustausch über die Zukunft des Vereinssports, die Förderung des Ehrenamts und die Verbesserung der Sportinfrastruktur. Empfangen wurde das Ehepaar vom KSB-Vorsitzenden Bernd Wiesendorf und Geschäftsführer Steve Sander.
Ehrenamt und verlässliche Sportförderung im Fokus
Ein zentrales Thema des Treffens war die Modernisierung und Entlastung ehrenamtlicher Strukturen. Bernd Wiesendorf verwies auf die jüngsten Erfolge des Kreissportbundes, der nach eigenen Angaben als einer der ersten in der Region das Gold-Zertifikat „Engagementfreundlicher Sportverein“ des Landessportbundes Niedersachsen (LSB) erhalten habe.
„Wir verstehen uns als Dienstleister für die Vereine und übernehmen Koordinierungsaufgaben für den Landkreis und die Kommunen“, erklärte Wiesendorf. Dafür sei eine verlässliche und bedarfsorientierte Sportförderung entscheidend.
Uwe Lange, der nach eigenen Angaben selbst stark im Vereinsleben verwurzelt und weiterhin aktiver Basketballer ist, erklärte: „Die Sportvereine sind das soziale Rückgrat unseres Landkreises. Annähernd die Hälfte der Bevölkerung ist hier aktiv. Als Landrat werde ich mich dafür einsetzen, bürokratische Hürden für Ehrenamtliche abzubauen und verlässliche Rahmenbedingungen zu schaffen.“
Fünfjahresvertrag als Vorschlag
Dazu gehöre nach Angaben des Landratskandidaten ein Fünfjahresvertrag mit dem Kreissportbund über ein festes Sportbudget. Darin sollten gemeinsame Ziele vereinbart werden. „Auf dieser Grundlage kann der organisierte Sport über die Mittel frei verfügen“, so Uwe Lange. Weiter erklärte er: „Für diesen Weg werde ich im Kreistag werben.“ Verlässlichkeit und Vertrauen seien für ihn wichtige Grundlagen des Verwaltungshandelns.
Frauke Lange, die als Krankenschwester und Heilpraktikerin arbeitet, betonte die gesundheitliche und präventive Bedeutung des Sports. Sie ist zudem Trainerin für Gesundheitssport.
Integration und Unterstützung der Vereine
Geschäftsführer Steve Sander gab einen Einblick in aktuelle Bildungs- und Sportprojekte für Jugendliche sowie in den Stand des strategischen Entwicklungsprozesses im Weserbergland. Der Sport leiste einen wichtigen Beitrag zur Integration. Dafür benötigten die Vereine jedoch Unterstützung. Die zunächst auf drei Jahre eingerichtete Projektstelle von Moritz Kremer sollte nach seiner Auffassung dauerhaft durch den Landessportbund und den Landkreis finanziert werden.
„Genau um solche Fragestellungen wird es bei der Budgetfestlegung gehen“, erklärte Uwe Lange. Das gelte ebenso für die Unterstützung der Übungsleiterinnen und Übungsleiter.
Steve Sander sprach außerdem die bevorstehende Sportlerehrung in der Stadthalle an. Nach seiner Darstellung seien Spitzenleistungen über mehr als zehn Jahre nicht angemessen gewürdigt worden. Gerade erfolgreiche Sportlerinnen und Sportler könnten Vorbilder für die Gesellschaft sein. „Leistung braucht Anerkennung“, erklärte Uwe Lange und bezog diese Aussage nicht nur auf den Sport.
Sportstätten und Investitionen
Der Kreissportbund übernimmt nach Angaben des Vereins durch Wolfgang Jacob auch Managementaufgaben für das Liebigstadion. Die Anlage biete grundsätzlich gute Rahmenbedingungen für zahlreiche Sportarten. Allerdings müssten technische Anforderungen erfüllt werden.
Uwe Schünemann, der den Landratskandidaten bei dem Termin begleitet hatte, erklärte in seiner Funktion als Präsident des Niedersächsischen Leichtathletik-Verbandes: „Gern würden wir hier Landesmeisterschaften ausrichten, aber die Anlagen müssten zertifiziert sein.“
In diesem Zusammenhang erinnerte Steve Sander an die gemeinsam mit der HAWK gestartete Bestandsaufnahme aller Sportstätten im Landkreis Holzminden. Diese Analyse sei eine wichtige Grundlage für zukünftige Investitionsentscheidungen. „Setzen Sie sich dafür ein, dass diese Datenbank fertiggestellt wird“, appellierte der KSB-Geschäftsführer an den Landratskandidaten.
Uwe Lange erklärte dazu: „Wir brauchen ein Lagebild über die Sportanlagen und den Investitionsbedarf.“ Es müssten Prioritäten gesetzt und Förderanträge besser koordiniert werden. Dazu wolle er die Hauptverwaltungsbeamtinnen und Hauptverwaltungsbeamten einladen und das Gespräch mit der HAWK über eine Fortführung des Projekts suchen.
Dialog mit dem organisierten Sport angekündigt
Der Besuch endete mit dem Versprechen des Landratskandidaten, einen engen und lösungsorientierten Dialog zwischen der Kreisverwaltung und dem organisierten Sport pflegen zu wollen. Uwe Lange unterstrich nochmals, dass Sportpolitik für ihn aktive Zukunfts- und Gesundheitspolitik für den Landkreis Holzminden sei.
Foto: Frauke Lange

