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Bodenwerder-Polle
Kandidierende von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN vor der Burg Polle. Von links: Kolja Behrens, Ulrike Weißenborn, Gretel Heil, Georg Petau, Birgit Jansen, Corina Bruns und Andreas Stapel.

Bodenwerder-Polle (red). Bündnis 90/Die Grünen treten nach eigenen Angaben zur Kommunalwahl in der Samtgemeinde Bodenwerder-Polle mit einem starken Team von Kandidierenden an. Derzeit bilden die Grünen mit der Fraktionsvorsitzenden Ulrike Weißenborn aus Polle, Dr. Heike Bertram aus Halle und Georg Petau aus Polle die drittstärkste Fraktion im Samtgemeinderat. Nach Angaben der Partei nehme sie die Rolle der Opposition wahr, beziehe klar Position und begleite die Arbeit der Verwaltung im Sinne der Bürgerinnen und Bürger kritisch. Bei der vergangenen Kommunalwahl hätten die Grünen 9,9 Prozent der Stimmen in der Samtgemeinde erzielt.

Neue Kandidierende und politische Schwerpunkte

Verstärkung erhalten die drei erneut kandidierenden Ratsmitglieder nach Angaben der Partei durch die Kommunikationsdesignerin Birgit Jansen aus Polle, die Physiotherapeutin Karin Farries aus Ottenstein, den Bodentechniker Andreas Stapel aus Polle sowie den ehemaligen Sozialpädagogen Eberhard Böhm aus Heyen. Als Schwerpunktthemen nennen die Grünen Klimaschutz, sozialen Zusammenhalt, den Ausbau erneuerbarer Energien, ökologische Landwirtschaft, den Erhalt der Natur sowie die nach eigener Darstellung maßgeblich von ihnen vorangetriebene Reaktivierung der Bahnstrecke zwischen Bodenwerder und Emmerthal.

Sieben Kandidierende für den Gemeinderat Polle

In der Gemeinde Polle treten die Grünen nach eigenen Angaben mit der längsten Liste vor SPD und FDP an. CDU und Wählergemeinschaften kandidierten dort nicht mehr. Zudem stehe ein personeller Neuanfang bevor, da zahlreiche bisherige Ratsmitglieder nicht erneut kandidierten.

Für Bündnis 90/Die Grünen kandidieren die ehemalige ehrenamtliche Bürgermeisterin Ulrike Weißenborn, der Landwirt und Kunstschmied Georg Petau, Bodentechniker Andreas Stapel sowie neu die Kommunikationsdesignerin Birgit Jansen, Corina Bruns, Gretel Heil und Kolja Behrens. Mit sieben Kandidierenden für den elfköpfigen Gemeinderat wolle die Partei nach eigenen Angaben ein breites personelles Angebot machen und neue Engagierte für die kommunalpolitische Arbeit gewinnen.

Ziele für die Gemeinde

Wichtig seien den Grünen nach eigenen Angaben vor allem ein Ende der Blockaden neuer Ideen im Gemeinderat sowie eine Stärkung von Kultur, Demokratie, Zusammenhalt und Umwelt in der Gemeinde. Darüber hinaus solle insbesondere der Dialog mit der Bevölkerung gestärkt, Entscheidungen transparenter gestaltet und konsequent umgesetzt werden.

Foto: Bündnis 90/Die Grünen


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Holzminden

Holzminden (ber). Der Pegel der Weser ist deutlich gesunken. An der Messstation in Höxter liegt der Wasserstand laut Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (WSV) aktuell bei etwa 57 Zentimetern. Mitte Juli zeigten die Messwerte noch einen Pegelstand von etwa 120 Zentimetern an. Doch der niedrige Wasserstand bedeutet keine Entwarnung: Die DLRG-Ortsgruppe Holzminden warnt davor, die Weser zu betreten oder zu Fuß zu durchqueren.

Doch wie gefährlich ist die Weser bei Niedrigwasser wirklich? Welche neuen Gefahren ergeben sich hierdurch? Die Redaktion hat bei der DLRG-Ortsgruppe Holzminden e. V. nachgefragt und wichtige Hinweise über mögliche Gefahren bei Niedrigwasser erhalten.

Niedriger Wasserstand bedeutet nicht weniger Risiko

„Viele Menschen verbinden einen niedrigen Wasserstand mit einem geringen Risiko“, berichtet Niko Stille, 2. Vorsitzender der DLRG-Ortsgruppe Holzminden, in Bezug auf die Weser. Die typischen Gefahren in der Weser würden jedoch bestehen bleiben. Hinzu kämen weitere Risiken, die bei einem normalen Pegelstand weniger auffielen.

„Die Strömung kann selbst bei niedrigem Wasserstand erheblich sein und verändert sich durch Engstellen oder Untiefen teilweise sogar. Hinzu kommen rutschige Steine, plötzlich tiefere Bereiche sowie Hindernisse wie Äste oder andere Gegenstände, die unter der Wasseroberfläche liegen. Wer die Weser unterschätzt, bringt sich schnell in Gefahr“, erklärt Stille.

Ausgespülte Bereiche werden sichtbar

Bei Niedrigwasser hat die DLRG die Möglichkeit, Gefahrenstellen ausfindig zu machen und Maßnahmen zu ergreifen. Aktuell würden immer mehr Bereiche sichtbar werden, in denen auf flache Abschnitte plötzlich deutlich tiefere Stellen folgen.

Diese wurden durch die Strömung so weit ausgespült, dass dort kein sicherer Stand mehr möglich ist. Beim Begehen der Weser kann sich daraus eine Gefahr entwickeln.

„Sichtbar werden genau solche Stellen aktuell beispielsweise, wenn man von der Holzmindener Weserbrücke Richtung Getreidespeicher schaut“, warnt Niko Stille.

Trotz des geringen Pegelstands rät die DLRG-Ortsgruppe Holzminden davon ab, die Weser zu betreten. Wer dennoch in der Weser schwimmen möchte, kann auf Veranstaltungen zurückgreifen, bei denen das Schwimmen unter Aufsicht stattfindet. Solche Angebote gab es zuletzt im Juli in Rinteln; Ende August ist das Weserschwimmen in Lüchtringen vorgesehen. Alternativ stehen bekannte Badegewässer wie der Godelheimer See zur Verfügung.

Durchquerungen können schnell gefährlich werden

„Gerade an warmen Tagen stellen wir fest, dass der niedrige Wasserstand viele Menschen dazu verleitet, die Weser zu Fuß zu durchqueren oder an Stellen zu baden, die sonst nicht erreichbar wären“, berichtet der zweite Vorsitzende. „Der Untergrund ist häufig uneben und rutschig, sodass man leicht stürzen kann. Außerdem wechseln flache und tiefere Bereiche oft unerwartet. Wer das Gleichgewicht verliert, kann von der Strömung erfasst werden. Besonders für Kinder oder unsichere Schwimmer kann das schnell zu einer großen Gefahr werden“, fügt er an.

DLRG bleibt trotz Niedrigwasser einsatzfähig

Die Einsatzfähigkeit der DLRG bleibt trotz des Niedrigwassers grundsätzlich erhalten. Auch die Rettungsboote können weiterhin die Bereiche der Weser erreichen. Der geringe Pegelstand erfordert allerdings eine besonders vorsichtige Fahrweise.

„Grundsätzlich ist die Einsatzfähigkeit unserer Rettungsboote weiterhin gewährleistet. Allerdings führt der niedrige Wasserstand dazu, dass wir einzelne Bereiche der Weser deutlich vorsichtiger befahren müssen. Flache Stellen, Kiesbänke oder bislang überdeckte Hindernisse erschweren die Anfahrt und können den Einsatz verzögern“, erklärt Stille.

Dabei sind vor allem gute Ortskenntnisse sowie das Zusammenspiel von Technik und den Bootsführerinnen und Bootsführern erforderlich. Die DLRG nutzt beispielsweise ein Sonar-System. Dabei handelt es sich um ein technisches Verfahren zur Ortung von Gegenständen und zur Messung von Entfernungen unter Wasser mithilfe von Schallwellen.

Strömungsretter trainieren unter realistischen Bedingungen

Neben den Rettungsbooten spielen bei Einsätzen in der Weser auch speziell ausgebildete Strömungsretterinnen und Strömungsretter eine wichtige Rolle. Das gilt insbesondere für Bereiche, in denen Rettungsboote aufgrund des geringen Wasserstands nur mit besonderer Vorsicht eingesetzt werden können.

„Unsere Rettungsschwimmer und Strömungsretter trainieren den sicheren Umgang im fließenden Gewässer regelmäßig unter realistischen Bedingungen“, erklärt die DLRG. Nach Angaben der Ortsgruppe lernen die Strömungsretterinnen und Strömungsretter dabei, die Strömungsverhältnisse einzuschätzen und spezielle Rettungstechniken in Flüssen einzusetzen.

Einsatzkräfte der DLRG bilden eine Suchkette während eines Übungsszenarios im Kiesteich.

Die DLRG-Ortsgruppe Holzminden rät daher trotz des niedrigen Pegelstands davon ab, die Weser zu betreten oder zu Fuß zu durchqueren. Wer schwimmen möchte, könne stattdessen auf beaufsichtigte Veranstaltungen oder bekannte Badegewässer ausweichen.

Fotos: ber, DLRG-Ortsgruppe Holzminden e. V.