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Holzminden

Holzminden (red). Der scheidende Landrat Michael Schünemann kandidiert bei der Kommunalwahl am 13. September 2026 als parteiloser Bewerber auf der Liste der FDP für den Stadtrat Holzminden. Er steht auf Listenplatz drei der insgesamt elf Kandidatinnen und Kandidaten umfassenden Liste.

„Wir freuen uns sehr, dass der scheidende Landrat Michael Schünemann sich dazu entschieden hat, als parteiloser Kandidat auf der Liste der FDP für den Stadtrat Holzminden zu kandidieren und seine Fachkenntnisse und seine Kontakte weiter für seine Heimatstadt einzubringen“, erklärte der FDP-Ortsvorsitzende Jens Ebert bei der Vorstellung der Stadtratsliste.

Schünemann begründete seine Entscheidung mit den Erfahrungen aus seiner Amtszeit als Landrat. „Ich habe mich bewußt für eine Kandidatur bei der FDP entschieden, da ich in meiner Amtszeit als Landrat die vertrauensvolle und zielgerichtete Zusammenarbeit mit der FDP-Fraktion sehr zu schätzen gelernt habe“, erläuterte er.

FDP tritt mit elf Kandidaten zur Kommunalwahl an

Angeführt wird die FDP-Liste von Jens Ebert, der dem Stadtrat Holzminden nach Angaben des Ortsverbandes seit 20 Jahren angehört. Auf Listenplatz zwei folgt das bisherige Ratsmitglied Jörg Howind. Nach Michael Schünemann auf Platz drei kandidiert Björn Jerusalem auf dem vierten Listenplatz. Er ist aufgrund seiner Tätigkeit in einem großen Pkw-Haus und seines kulturellen Engagements in Holzminden bekannt.

Auf den weiteren Listenplätzen folgen der Unternehmer Jean-Marc Molard, Zahnarzt Dr. Norbert Klewe, Uwe Riedel, Andrea Mertens, Jan-Felix Vogel, Ricardo Crespo-Fromm und Sascha Gärtner.

„Es ist uns gelungen, fachkundige Kandidaten aus den Bereichen Wirtschaft, Kultur und Verwaltung zu finden, so dass wir in allen Ausschüssen gute Arbeit im Interesse der Stadt Holzminden leisten können“, berichtete Jens Ebert. Die FDP ist derzeit mit vier Mitgliedern im Stadtrat vertreten. Nach Angaben des Ortsverbandes sei es das Ziel, dieses Ergebnis bei der Kommunalwahl möglichst zu verbessern.

FDP setzt auf Wirtschaft, Tourismus und Haushaltsdisziplin

Der stellvertretende FDP-Ortsvorsitzende Jörg Howind erklärte, die Partei wolle weiterhin mit allen demokratischen Parteien im Stadtrat zusammenarbeiten. „Wir freuen uns auf eine weitere überparteiliche und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit allen demokratischen Parteien im Stadtrat“, sagte er.

Nach Darstellung der FDP solle der Standort Holzminden durch parteiübergreifende Entscheidungen für Wirtschaft und Tourismus gestärkt werden. Zugleich müsse angesichts der Haushaltslage der Nutzen städtischer Ausgaben sorgfältig geprüft werden. Die Zeiten von Wohltaten nach dem Rasenmäherprinzip seien nach Auffassung der Partei vorbei.

„Wir müssen denen Unterstützung und die richtigen Rahmenbedingungen zukommen lassen, die mit Innovation und Investition Arbeitsplätze in Holzminden schaffen“, erklärte Howind. Nachteilige Entscheidungen für den Wirtschafts- und Bildungsstandort dürften sich aus Sicht der FDP nicht wiederholen. Als Beispiel nannte der stellvertretende Ortsvorsitzende die nach Ansicht der Partei erfolgte Verhinderung des von ihr als dringend notwendig bewerteten Neubaus der HAWK.

Foto: FDP


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Landkreis Holzminden

Holzminden (awin). Wenn Beschwerden plötzlich auftreten und sich nicht einschätzen lassen, beginnt für Betroffene oft die Suche nach der richtigen medizinischen Anlaufstelle. Ab Dienstag, 1. September, gibt es dafür in Holzminden ein zusätzliches Angebot: Das Regionale Krankenhaus eröffnet eine Akut-Ambulanz. Sie richtet sich an Menschen, deren Beschwerden zeitnah abgeklärt werden sollten. Ein Termin oder eine Überweisung ist dafür nicht erforderlich.

Geöffnet ist die Akut-Ambulanz montags bis freitags von 8 bis 16 Uhr. Sie befindet sich im ersten Obergeschoss des Regionalen Krankenhauses am „Forster Weg“ 34. Geschäftsführer Ingo Goldammer verbindet mit dem Start einen weiteren Entwicklungsschritt: „Wir als Krankenhaus-Betrieb freuen uns, ein neues Kapitel aufzuschlagen.“

Wenn zunächst unklar ist, was hinter den Beschwerden steckt

Gedacht ist das Angebot unter anderem für neu aufgetretene oder sich verschlechternde Beschwerden, Schmerzen und andere gesundheitliche Probleme, die zeitnah ärztlich untersucht werden sollten. Gerade wenn die Ursache zunächst unklar ist, soll die Akut-Ambulanz Orientierung geben und den weiteren Behandlungsweg klären.

„Viele Menschen sind unsicher, wie ernst ihre Beschwerden einzuschätzen sind oder an wen sie sich wenden sollen“, berichtet Dr. Andreas Press, Ärztlicher Leiter des Regionalen Krankenhauses Holzminden. Die Akut-Ambulanz setze genau an diesem Punkt an. Patientinnen und Patienten sollen dort ärztlich eingeschätzt werden, die notwendige Diagnostik erhalten und bei Bedarf direkt zur weiteren Behandlung vermittelt werden.

Fachärztliche Behandlung direkt am Standort möglich

Dabei kann das Regionale Krankenhaus auf die Facharztpraxen des MVZ Holzminden am selben Standort zurückgreifen. Je nach Befund können weitere Untersuchungen oder eine fachärztliche Behandlung veranlasst werden. Bei Verletzungen oder Beschwerden des Bewegungsapparates ist beispielsweise eine Weiterleitung an die chirurgischen oder orthopädischen Praxen im Haus möglich.

Auch eine stationäre Aufnahme kann sich unmittelbar anschließen, wenn eine weitere Überwachung oder eine Behandlung über Nacht erforderlich ist. Das Regionale Krankenhaus verfügt über 20 Betten sowie eine durchgehende ärztliche und pflegerische Versorgung.

„Wir bieten Versorgung eins-zu-eins auf Krankenhaus-Niveau“, betont Goldammer. Der Vorteil des Modells liege aus Sicht des Geschäftsführers darin, Diagnostik, fachärztliche Behandlung und bei Bedarf die stationäre Versorgung an einem Standort miteinander verbinden zu können.

Melina Potthast entscheidet sich bewusst für Holzminden

Eine zentrale Aufgabe in der neuen Akut-Ambulanz übernimmt Melina Potthast als Physician Assistant. Den Standort kennt sie bereits aus ihrer früheren Tätigkeit im Holzmindener Krankenhaus. Nach ihrer Ausbildung zur Medizinischen Fachangestellten und ihrer Arbeit in der damaligen Notaufnahme absolvierte sie ein dreijähriges Studium zur Physician Assistant.

Nun kehrt sie nach Holzminden zurück. „Ich habe mich ganz bewusst für den Standort Holzminden entschieden. Die Stelle war bei mir die erste Wahl“, sagt Potthast. Goldammer zufolge sei ihre Position wichtig, weil damit ärztliche Kompetenz unmittelbar in den Aufnahmebereich gebracht werde.

Melina Potthast bei der Arbeit
Bei lebensbedrohlichen Notfällen bleibt die 112 entscheidend

Eine Notaufnahme für lebensbedrohliche Situationen ist die Akut-Ambulanz allerdings nicht. Bei Verdacht auf Herzinfarkt oder Schlaganfall, bei schweren Verletzungen, Bewusstlosigkeit oder anderen akuten Notfällen muss weiterhin unverzüglich der Notruf 112 gewählt werden.

Ebenso ersetzt das Angebot weder die hausärztliche Betreuung noch den ärztlichen Bereitschaftsdienst der Kassenärztlichen Vereinigung außerhalb der regulären Sprechzeiten. Die Akut-Ambulanz soll die bestehende ambulante Versorgung ergänzen.

Krankenhaus erhofft sich Entlastung für die Region

Mit dem neuen Angebot reagieren die Verantwortlichen zugleich auf die Situation der medizinischen Versorgung im Landkreis. „Mit der Akut-Ambulanz wollen wir auch Entlastung schaffen im Hinblick auf schließende Hausarzt-Praxen und überfüllte Notaufnahmen“, erklärt Goldammer. Ob und in welchem Umfang das gelingt, wird sich nach dem Start im laufenden Betrieb zeigen.

Für die Pflegerische Leitung Nina Möller steht die Eröffnung auch für die Entwicklung des Krankenhausstandortes. „Es ist schön zu sehen und einfach klasse, dass wir uns weiterentwickeln“, sagt sie.

Fotos: awin

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