Holzminden (haa). Am vergangenen Freitag bedankte sich die DLRG-Ortsgruppe Holzminden am Bootshaus am Stahler Ufer bei der Stadt und dem Landkreis für die finanzielle Unterstützung bei der Anschaffung neuer Tauchausrüstung. Mit acht neuen Taucheranzügen kann die Ortsgruppe künftig nicht nur in einem einheitlichen Erscheinungsbild, sondern auch sicherer in ihre Einsätze starten.
Alte Taucheranzüge teilweise rund 20 Jahre alt
Die neue Ausrüstung sei für die Mitglieder von besonderer Bedeutung. Zuvor seien die Anzüge privat angeschafft und anschließend weitergegeben worden. Das bedeutete, dass viele der Tauchanzüge bereits in die Jahre gekommen waren – einige waren sogar rund 20 Jahre alt. „Kein Anzug glich dem anderen. Wir sind alle in unterschiedlichen Farben herumgelaufen“, beschreibt der erste Vorsitzende der Ortsgruppe, Holger Lüders. Zudem seien viele der alten Anzüge eher für das Sporttauchen als für das eigentliche Einsatztauchen geeignet gewesen. „Das hat sich durch die Neuanschaffung nun deutlich geändert“, betont Niko Stille, zweiter Vorsitzender. Alle acht Einsatztaucher der DLRG verfügen nun über eine persönliche Schutzausrüstung.
Kevlar bietet zusätzlichen Schutz bei Einsätzen
Die neuen Taucheranzüge stammen aus dem Sortiment von Barakuda aus der Nordheide. Sie sind an den nötigen Stellen mit Kevlar, einer besonders widerstandsfähigen Kunstfaser, besetzt, die bei Einsätzen unter unterschiedlichen Bedingungen im Wasser zusätzlichen Schutz bietet. Auch die neuen Handschuhe sind an der Innenfläche mit dem gleichen Material ausgestattet. „Dadurch können auch scharfkantige Oberflächen angefasst werden“, erklärt Daniel Mehrlein, Technischer Leiter Einsatz.
Die neue Kopfhaube sorge durch ihre Signalfarbe und die Reflexstreifen für eine auffällige Wirkung, die bei Einsätzen vonnöten sei. Die Flossen seien nun gut auf die Arbeit der DLRG angepasst und bestünden aus Vollgummi, während die Füßlinge eine gute Sohle für steinige Untergründe böten. Auch Menschen, die orthopädische Einlagen tragen, könnten damit versorgt werden. Die Masken sind mit einem Band aus kräftigem Material versehen, das nicht reiße.
Einheitliches Erscheinungsbild für die Ortsgruppe
Die Anzüge erstrahlen in einem grellen Rot, am Arm die gelbe Aufschrift „DLRG Holzminden“ – so ist die Ortsgruppe direkt zu erkennen. Jeder von ihnen ist mit einer Nummer gekennzeichnet, um die Zugehörigkeit zu klären. „Wir haben uns gegen eine namentliche Kennzeichnung entschieden, damit sie nach einem möglichen Ausscheiden eines Mitglieds an andere weitergegeben werden können“, so Mehrlein. Auch Anpassungen seien dann noch durch den Ausstatter möglich. „Wir sind jetzt gut für die Zukunft aufgestellt.“

Der Anblick der neuen Ausrüstung erfülle die Mitglieder mit großer Freude und Dankbarkeit gegenüber den politischen Verantwortlichen. Die Stadt und der Landkreis Holzminden unterstützten die Anschaffung mit jeweils 4.000 Euro – insgesamt standen der Ortsgruppe also 8.000 Euro zur Verfügung. Aufgrund von Mehrkosten legte die DLRG Holzminden noch etwas mehr als 1.000 Euro aus eigener Tasche obendrauf. Eine solche Ausrüstung sei nicht billig. Allein ein Anzug koste rund 800 Euro. „Wir sind sehr dankbar für diese Unterstützung“, betont Lüders. Nun könne die Gruppe einheitlich auftreten und zugleich professioneller wirken.
Gespräche bei Bootseinweihung gaben den Anstoß
Der Grundstein für die finanzielle Unterstützung wurde bei der Bootseinweihung der „Holteshymne“ im vergangenen Jahr gelegt. Dort kamen Stadtratsvorsitzende Maren Urban und Kreistagsabgeordnete Tanya Warnecke mit den DLRG-Mitgliedern ins Gespräch. Dabei ging es auch um mögliche Ausstattungslücken und die bisher privat angeschafften Anzüge. Daraufhin stellten der CDU-Fraktionsvorsitzende im Stadtrat, Peter Matyssek, und Warnecke den Antrag auf finanzielle Unterstützung.
„Der Rat war sich direkt einig, das Projekt zu unterstützen“, berichtet Urban und richtet sich mit einem Appell an die Ortsgruppe: „Ich möchte euch ermutigen, auf die Politik zuzugehen, wenn ihr etwas braucht. Ihr habt einen großen Mehrwert für uns.“ Zudem könne neue, modernere Ausrüstung zur Gewinnung neuer Mitglieder beitragen.
Schünemann fordert mehr Gleichbehandlung
Laut dem Landtagsabgeordneten und CDU-Kreistagsfraktionsvorsitzenden Uwe Schünemann kam es auch im Kreistag schnell zu einem einstimmigen Beschluss. „Es muss thematisiert werden, dass sich Ausrüstung im Ehrenamt der DLRG privat angeschafft werden muss – auch auf Landesebene. Wir müssen sehen, dass wir in Zukunft mehr Gleichbehandlung zwischen den verschiedenen Einsatzorganisationen hinbekommen“, fordert er.
Landrat Michael Schünemann macht auf die Bedeutung der Ortsgruppe aufmerksam: „Es steht und fällt mit euch Ehrenamtlichen. Wir haben schon in vielen Einsätzen, auch beim Hochwasser, gesehen, wie wichtig eure Arbeit ist.“ Die Anträge zur Unterstützung seien schon seit Längerem in Diskussion gewesen, aber die Haushaltslage lasse nicht immer die nötigen finanziellen Spielräume. „Mir liegt dieses Projekt sehr am Herzen und ich freue mich sehr für euch“, richtet er sich abschließend an die Mitglieder.
Belke würdigt Arbeit der Einsatztaucher
Auch Bürgermeister Christian Belke freut sich: „Ihr habt das mehr als verdient. Ich habe großen Respekt vor euch Einsatztauchern und wünsche euch alles erdenklich Gute, dass ihr aus allen Einsätzen wieder heil zurückkommt.“ Die Investitionen seien an die absolut richtige Stelle geflossen.
Schatzmeister Fabian Schmitz und Technische Leiterin Ausbildung Dörte Dewies erklären, dass die Neugewinnung von Mitgliedern im Einsatztauchen schwierig sei, aber große Bereitschaft bestehe, die Begeisterung für die Arbeit der DLRG auch bei anderen zu wecken. Um Einsatztaucher zu werden, müsse man vor allem großes Interesse und Bereitschaft zeigen, besondere Schwimmfähigkeiten seien nicht relevant. Im Team sei stets gute Stimmung und die neue Taucherausrüstung dürfte dazu sicherlich beitragen.

Fotos: Sophia Haasper