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Holzminden

Holzminden (awin). Feierlicher Anlass an der Astrid-Lindgren-Grundschule: Am Mittwochvormittag ist das Richtfest für die unmittelbar an die Schule angrenzende neue Sporthalle gefeiert worden. Weil das Wetter nicht mitspielte, wurde die Feier kurzerhand in den Rohbau verlegt. Der Stimmung tat das keinen Abbruch – vor allem die Schülerinnen und Schüler sorgten von Beginn an für Leben auf der Baustelle.

Geladene Gäste aus Politik und Stadtverwaltung, Lehrkräfte sowie zahlreiche Grundschülerinnen und Grundschüler verfolgten das Richtfest. Für einen schwungvollen Auftakt sorgten die Kinder selbst: Mit dem Mitmach-Hit „Gute Laune“ eröffneten sie das Programm. Bürgermeister Christian Belke ließ sich dabei nicht lange bitten und stieg kurzerhand in die Tanz-Choreografie der Schülerinnen und Schüler mit ein.

Alter Brauch trifft auf neuen Schulstandort

Im Anschluss richtete Belke das Wort zunächst an die Kinder und wollte von ihnen wissen, was ein Richtfest eigentlich sei und warum der grüne Richtkranz auf dem Dach angebracht werde. Nach einigen Antworten aus den Reihen der Schülerinnen und Schüler erklärte der Bürgermeister die Tradition des Richtfestes. Der jahrhundertealte Brauch stehe bis heute für den Dank für die geleistete Arbeit sowie für den Wunsch nach Glück und Segen für das entstehende Gebäude.

Nach dem bereits realisierten Neubau der Astrid-Lindgren-Schule entstehe mit der Sporthalle nun der nächste wichtige Baustein am Schulstandort. Belke brachte deren Bedeutung mit einem augenzwinkernden Vergleich auf den Punkt: „Eine Schule ohne Sporthalle ist wie die Villa Kunterbunt ohne Pippi Langstrumpf.“

Für die Astrid-Lindgren-Schule hat Bewegung ohnehin einen festen Platz im pädagogischen Konzept. Als offene Ganztagsschule mit Sprachheilklassen setzt sie unter anderem auf den Schwerpunkt „Fit & Fair“.

„Die neue Sporthalle wird jedoch weit mehr sein als ein Gebäude für den Sportunterricht“, sagte Belke. Sie solle auch ein Ort der Begegnung, des gemeinsamen Lernens und der persönlichen Entwicklung werden.

Sein Dank galt schließlich dem Rat der Stadt Holzminden, den Mitarbeitenden der Stadtverwaltung und insbesondere dem Baudezernat unter Leitung von Baudezernent Flormann sowie den Planerinnen und Planern, den ausführenden Unternehmen, der Schulleitung und dem Kollegium.

Mehr als 5800 Kubikmeter umbauter Raum

Die Planungen für die neue Einfeld-Sporthalle laufen seit April 2024. Die Baugenehmigung wurde am 23. September 2025 erteilt. Mit ersten Fällarbeiten begann die Umsetzung am 5. November 2025, die Arbeiten an Baugrube und Baufeld folgten ab dem 1. Dezember. Der symbolische Spatenstich wurde am 11. Februar 2026 gesetzt.

Die Sporthalle entsteht auf einer bebauten Grundfläche von 1009 Quadratmetern und umfasst einen umbauten Raum von 5827 Kubikmetern. Vorgesehen ist ein klimafreundlicher Neubau als Effizienzgebäude 40. Die Klimafreundlichkeit wird unter anderem durch eine Lebenszyklusanalyse nachgewiesen. Zur Wärmeversorgung sollen Luft-Wärmepumpen eingesetzt werden.

Auch die Nutzung von Wärme aus Tiefbrunnen war im Vorfeld geprüft worden. Die wasserführenden Schichten erwiesen sich jedoch als nicht ergiebig genug, sodass diese Möglichkeit nicht weiterverfolgt werden konnte.

Nach derzeitiger Planung soll die Sporthalle am 28. Juni 2027 an die Stadt übergeben werden. Die schulische Nutzung ist ab dem 8. Juli 2027 vorgesehen.

Richtspruch wird zum Höhepunkt

Für den Höhepunkt des Vormittags sorgte schließlich Christian Hecker von der Hecker System Holzbau GmbH & Co. KG aus Marienmünster-Vörden. Das Unternehmen hatte den Dachstuhl mit Schalung errichtet. In traditioneller Zimmermannskleidung stieg Hecker auf das oberste Gerüst unter der Hallendecke und sprach von dort den Richtspruch „Mit Gunst und Verlaub“.

Besonders laut wurde es bei der wiederkehrenden Zeile „Hoch soll sie leben, hoch, hoch, hoch“. Die Grundschülerinnen und Grundschüler stimmten kräftig mit ein und sorgten damit sowohl bei sich selbst als auch bei den übrigen Gästen für beste Stimmung. Der gemeinsame Ruf gab dem traditionellen Richtspruch einen lebendigen Rahmen und setzte einen passenden Schlusspunkt unter den offiziellen Teil des Richtfestes.

Anschließend klangen die Feierlichkeiten bei Essen und Getränken im Rohbau der künftigen Sporthalle aus.

Fotos: awin


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Eschershausen-Stadtoldendorf

Eschershausen (awin). Der Stadtrat hat den stellvertretenden Stadtdirektor Andreas Fischer am Montagabend abberufen. Alle neun anwesenden Ratsmitglieder stimmten für seine Abberufung. Bürgermeister Friedhelm Bandke bleibt dagegen im Amt. Zwar votierten auch in seinem Fall sämtliche anwesenden Ratsmitglieder für eine Abberufung, die dafür erforderliche Zweidrittelmehrheit konnte aufgrund der Zahl der Anwesenden jedoch nicht erreicht werden.

Die beiden Personalentscheidungen standen im Mittelpunkt der 22. Sitzung des Stadtrates. Wegen des erwarteten Zuschauerandrangs war die öffentliche Sitzung aus dem Stadthaus in die Aula der Grundschule verlegt worden. Dort waren zu Beginn sämtliche Besucherplätze besetzt.

Am Ratstisch blieben dagegen mehrere Plätze frei. Die Mitglieder der Wählergemeinschaft Eschershausen (WGE) nahmen geschlossen nicht an der Sitzung teil. Die Sitzungsleitung übernahm deshalb August-Wilhelm Ritterbusch. Friedhelm Bandke hatte ihn kurz vor Beginn der Sitzung vor dem Gebäude mit dieser Aufgabe betraut.

Die Öffentlichkeit zeigte großes Interesse an der Ratssitzung

Tagesordnungspunkt zu beanstandeten Sachverhalten entfällt

Nicht beraten wurde Tagesordnungspunkt 8. Unter diesem Punkt sollte sich der Rat mit den von der Kommunalaufsicht beanstandeten Sachverhalten bei Mitwirkungsverboten und Vergaben im Zusammenhang mit Andreas Fischer befassen.

Als Grund für die Absetzung des Tagesordnungspunktes wurden in der Sitzung datenschutzrechtliche Bedenken genannt. Zuvor war bei der Stadt Eschershausen ein anwaltliches Schreiben eingegangen. Nach Angaben der Verwaltung konnte dieses aufgrund des kurzfristigen Eingangs vor der Ratssitzung nicht mehr ausreichend geprüft werden. Um mögliche Nachteile für die Stadt Eschershausen zu vermeiden, wurde der Tagesordnungspunkt daher nicht behandelt.

Für Abberufung Bandkes reicht Stimmenzahl nicht

Das Fernbleiben der WGE hatte unmittelbare Auswirkungen auf die Abstimmung über die Abberufung des Bürgermeisters. Dem Stadtrat gehören 15 Mitglieder an. Für eine Abberufung Bandkes waren zehn Stimmen und damit eine Zweidrittelmehrheit erforderlich. Da lediglich neun Ratsmitglieder an der Sitzung teilnahmen, konnte diese Mehrheit nicht zustande kommen.

Über den Tagesordnungspunkt wurde dennoch abgestimmt. Alle neun anwesenden Ratsmitglieder votierten für die Abberufung Bandkes. Die notwendige Stimmenzahl wurde damit nicht erreicht. Friedhelm Bandke bleibt Bürgermeister der Stadt Eschershausen.

Friedhelm Bandke (2. v. l.) bleibt Bürgermeister von Eschershausen

Rat stimmt geschlossen für Abberufung Fischers

Anders war die rechtliche Ausgangslage bei Andreas Fischer. Stadtdirektor Robert Kumlehn gab während der Sitzung zu Protokoll, dass für die Abberufung des stellvertretenden Stadtdirektors die einfache Mehrheit des Rates erforderlich sei. Alle neun anwesenden Ratsmitglieder stimmten anschließend für Fischers Abberufung.

Vor der Abstimmung begründeten CDU/SPD und FDP ihren Antrag noch einmal. Sie verwiesen dabei auf die Ergebnisse der Prüfung durch die Kommunalaufsicht und die dort beanstandeten Sachverhalte bei Vergaben und Mitwirkungsverboten. Rücktrittsforderungen war Fischer zuvor nicht nachgekommen. Mit den neun Stimmen der anwesenden Ratsmitglieder war seine Abberufung schließlich beschlossen.

Fotos: awin

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