Werkzeuge aus Delligsen weltweit gefragt: Landrat und Bürgermeister besuchen Familienbetrieb IWD GmbH
Lesedauer: 5 Minuten
DelligsenLandrat und Bürgermeister bei der IWD Delligsen (v.l.): Landrat Michael Schünemann, Delligsens Bürgermeister Stephan Willudda, Patrick Büchner, Geschäftsführer der IWD GmbH in Delligsen, Mike Büchner, technischer Leiter der IWD GmbH in Delligsen, und Nicolas Westermeier, Leiter der Wirtschaftsförderung des Landkreises.
Delligsen (red). Was haben Surfbretter in Australien, Spezialwerkzeuge für den Betonbau und Instrumente für die orthopädische Medizintechnik gemeinsam? Die Antwort liegt an der Bundesstraße 3 in Delligsen. Dort fertigt die IWD GmbH individuelle Fräs- und Drehteile, die in zahlreichen Branchen eingesetzt und weltweit exportiert werden.
Landrat Michael Schünemann besuchte den Familienbetrieb gemeinsam mit dem Leiter der Wirtschaftsförderung, Nicolas Westermeier, und Delligsens Bürgermeister Stephan Willudda. Im Mittelpunkt standen die Arbeit des Unternehmens, die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für mittelständische Betriebe und die Herausforderungen auf internationalen Märkten.
„Wir haben in unserem Landkreis viele starke, auch international agierende Unternehmen“, sagte Schünemann im Anschluss an den Termin. „Deshalb wollen wir mit ihnen ins Gespräch kommen und uns über Sorgen und Wünsche austauschen.“ Nicht alle Rahmenbedingungen könne der Landkreis selbst beeinflussen. Im direkten Dialog ließen sich jedoch mögliche Stellschrauben erkennen und gemeinsam Lösungen erarbeiten.
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Maßanfertigungen für unterschiedliche Branchen
Die Abkürzung IWD steht für Instrumenten-, Werkzeug- und Drehtechnik. Das Unternehmen produziert unterschiedliche, individuell angepasste und teilweise verzahnte Werkzeugtypen für die Schaumstoff- und Kunststoffindustrie, den Betonbau sowie die orthopädische Medizintechnik.
2016 zog der Betrieb von Alfeld nach Delligsen. Heute beschäftigt das Familienunternehmen fünf Mitarbeitende. Der Technische Leiter Mike Büchner und sein Sohn, Geschäftsführer Patrick Büchner, arbeiten selbst in der Fertigung mit. Neben mehreren großen Werkzeugmaschinen spielt dabei weiterhin die Handarbeit eine wichtige Rolle.
Wie aufwendig die Herstellung ist, zeigt die Anfertigung eines Fräswerkzeugs. Nach den Erläuterungen von Mike Büchner benötigt ein erfahrener Mitarbeiter etwa zwei Stunden, um einen Metallaufsatz mit einem Meißel Schlag für Schlag mit zahlreichen kleinen Zähnen zu versehen. Büchner selbst verfügt über fast 30 Jahre Erfahrung bei der Herstellung von Fräswerkzeugen für die Schaumstoffbearbeitung.
Werkzeuge aus Delligsen weltweit im Einsatz
Die in Delligsen produzierten Werkzeuge kommen weit über die Region hinaus zum Einsatz. In Neuseeland und Australien werden Fräswerkzeuge von IWD beispielsweise genutzt, um Surfbretter aus Hartschaum zu modellieren. Für den Betonbau liefert das Unternehmen spezialisierte Werkzeuge unter anderem nach Italien, Dänemark und Kanada.
Auch in der Medizintechnik werden die Produkte aus Delligsen verwendet. Orthopäden setzen die Instrumente beispielsweise bei der Anfertigung von Beckenknochenimplantaten ein. Die individuell hergestellten Fräs- und Drehteile lassen sich damit in sehr unterschiedlichen Bereichen einsetzen.
Beim Austausch mit den Gästen thematisierten Mike und Patrick Büchner unter anderem die gestiegenen Energiekosten sowie die erschwerte Materialbeschaffung angesichts der aktuellen weltpolitischen Lage. Zudem sprachen die Beteiligten über die Situation mittelständischer Unternehmen, den Wirtschaftsstandort Deutschland und die Entwicklung des internationalen Marktes.
Trotz der Herausforderungen blickt die Familie Büchner auf einen gut gefüllten Auftragsbestand. Ein Grund dafür ist die Vielseitigkeit der Produkte: Die maßgefertigten Werkzeuge aus Delligsen sind in zahlreichen Branchen gefragt und werden für sehr unterschiedliche Aufgaben benötigt.
Foto: Landkreis Holzminden
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Richtfest für neues Abfüllungsgebäude markiert weiteren Meilenstein der Th. Geyer Ingredients GmbH & Co. KG
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Landkreis Holzminden
Höxter-Stahle (TKu). Mit ihrem Richtfest hat die Th. Geyer Ingredients GmbH & Co. KG einen weiteren Meilenstein beim Ausbau ihres Standortes zwischen Höxter-Albaxen und Stahle erreicht. Nur wenige Monate nach dem ersten Spatenstich Ende März wurde nun die Fertigstellung des Ständerwerks für das neue Abfüllungsgebäude gefeiert. Das Unternehmen investiert mehrere Millionen Euro in die Erweiterung seiner Produktions- und Logistikkapazitäten. Nach dem traditionellen Richtspruch, vorgetragen von Detlef Struck vom Generalunternehmer Dr. Schoppe, wurde die Fertigstellung des Ständerwerks gefeiert.
Mit dem Neubau erweitert Th. Geyer Ingredients seine Abfüllung und setzt damit ein Millionenprojekt am Standort um. Das Unternehmen verfolgt mit der Investition das Ziel, die Produktionskapazitäten auszubauen und die Wettbewerbsfähigkeit langfristig zu sichern. Gleichzeitig sollen die Voraussetzungen für weiteres Wachstum geschaffen werden.Geschäftsführer Ralf Streicher begrüßte die zahlreichen Gäste, darunter Mitarbeiter, Handwerker, Vertreter der Kommunalpolitik sowie Projektpartner. Für die musikalische Begleitung sorgte die Blaskapelle Stahle. In seiner Ansprache bezeichnete Streicher das Richtfest als wichtigen Meilenstein für das Unternehmen. Der Bau liege im vorgesehenen Zeitplan. Die Fertigstellung des Gebäudes sei bis Ende dieses Jahres geplant, der Einzug soll im ersten Quartal des kommenden Jahres erfolgen. Zugleich kündigte er an, dass das Unternehmen auch künftig weiter investieren werde. Die Erweiterung sei eine Investition in die Zukunft des Unternehmens und des Standortes.
International aufgestellt:
Streicher verwies zudem auf die zunehmende Internationalisierung des Unternehmens. Beim Richtfest waren Mitarbeiter aus verschiedenen Ländern vertreten, unter anderem aus Nigeria, Südafrika, den baltischen Staaten, England, Frankreich und Ungarn. Er dankte allen Beteiligten, die zum Gelingen des Bauprojektes beitragen. Mit dem Neubau verfolgt Th. Geyer Ingredients mehrere strategische Ziele. Neben der Erweiterung der Abfüllung sollen die Qualitätsstandards weiterentwickelt werden. Geplant ist unter anderem eine Zertifizierung nach dem international anerkannten FSSC-Standard für Lebensmittelsicherheit. Darüber hinaus wird die Infrastruktur des Standortes ausgebaut. Ein neuer direkter Anlieferungsweg soll künftig die logistischen Abläufe verbessern. Gleichzeitig entsteht zusätzlicher Lagerraum.
Die Investition reiht sich in eine Reihe von Ausbauprojekten ein. Erst im vergangenen Jahr nahm das Unternehmen am Standort ein modernes Gefahrstofflager in Betrieb. Gemeinsam mit dem bestehenden Lager für Verbrauchsmaterialien und Geräte bildet es heute das Logistikzentrum Labor. Darüber hinaus plant das Unternehmen zwischen Albaxen und Stahle den Bau eines Technikums. Dort sollen künftig neue Produkte entwickelt und getestet werden, beispielsweise pflanzliche Burgerpattys, vegane Schnitzel und weitere Lebensmittelanwendungen. Die Entwicklung des Unternehmens am Standort Höxter-Stahle ist auch an den Beschäftigtenzahlen abzulesen. Innerhalb der vergangenen 14 Jahre stieg die Zahl der Mitarbeiter von 25 auf inzwischen mehr als 135. Künftig soll die Belegschaft auf rund 180 Beschäftigte anwachsen. Parallel dazu konnte das Unternehmen seinen Umsatz deutlich steigern.
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Bürgermeister Daniel Hartmann hob in seinem Grußwort die Bedeutung der Investition für den Wirtschaftsstandort Höxter hervor. Die Erweiterung stärke nicht nur das Unternehmen selbst, sondern wirke sich auch positiv auf die gesamte Region aus. Die kontinuierlichen Investitionen seien ein Zeichen für das Vertrauen des Unternehmens in den Standort und sicherten Arbeitsplätze. Unter den Projektverantwortlichen, Mitarbeitenden und Gästen befanden sich unter anderem Oliver-Alexander Geyer, Mitgeschäftsführer der Th. Geyer Gruppe, Geschäftsführer Ralf Streicher, Holzmindens Bürgermeister Christian Belke, Höxters Bürgermeister Daniel Hartmann, Tizian Fiege aus der operativen Leitung, Management Assistant Julia Kister sowie Detlef Struck und Bauleiter Niklas Heine vom Bauunternehmen Dr. Schoppe. Außerdem nahmen Vertreter der Kommunalpolitik, darunter Ortsausschussvorsitzende Katharina Borgolte, Handwerker und Vertreter befreundeter Unternehmen am Richtfest teil.
Der Standort Höxter-Stahle nimmt innerhalb der Unternehmensgruppe eine wichtige Rolle ein. Im Wirtschaftspark Höxter gelegen, beliefert Th. Geyer Ingredients von der Mitte Deutschlands aus Kunden in ganz Europa. Dabei profitiert das Unternehmen seit Jahrzehnten von der unmittelbaren Nähe zum Duftstoffhersteller Symrise, einem seiner wichtigsten Lieferanten. Th. Geyer Ingredients ist Teil der Th. Geyer Gruppe, die auf eine mehr als 130-jährige Unternehmensgeschichte zurückblickt und zu den etablierten Laborvollversorgern im deutschsprachigen Raum zählt. Das inhabergeführte Familienunternehmen ist heute international aufgestellt und verfügt über mehrere Auslandsstandorte. Im Geschäftsbereich Ingredients handelt das Unternehmen seit mehr als 50 Jahren mit Inhaltsstoffen für unterschiedliche Branchen. Zum Sortiment gehören Rohstoffe für die Lebensmittel-, Getränke-, Pharma-, Tabak-, Duft- und Lederpflegeindustrie. Ergänzt wird das Angebot durch Dienstleistungen wie Anwendungstechnik, Abfüllung in Kleingebinde sowie Unterstützung bei lebensmittelrechtlichen Fragestellungen.
Mit der aktuellen Erweiterung setzt Th. Geyer Ingredients seinen Wachstumskurs fort. Das Richtfest markiert dabei einen weiteren Schritt auf dem Weg zur Fertigstellung des neuen Abfüllungsgebäudes, das Anfang kommenden Jahres den Betrieb aufnehmen soll. Nach Angaben des Unternehmens bildet die Investition die Grundlage für weiteres Wachstum sowie für den weiteren Ausbau des Standortes Höxter-Stahle.
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Fotos: Simone Kube
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