Holzminden (red). Bereits seit über zehn Jahren gibt es in Holzminden die Stelle der Kinder- und Jugendbeauftragten. Seit fast acht Jahren wird diese von Julia Rentziehausen – Sozialarbeiterin und Leiterin des Jugendzentrums Holzmindens – ausgefüllt. In den vergangenen Jahren wurde viel bewegt. Es wurden einige Projekte und Fundamente geschaffen und jährlich eine Vielzahl an Kindern und Jugendlichen erreicht.
Im Rückblick zeigen sich eher kleine Projekte, wie ein Fotoprojekt, bei dem Jugendliche Holzminden aus ihrem Blick fotografieren und darüber mit Julia in den Austausch für potenzielle Veränderungen gehen konnten, oder eine Freizeitumfrage für Grundschulkinder.
Vom Kinderstadtplan bis zum Jugendrat
Es finden sich jedoch auch große, umfangreiche Projekte und Fundamente, wie die Neuauflage des Kinderstadtplans, die Spielplatzanalyse, die große Jugendkampagne „Die Jugend von heute…“ und nicht zuletzt die Gründung eines Jugendrates.
Ab diesem Jahr bekommen Kinder und Jugendliche einmal im Jahr die Möglichkeit, sich in einem eigenen Forum direkt und persönlich zu den Themen zu äußern, die sie bewegen. Was wünscht Du Dir hier in der Stadt? Was ist gut, was ist schlecht oder macht Dir vielleicht sogar Angst? Was sollte sich verändern?
Kinder und Jugendliche sind die Expertinnen und Experten ihrer eigenen Lebenswelt und sollen als diese wahr- und ernst genommen werden. Ihre Perspektiven, Wünsche und Anliegen sollen gehört und berücksichtigt werden.
Kinder- und Jugendforen am 25. September
Die Foren finden in diesem Jahr am 25. September in der Mensa der HAWK statt. Das Kinderforum richtet sich an Kinder ab dem Grundschulalter und beginnt um 16 Uhr. Das Jugendforum richtet sich an Jugendliche ab 14 Jahren und beginnt um 19 Uhr. In diesem Jahr soll es dabei insbesondere um das Thema psychische Gesundheit gehen: Was beschäftigt Jugendliche? Was belastet sie? Was tut ihnen gut und welche Unterstützung wünschen sie sich?
Für Getränke und einen kleinen Snack ist gesorgt. Beide Foren sind kostenlos und können ohne vorherige Anmeldung besucht werden. Der Zugang erfolgt über die Teiche.
Umfrage nimmt Alltag und Lebenswelt in den Blick
Ein neues Instrument der Beteiligung für Teenies und Jugendliche ab der weiterführenden Schule ist seit dem vergangenen Jahr die standardisierte Teenie- und Jugendumfrage. Die Umfrage enthält Fragen zum Alltag und zur Lebenswelt von Teenies und Jugendlichen in Holzminden. Dabei geht es unter anderem um ihre Bedürfnisse, beispielsweise in Bezug auf Sicherheit und das eigene Wohlbefinden in der Stadt und an ihren unterschiedlichen Aufenthaltsorten.
Darüber hinaus werden auch Veränderungswünsche und Ideen aus Sicht der Teenies und Jugendlichen abgefragt. Auch bei diesem Beteiligungsformat steht der Gedanke im Mittelpunkt, Teenies und Jugendliche als Expertinnen und Experten ihrer eigenen Lebensphase und Lebenswelt anzuerkennen und ihre Perspektiven ernst zu nehmen.
Umfrage soll Jugendliche online und analog erreichen
An die direkte Lebenswelt der Teenies und Jugendlichen, die zu einem großen Teil durch Kommunikation und Kontakt über Apps und Online-Plattformen geprägt ist, knüpft auch die Idee an, den Kontakt zur Zielgruppe über ein Online-Tool herzustellen und die Umfrage auf diesem Weg durchzuführen.
Zur Teilnahme an der Umfrage wird die Kinder- und Jugendbeauftragte über die zum Zeitpunkt der Veröffentlichung gängigen teenie- und jugendtypischen Online-Netzwerke aufrufen. Gleichzeitig wird die Umfrage auch über analoge Wege, beispielsweise durch Plakate und weitere Materialien an den Schulen, beworben.
Ergebnisse sollen Entwicklungen sichtbar machen
Neben gezielten Angeboten für Kinder und Jugendliche der Stadt Holzminden, die aus beiden Fundamenten erwachsen sollen, erhält die Kinder- und Jugendbeauftragte durch die jährliche Durchführung auf lange Sicht vergleichbare Ergebnisse, aus denen Schlüsse für die Entwicklung der Bedarfe der Kinder und Jugendlichen gezogen werden sollen. So soll es möglich bleiben, mit den sich rasant verändernden Bedarfen zu arbeiten, sich aus Sicht der Kinder- und Jugendbeauftragten möglichst früh darauf einzustellen und gezielte Projekte präventiv ausarbeiten zu können.
Die Jugendumfrage wird in diesem Jahr am 25. September – dem Tag, an dem auch die Kinder- und Jugendforen stattfinden – veröffentlicht.
„Ich freue mich auf viele neue Eindrücke und bin schon jetzt sehr gespannt auf neue Projekte und darauf, was sich in ein paar Jahren zu der Entwicklung der Bedarfe sagen lässt“, so die Kinder- und Jugendbeauftragte Julia Rentziehausen.
Foto: Stadt Holzminden