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Boffzen

Lauenförde (red). Ein Feuer in einem Gebäudekomplex in der Bahnhofstraße hat am Dienstagnachmittag einen Großeinsatz der Feuerwehr ausgelöst. Gegen 14.06 Uhr wurde zunächst unter dem Einsatzstichwort „F2 – Gartenhaus“ alarmiert. Bereits sieben Minuten später erhöhten die Einsatzkräfte die Alarmstufe auf „F3 – Gartenhaus“, nachdem die Flammen auf angrenzende Gebäude überzugreifen drohten.

Ersten Erkenntnissen zufolge brach der Brand aus bislang ungeklärter Ursache in einem Anbau eines Wohnhauses mit angrenzender Scheune aus. Das Feuer wurde durch ein Fenster bemerkt. Zu diesem Zeitpunkt hatten sich die Flammen laut Feuerwehr bereits innerhalb des Anbaus ausgebreitet und waren auf die direkt angrenzende Scheune übergesprungen. Aufgrund der engen Bebauung drohten daraufhin die gesamte Scheune und das Wohnhaus abzubrennen.

Rund 120 Einsatzkräfte vor Ort

Unter der Leitung von Einsatzleiter Philip Pedall waren die Ortsfeuerwehren der Samtgemeinde Boffzen sowie die Feuerwehr Beverungen mit Drehleiter und Tanklöschfahrzeug im Einsatz. Unterstützt wurden sie von Kreiseinheiten der Kreisfeuerwehr Holzminden mit Einsatzleitwagen 2 und Führungsgruppe, Verpflegungskomponente, Gruppe Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Kreisbrandmeister Michael Eisenbeis sowie der Feuerwehrtechnischen Zentrale. Ebenfalls vor Ort waren die Polizei, der Rettungsdienst des Kreises Höxter sowie ein Fachberater des THW-Ortsverbands Holzminden. Insgesamt waren rund 120 Einsatzkräfte beteiligt.

Mehrere Trupps gingen unter schwerem Atemschutz in das Brandobjekt vor, um das Feuer im Innenangriff zu bekämpfen. Gleichzeitig wurde von außen eine Riegelstellung aufgebaut, um die Flammen einzudämmen und ein weiteres Ausbreiten zu verhindern. Durch das schnelle und abgestimmte Vorgehen gelang es den Einsatzkräften, den Brand innerhalb vergleichsweise kurzer Zeit unter Kontrolle zu bringen. Die Gartenlaube brannte vollständig nieder, ein Übergreifen auf weitere Gebäude konnte jedoch verhindert werden.

Bewohner und Katze gerettet

Besonders hervorzuheben ist, dass Einsatzkräfte Personen aus den angrenzenden Häusern rechtzeitig in Sicherheit brachten. Zudem rettete die Feuerwehr eine Katze aus einer verrauchten Wohnung. Weder Bewohner noch Einsatzkräfte wurden verletzt.

Die Nachlöscharbeiten nahmen im Anschluss noch einige Zeit in Anspruch. Dabei kontrollierten die Feuerwehrkräfte den betroffenen Gebäudeteil sorgfältig auf versteckte Glutnester. Die Drehleiter aus Beverungen unterstützte die Maßnahmen unter anderem bei der Kontrolle des Dachbereichs.

Zwei Wohnungen unbewohnbar

Zur Brandursache liegen derzeit noch keine gesicherten Erkenntnisse vor. Die Ermittlungen wurden aufgenommen. Angaben zur Höhe des entstandenen Sachschadens konnten zunächst nicht gemacht werden. Zwei Wohnungen des betroffenen Hauses sind aufgrund der Brandschäden derzeit unbewohnbar.

Während des Einsatzes war die Bahnhofstraße im Bereich der Einsatzstelle zeitweise gesperrt. Zahlreiche Schaulustige verfolgten das Geschehen aus sicherer Entfernung. Dank des schnellen und professionellen Einsatzes der Feuerwehren konnte jedoch ein deutlich größerer Schaden verhindert werden.

Fotos: : Feuerwehr SG Boffzen / Feuerwehr Landkreis Holminden Gruppe Presse- / Öffentlichkeitsarbeit 


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Eschershausen-Stadtoldendorf

Eschershausen (awin). Der Stadtrat hat den stellvertretenden Stadtdirektor Andreas Fischer am Montagabend abberufen. Alle neun anwesenden Ratsmitglieder stimmten für seine Abberufung. Bürgermeister Friedhelm Bandke bleibt dagegen im Amt. Zwar votierten auch in seinem Fall sämtliche anwesenden Ratsmitglieder für eine Abberufung, die dafür erforderliche Zweidrittelmehrheit konnte aufgrund der Zahl der Anwesenden jedoch nicht erreicht werden.

Die beiden Personalentscheidungen standen im Mittelpunkt der 22. Sitzung des Stadtrates. Wegen des erwarteten Zuschauerandrangs war die öffentliche Sitzung aus dem Stadthaus in die Aula der Grundschule verlegt worden. Dort waren zu Beginn sämtliche Besucherplätze besetzt.

Am Ratstisch blieben dagegen mehrere Plätze frei. Die Mitglieder der Wählergemeinschaft Eschershausen (WGE) nahmen geschlossen nicht an der Sitzung teil. Die Sitzungsleitung übernahm deshalb August-Wilhelm Ritterbusch. Friedhelm Bandke hatte ihn kurz vor Beginn der Sitzung vor dem Gebäude mit dieser Aufgabe betraut.

Die Öffentlichkeit zeigte großes Interesse an der Ratssitzung

Tagesordnungspunkt zu beanstandeten Sachverhalten entfällt

Nicht beraten wurde Tagesordnungspunkt 8. Unter diesem Punkt sollte sich der Rat mit den von der Kommunalaufsicht beanstandeten Sachverhalten bei Mitwirkungsverboten und Vergaben im Zusammenhang mit Andreas Fischer befassen.

Als Grund für die Absetzung des Tagesordnungspunktes wurden in der Sitzung datenschutzrechtliche Bedenken genannt. Zuvor war bei der Stadt Eschershausen ein anwaltliches Schreiben eingegangen. Nach Angaben der Verwaltung konnte dieses aufgrund des kurzfristigen Eingangs vor der Ratssitzung nicht mehr ausreichend geprüft werden. Um mögliche Nachteile für die Stadt Eschershausen zu vermeiden, wurde der Tagesordnungspunkt daher nicht behandelt.

Für Abberufung Bandkes reicht Stimmenzahl nicht

Das Fernbleiben der WGE hatte unmittelbare Auswirkungen auf die Abstimmung über die Abberufung des Bürgermeisters. Dem Stadtrat gehören 15 Mitglieder an. Für eine Abberufung Bandkes waren zehn Stimmen und damit eine Zweidrittelmehrheit erforderlich. Da lediglich neun Ratsmitglieder an der Sitzung teilnahmen, konnte diese Mehrheit nicht zustande kommen.

Über den Tagesordnungspunkt wurde dennoch abgestimmt. Alle neun anwesenden Ratsmitglieder votierten für die Abberufung Bandkes. Die notwendige Stimmenzahl wurde damit nicht erreicht. Friedhelm Bandke bleibt Bürgermeister der Stadt Eschershausen.

Friedhelm Bandke (2. v. l.) bleibt Bürgermeister von Eschershausen

Rat stimmt geschlossen für Abberufung Fischers

Anders war die rechtliche Ausgangslage bei Andreas Fischer. Stadtdirektor Robert Kumlehn gab während der Sitzung zu Protokoll, dass für die Abberufung des stellvertretenden Stadtdirektors die einfache Mehrheit des Rates erforderlich sei. Alle neun anwesenden Ratsmitglieder stimmten anschließend für Fischers Abberufung.

Vor der Abstimmung begründeten CDU/SPD und FDP ihren Antrag noch einmal. Sie verwiesen dabei auf die Ergebnisse der Prüfung durch die Kommunalaufsicht und die dort beanstandeten Sachverhalte bei Vergaben und Mitwirkungsverboten. Rücktrittsforderungen war Fischer zuvor nicht nachgekommen. Mit den neun Stimmen der anwesenden Ratsmitglieder war seine Abberufung schließlich beschlossen.

Fotos: awin