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Boffzen
Das Grüne Team für die Samtgemeinde Boffzen und die Gemeinde Lauenförd : (von links) Anatolij Thiessen, Philipp Henke, Gerd Henke und Sebastian Göritz.

Boffzen/Lauenförde (red). Seit 15 Jahren bestimmen Bündnis 90/Die Grünen nach eigenen Angaben die Kommunalpolitik in der Samtgemeinde Boffzen und der Gemeinde Lauenförde an entscheidender Stelle mit. „Diesen erfolgreichen Weg wollen wir in der kommenden Wahlperiode fortsetzen“, sagt Gerd Henke, der als Spitzenkandidat sowie stellvertretender Bürgermeister in der Samtgemeinde und im Flecken Lauenförde sein Team erneut in den Wahlkampf führt.

Rückblick auf bisherige Schwerpunkte

Henke erinnert daran, dass die Grünen mit tatkräftiger Unterstützung ihrer damaligen Umweltministerin Steffi Lemke maßgeblich dazu beigetragen hätten, ein Atommüllzwischenlager an der Ortsgrenze zu Würgassen zu verhindern. Nun gehe es für die Grünen darum, nach dem endgültigen Ausstieg aus der Atomenergie den Weg hin zu den erneuerbaren Energien auch in den Gemeinden konsequent fortzusetzen. „Gerade dieser Hitzesommer führt uns eindringlich vor Augen, dass wir auch den Weg aus den alten, die Klimakrise befeuernden fossilen Energien finden müssen“, erklärt Gerd Henke. „Mit unserer Zustimmung für ein 250-Megawatt-Batteriespeicherwerk auf unserem Lauenförder Gemeindegebiet haben wir einen wichtigen Beitrag dazu geleistet.“

Klimaschutz und Förderung

In diesem Zusammenhang freuen sich die Grünen nach eigenen Angaben, dass sie mit Anatolij Thiessen erneut einen ausgewiesenen Solarenergie-Experten als Kandidaten für Samtgemeinde- und Gemeinderat gewinnen konnten. Aktuell habe das grüne Team selbst eine weitere Photovoltaikanlage auf einem privaten Dach installiert.

Großes Augenmerk wollen die Grünen in den nächsten Jahren darauf legen, dass die 2,2 Millionen Euro aus dem Förderprogramm des Bundes „Natürlicher Klimaschutz in ländlichen Räumen“ sinnvoll und planmäßig umgesetzt werden. Dazu gehörten unter anderem die Renaturierung des Bahndamms in Boffzen, die ökologische Aufwertung der Parkanlagen in Fürstenberg, die Anlage von Streuobstwiesen in Meinbrexen sowie die Schaffung von Retentionsflächen gegen Hochwassergefahren in Lauenförde.

Nachhaltigkeit als Leitlinie

„Konsequenter Klimaschutz fängt in der Gemeinde an. Er hat für uns Priorität. Wenn wir unsere Umwelt auch für künftige Generationen lebenswert erhalten wollen, dann müssen sich alle Entscheidungen in unseren Räten an diesem Ziel messen lassen“, heißt es weiter. Nachhaltiges und ressourcenschonendes Bauen gewinne dabei zunehmend an Bedeutung, weil Gebäude eine große Rolle für den Klimaschutz spielten. Neubauten sollten nach Möglichkeit mit großen Dachflächen nach Süden ausgerichtet werden, damit sie mit Photovoltaik- und Solarthermieanlagen ausgestattet werden könnten.

Darauf habe man beim Umbau des Dorfgemeinschaftshauses in Derental und beim Ausbau der Kindertagesstätte in Lauenförde geachtet und wolle dies auch beim Neubau der Grundschule in Lauenförde sowie der Sanierung der Grundschule in Boffzen berücksichtigen.

Wirtschaft und Lebensqualität

In der Samtgemeinde seien große Betriebe der Glasindustrie ansässig. Zudem sei die regionale Wirtschaft von zahlreichen mittelständischen Handwerksbetrieben geprägt. Die guten Rahmenbedingungen für diese Unternehmen wollten die Grünen erhalten und weiterentwickeln. Dazu zähle selbstverständlich der Ausbau eines leistungsfähigen Glasfasernetzes.

Ein weiterer wichtiger Wirtschaftszweig seien Betriebe des Fremdenverkehrs und der Gastronomie. Mit der Weser, dem Weserradweg und dem Solling verfüge die Region über gute Voraussetzungen, diesen Bereich weiter auszubauen.

Die Grundversorgung in der Samtgemeinde sei nach Auffassung der Grünen gesichert. Dazu zählten Supermärkte, Apotheken und Arztpraxen. Ziel sei es, dieses Angebot dauerhaft zu erhalten. Mit Grundschulen, Kindergärten und Einrichtungen für Jugendliche seien gute Lebensbedingungen geschaffen worden. Dazu gehörten auch die zahlreichen Sportanlagen, die den Vereinen weiterhin uneingeschränkt zur Verfügung stehen sollten.

Kandidatinnen und Kandidaten

Zur Wahl des Samtgemeinderates Boffzen und des Gemeinderates Lauenförde treten Bündnis 90/Die Grünen mit dem stellvertretenden Samtgemeindebürgermeister und stellvertretenden Lauenförder Bürgermeister Gerd Henke, dem Programmierer und PV-Fachmann Anatolij Thiessen, dem Sozialassistenten Philipp Henke sowie dem Restaurantleiter Sebastian Göritz an.

Gerd Henke kandidiert zudem erneut für den Kreistag des Landkreises Holzminden. Dem Gremium gehört er seit 20 Jahren an. Seit fast 15 Jahren ist er stellvertretender Landrat. „Diese Arbeit würde ich gerne auch in den nächsten fünf Jahren fortsetzen“, erklärt Henke. Ebenfalls auf der Grünen-Kreistagsliste kandidiert die Lehrerin Nora Wegener aus Lauenförde.

Foto: Grüne


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Holzminden

Holzminden (ber). Der Pegel der Weser ist deutlich gesunken. An der Messstation in Höxter liegt der Wasserstand laut Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (WSV) aktuell bei etwa 57 Zentimetern. Mitte Juli zeigten die Messwerte noch einen Pegelstand von etwa 120 Zentimetern an. Doch der niedrige Wasserstand bedeutet keine Entwarnung: Die DLRG-Ortsgruppe Holzminden warnt davor, die Weser zu betreten oder zu Fuß zu durchqueren.

Doch wie gefährlich ist die Weser bei Niedrigwasser wirklich? Welche neuen Gefahren ergeben sich hierdurch? Die Redaktion hat bei der DLRG-Ortsgruppe Holzminden e. V. nachgefragt und wichtige Hinweise über mögliche Gefahren bei Niedrigwasser erhalten.

Niedriger Wasserstand bedeutet nicht weniger Risiko

„Viele Menschen verbinden einen niedrigen Wasserstand mit einem geringen Risiko“, berichtet Niko Stille, 2. Vorsitzender der DLRG-Ortsgruppe Holzminden, in Bezug auf die Weser. Die typischen Gefahren in der Weser würden jedoch bestehen bleiben. Hinzu kämen weitere Risiken, die bei einem normalen Pegelstand weniger auffielen.

„Die Strömung kann selbst bei niedrigem Wasserstand erheblich sein und verändert sich durch Engstellen oder Untiefen teilweise sogar. Hinzu kommen rutschige Steine, plötzlich tiefere Bereiche sowie Hindernisse wie Äste oder andere Gegenstände, die unter der Wasseroberfläche liegen. Wer die Weser unterschätzt, bringt sich schnell in Gefahr“, erklärt Stille.

Ausgespülte Bereiche werden sichtbar

Bei Niedrigwasser hat die DLRG die Möglichkeit, Gefahrenstellen ausfindig zu machen und Maßnahmen zu ergreifen. Aktuell würden immer mehr Bereiche sichtbar werden, in denen auf flache Abschnitte plötzlich deutlich tiefere Stellen folgen.

Diese wurden durch die Strömung so weit ausgespült, dass dort kein sicherer Stand mehr möglich ist. Beim Begehen der Weser kann sich daraus eine Gefahr entwickeln.

„Sichtbar werden genau solche Stellen aktuell beispielsweise, wenn man von der Holzmindener Weserbrücke Richtung Getreidespeicher schaut“, warnt Niko Stille.

Trotz des geringen Pegelstands rät die DLRG-Ortsgruppe Holzminden davon ab, die Weser zu betreten. Wer dennoch in der Weser schwimmen möchte, kann auf Veranstaltungen zurückgreifen, bei denen das Schwimmen unter Aufsicht stattfindet. Solche Angebote gab es zuletzt im Juli in Rinteln; Ende August ist das Weserschwimmen in Lüchtringen vorgesehen. Alternativ stehen bekannte Badegewässer wie der Godelheimer See zur Verfügung.

Durchquerungen können schnell gefährlich werden

„Gerade an warmen Tagen stellen wir fest, dass der niedrige Wasserstand viele Menschen dazu verleitet, die Weser zu Fuß zu durchqueren oder an Stellen zu baden, die sonst nicht erreichbar wären“, berichtet der zweite Vorsitzende. „Der Untergrund ist häufig uneben und rutschig, sodass man leicht stürzen kann. Außerdem wechseln flache und tiefere Bereiche oft unerwartet. Wer das Gleichgewicht verliert, kann von der Strömung erfasst werden. Besonders für Kinder oder unsichere Schwimmer kann das schnell zu einer großen Gefahr werden“, fügt er an.

DLRG bleibt trotz Niedrigwasser einsatzfähig

Die Einsatzfähigkeit der DLRG bleibt trotz des Niedrigwassers grundsätzlich erhalten. Auch die Rettungsboote können weiterhin die Bereiche der Weser erreichen. Der geringe Pegelstand erfordert allerdings eine besonders vorsichtige Fahrweise.

„Grundsätzlich ist die Einsatzfähigkeit unserer Rettungsboote weiterhin gewährleistet. Allerdings führt der niedrige Wasserstand dazu, dass wir einzelne Bereiche der Weser deutlich vorsichtiger befahren müssen. Flache Stellen, Kiesbänke oder bislang überdeckte Hindernisse erschweren die Anfahrt und können den Einsatz verzögern“, erklärt Stille.

Dabei sind vor allem gute Ortskenntnisse sowie das Zusammenspiel von Technik und den Bootsführerinnen und Bootsführern erforderlich. Die DLRG nutzt beispielsweise ein Sonar-System. Dabei handelt es sich um ein technisches Verfahren zur Ortung von Gegenständen und zur Messung von Entfernungen unter Wasser mithilfe von Schallwellen.

Strömungsretter trainieren unter realistischen Bedingungen

Neben den Rettungsbooten spielen bei Einsätzen in der Weser auch speziell ausgebildete Strömungsretterinnen und Strömungsretter eine wichtige Rolle. Das gilt insbesondere für Bereiche, in denen Rettungsboote aufgrund des geringen Wasserstands nur mit besonderer Vorsicht eingesetzt werden können.

„Unsere Rettungsschwimmer und Strömungsretter trainieren den sicheren Umgang im fließenden Gewässer regelmäßig unter realistischen Bedingungen“, erklärt die DLRG. Nach Angaben der Ortsgruppe lernen die Strömungsretterinnen und Strömungsretter dabei, die Strömungsverhältnisse einzuschätzen und spezielle Rettungstechniken in Flüssen einzusetzen.

Einsatzkräfte der DLRG bilden eine Suchkette während eines Übungsszenarios im Kiesteich.

Die DLRG-Ortsgruppe Holzminden rät daher trotz des niedrigen Pegelstands davon ab, die Weser zu betreten oder zu Fuß zu durchqueren. Wer schwimmen möchte, könne stattdessen auf beaufsichtigte Veranstaltungen oder bekannte Badegewässer ausweichen.

Fotos: ber, DLRG-Ortsgruppe Holzminden e. V.